Wie gesagt: Rentner sind im Allgemeinen eher risikoscheu. Je grösser ihr Anteil am Anlegersegment wird, desto schlechter dürften sich die Aktienkurse entwickeln. Zudem führt die Alterung der Bevölkerung zu einem relativen Mangel an Arbeitskräften. Dies schadet der gesamtwirtschaftlichen Produktivität und mindert die Kapitalrenditen. Was sich wiederum negativ auf den Wert der Anlagen auswirkt.
Bei einer langfristigen Finanzplanung ist die Inflation ein wesentlicher Faktor. „100 Euro sind in 20 Jahren bei einer angenommenen jährlichen Inflationsrate von zwei Prozent nur noch 67 Euro wert“, rechnet Finanzexperte Siebold vor.
„Steigt die Inflationsrate auf drei Prozent, sind es nur noch rund 55 Euro.“ Nach 30 Jahren seien 100 Euro bei zwei Prozent Teuerung nur 55 Euro und bei drei Prozent nur rund 41 Euro wert, so der Experte. Einen Inflationsschutz bieten nach Expertenansicht Sachwerte wie Aktien oder Immobilien.
Die Deutschen scheuen das Risiko, doch das kann bei der Altersvorsorge unangenehme Folgen haben. „Viele Deutsche fühlen sich mit Bar- und Festgeld sowie mit sicheren Rentenpapieren wohl“, sagt Finanzplaner Christian Siebold.
„Aber wirklich riskant ist es, langfristig nicht auch chancenorientierte Investments beizumischen, damit die Rendite stimmt“, meint der Fachmann. Experten empfehlen Aktien, Anleihen und Fonds als chancenorientierte Anlagen. Auch alternative Investments wie Private Equity (außerbörsliche Beteiligungen), Rohstoffe oder Hedge-Fonds können ein Baustein des langfristig orientierten Altersvorsorgeportfolios sein.
Wer sich für ein Produkt entscheidet, sollte sich die Details genau anschauen. Private Rentenversicherungen bieten Flexibilität, die Einzahlungen lassen sich anpassen.
Wird aber beispielsweise die Riester-Rente nicht hoch genug bespart, zahlt der Staat auch nicht die volle Förderung. Grundsätzlich sollten Verbraucher unabhängigen Rat einholen und dafür auch Geld investieren.
Diese Umkehrung der Bevölkerungspyramide dürfte die wirtschaftlichen Probleme in Europa noch verschärfen. Neue Regelwerke wie Basel II, Solvabilität II und Verbraucherschutzgesetze stützen diesen Trend, wenn sie ihn nicht gar beschleunigen.
Unter dem Zwang der Aufsichtsbehörden investieren die Banken, Pensionskassen und vor allem die Versicherer vornehmlich in Anlageklassen mit geringem Risiko. Dieses Anlageverhalten führt zu einem asymmetrischen Anlagemuster: Der Schwerpunkt liegt auf Staatsanleihen. Das geht auf Kosten von Wertpapieren der Privatwirtschaft.
Bei den institutionellen Anlegern hat dieser Trend bereits um sich gegriffen. Die Unternehmen haben Liquiditätsreserven aufgebaut. Zudem haben zahlreiche Investoren das Risiko in ihren Portefeuilles bereits zurückgefahren.
Die europäischen Versicherer und Pensionskassen sind hauptsächlich in festverzinsliche Instrumente investiert, während ihr Engagement in Aktien gering bis sehr gering ausfällt. Zudem sind die meisten unternehmenseigenen Vorsorgeeinrichtungen in Europa und den USA untergedeckt.
Kleinsparer investieren ihr Geld bei einem Finanzdienstleister.
Der Finanzdienstleister kauft von dem Geld schlechtverzinste Bundesanleihen.
Die Schuldenquote Deutschlands sinkt; der Finanzminister jubelt.
Die Politik gewährt dem Finanzdienstleister Vergünstigungen; Unternehmen und Aktionäre jubeln.
Die Sparergebnisse sind schlecht, die Kleinsparer jubeln nicht.
Die Politik fordert die Bürger auf, noch mehr Altersvorsorge zu betreiben, weil die Sparergebnisse ja so schlecht sind und nicht ausreichen.
Kleinsparer investieren noch mehr Geld bei einem Finanzdienstleister. Danach geht es zurück zum 1. Schritt.
Dies ist keineswegs ein Idealzustand, da die Renditen von risikoarmen Anlagen tendenziell sinken und die Anleger daran hindern, ihre Renditevorgaben zu erreichen. Eine Kreditklemme lässt sich in solch einem wirtschaftlichen Umfeld nicht ausschließen.

Nun, die demografische Katastrophe fällt leider aus, wenn man denn endlich mal die richtigen Zahlen auf dne Tisch legt: Wie verhält sich die Relation von Erwerbstätigen zu nicht Erwerbstätigen bis 2050? Wie hoch ist der Anteil der Ausgaben für nicht Erwerbstätige am BIP bis 2050? Und wie hoch ist das BIP pro Kopf im Jahr 2050, wenn die Bevölkerung schrumpft, die Wirtschaft aber weiterhin wächst?
Die Lösungen sind schlicht: Lohnerhöhungen in Höhe des Produktivitätsfortschritts, mehr gute Arbeitsplätze und Kinderbetreuungsmöglichkeiten für Frauen und Einbezug weiterer Einkunftsarten in die Sozialsysteme.

Soviel wirtschaftliches Unvermoegen wie in diesen Lesekommentaren ist auch nicht aller Tage zu finden! Unglaublich!

Vergessen wird oft, dass weniger Kinder auch bedeuten, das weniger Personen durchhgefüttert werden müssen. Man könnte die Proportion von Durchgefütterten zu Durchfütternden günstig gestalten (bzw. auf heutigem Niveau halten): Bei Heraufsetzung des Rentenalters müsste man dazu nur entsprechend mehr Leute zu vernünftigen Konditionen beschäftigen. Es könnten schon wenige Arbeits-Jahre mehr pro Person ausreichen, wie sich aus Prognosen für die demografische Entwicklung in den nächsten Jahrzehnten ausrechnen lässt. Wenn das gelingt gibt es kein demografisches Problem bei der Finanzierung der Renten oder des Sozialstaates.






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