Fehlt es dem Privatsektor an Anlagemitteln, lässt die Wirtschaftstätigkeit nach. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wächst langsamer, wie sich bereits in einigen europäischen Ländern zeigt.
Eine Kreditklamme führt dazu, dass die Zentralbanken ihre Leitzinsen senken, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Kurzfristig spricht zwar einiges für diese Taktik, da sie zum Anlegen ermutigt und die Hypothekenzinsen sowie die Refinanzierungskosten in Schach hält.
Längerfristig ist dieses Vorgehen aber nicht unumstritten, da die Marktkräfte sich nicht unbedingt in den Preisen niederschlagen. Anlageblasen sind nicht auszuschließen, wie der Immobilienboom in Großbritannien, Irland und Spanien und der anschließende Einbruch der Preise belegen.
Die spontane Reaktion auf eine solche Situation dürfte darin bestehen, an niedrigen Leitzinsen festzuhalten. Langfristig kann dies jedoch nicht nachhaltig sein. Die zweite Option wäre Inflation. Das ist ebenfalls unhaltbar und vielleicht noch unhaltbarer als die erste Möglichkeit, da sie zu einer Verteuerung des Schuldendienstes führt. Bei der heutigen Finanzlage zahlreicher Staaten ist dieses Vorgehen inakzeptabel. Zudem widerspricht es den Inflationszielen der europäischen Notenbanken.
Fünfmal gut, achtmal ausreichend, keinmal sehr gut. Das ist das Ergebnis der jüngsten Riester-Untersuchung von Finanztest. Das Gros der getesteten 29 Angebote für eine klassische Riester-Rentenversicherung kam über ein befriedigend nicht hinaus.
Quelle: Finanztest, Oktober 2012
Den dritten Platz bim Vergleich belegt die Debeka mit der Note 2,5. Ausgezeichnet wurde der Tarif Debeka Riester-Rente, F1 (01/12)
Zweitbester im Vergleich war die Alte Leipziger, die ebenfalls die Note 2,5 erhielt. Die gilt für den Tarif Alte Leipziger Klass. Riester-Rente, RV50
Kommt aus Franken. Bester Tarif war der Huk24 Riester-Rente, RZU24 mit der Note 2,4.
Viele Tarife erhielten aber schlechte Noten. Acht Anbieter erhielten nur ein "ausreichend". Es folgen die drei schlechtesten Produkte.
Platz 23 belegte die Neue Leben mit dem Tarif Riester-Rente R7 mit der Note 3,8.
Noch schlechter schnitt die Gothaer ab. Der Tarif Ergänzungsvorsorge – Classic, PRRC1B wurde mit 3,9 bewertet.
Der schwächste Tarif im Test war die Klassik-Riester-Rente, ARG1 von der Axa. Die Note von Finanztest: 4,0.
Die kompletten Ergebnisse können Sie im Internet gegen eine Gebühr von 2,50 Euro erwerben: www.test.de/riester-versicherung
Hanse Merkur24, Riestermeister, RM 2012
Doch auch hierfür gibt es Präzedenzfälle: Nach den wirtschaftlich überaus erfolgreichen 1980er Jahren erlag Japan einer Krise, an der das Niedrigzinsumfeld und die Bevölkerungsalterung nicht unbeteiligt waren. Die Immobilien- und Aktienkursblasen platzten zu Beginn der 1990er Jahre, die Wirtschaft brach ein.
Eine lange Stagnationsphase folgte. Über zwanzig Jahre lang konnte Japan ein durchschnittliches BIP-Wachstum von 4,6 Prozent pro Jahr aufweisen. Ab 1990 fiel es auf bloße 0,9 Prozent und hielt sich die nächsten zwanzig Jahre auf diesem Niveau.
Im Jahr 1990 erreichte auch das Verhältnis zwischen den Rentnern und der Erwerbsbevölkerung in Japan seinen Tiefststand. Die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter wuchs zwar noch einige wenige Jahre weiter, Mitte der 1990er Jahre aber setzte ein stetiger Rückgang ein, der sich noch einige Jahrzehnte lang fortsetzen dürfte.

Nun, die demografische Katastrophe fällt leider aus, wenn man denn endlich mal die richtigen Zahlen auf dne Tisch legt: Wie verhält sich die Relation von Erwerbstätigen zu nicht Erwerbstätigen bis 2050? Wie hoch ist der Anteil der Ausgaben für nicht Erwerbstätige am BIP bis 2050? Und wie hoch ist das BIP pro Kopf im Jahr 2050, wenn die Bevölkerung schrumpft, die Wirtschaft aber weiterhin wächst?
Die Lösungen sind schlicht: Lohnerhöhungen in Höhe des Produktivitätsfortschritts, mehr gute Arbeitsplätze und Kinderbetreuungsmöglichkeiten für Frauen und Einbezug weiterer Einkunftsarten in die Sozialsysteme.

Soviel wirtschaftliches Unvermoegen wie in diesen Lesekommentaren ist auch nicht aller Tage zu finden! Unglaublich!

Vergessen wird oft, dass weniger Kinder auch bedeuten, das weniger Personen durchhgefüttert werden müssen. Man könnte die Proportion von Durchgefütterten zu Durchfütternden günstig gestalten (bzw. auf heutigem Niveau halten): Bei Heraufsetzung des Rentenalters müsste man dazu nur entsprechend mehr Leute zu vernünftigen Konditionen beschäftigen. Es könnten schon wenige Arbeits-Jahre mehr pro Person ausreichen, wie sich aus Prognosen für die demografische Entwicklung in den nächsten Jahrzehnten ausrechnen lässt. Wenn das gelingt gibt es kein demografisches Problem bei der Finanzierung der Renten oder des Sozialstaates.






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