
Mitte der 1950er Jahre erlebte Europa einen Babyboom. Als Spätfolge wird der Anteil der Rentner im Verhältnis zur erwerbstätigen Bevölkerung in naher Zukunft rapide zunehmen. Zwangsläufig wird dies einen Umbruch in der Gesellschaft verursachen, da die Aufwendungen für Altersvorsorge- und Gesundheitsleistungen eine Belastung für die Wirtschaft darstellen.
Die Folgen dieses Phänomens gehen jedoch weit über die Finanzierung von Altersrenten hinaus. Rentner sind eine dynamische Bevölkerungsgruppe. Sie konsumieren und fällen Investitionsentscheidungen. Je öfter das passiert, desto größer sind die Anstoßeffekte für den Rest der Wirtschaft.
Wie es laufen kann, zeigt sich in den USA. Dort ging der Babyboom zehn Jahre früher los als in Europa. Ablesbar ist dies dann an den Aktienmärkten.
Die Grafik vergleicht das aktuelle nachlaufende S&P500 Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bis Ende 2011 mit einer KGV-Progression auf Basis der Bevölkerungsentwicklung. Sie zeigt, dass sich die Aktienmärkte in den USA im Großen und Ganzen parallel zum demografischen Trend entwickelt haben. Zudem enthält die Grafik eine Prognose der KGV-Entwicklung auf Basis der Bevölkerungsentwicklung. Diese Vorhersage deutet auf einen anhaltenden Trend zu sehr niedrigen Aktienbewertungen hin.

Die Verbindung zwischen der Bevölkerungsentwicklung und dem nachlaufenden KGV zeigt, wie sich die Einstellung der Babyboomer mit dem Ende ihres Berufslebens ändert: Sie veräußern dann in erster Linie ihre risikobehafteten Anlagen, um ihren Ruhestand zu finanzieren.
In Europa altert die Bevölkerung schneller als in Amerika, da sich gleichzeitig auch das Bevölkerungswachstum verlangsamt. In den letzten 20 Jahren wuchs die Bevölkerung der USA neun Mal stärker als in Europa (22,5 Prozent im Vergleich zu 2,5 Prozent). Berechnungen der Vereinten Nationen kommen zum Schluss, dass die Gesamtbevölkerung Europas im Jahr 2020 ihren Höchststand erreicht haben dürfte.
Jeder Arbeitnehmer hat das Recht, bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung – 2011 sind das 2640 Euro - steuer- und sozialabgabenfrei in die betriebliche Altersvorsorge einzuzahlen.
Zusätzlich können weitere 1800 Euro lohnsteuerfrei investiert werden. Insgesamt können 4440 Euro in eine Direktversicherung oder eine Pensionskasse fließen. Der Verbreitungsgrad der Betriebsrenten ist in Deutschland noch immer gering. Vor allem bei kleineren und mittleren Unternehmen führt die Betriebsrente noch immer ein Schattendasein.
Der Staat bezuschusst die private Altersvorsorge mit Zulagen und Steuervorteilen. Riester-Sparer erhalten derzeit 154 Euro Grundzulage pro Person und 185 Euro für jedes Kind. Für Nachwuchs, der nach 2008 geboren ist, gibt es sogar 300 Euro.
Voraussetzung für die volle Förderung ist, dass der Sparer vier Prozent seines jährlichen Bruttolohns einzahlt, wobei bis zu 2100 Euro gefördert werden. Außerdem können Beiträge bis zu dieser Höhe steuerlich geltend gemacht werden. Förderberechtigt sind grundsätzlich Angestellte sowie Beamte und deren Ehepartner.
Die Rürup-Rente richtet sich in erster Linie an Selbstständige. Sparer können einen wachsenden Teil der Einzahlungen von der Steuer absetzen.
Aktuell sind es 72 Prozent, bis 2025 soll der Anteil auf 100 Prozent ansteigen. Pro Jahr sind steuerbegünstigte Einzahlungen von bis zu 20.000 Euro (40.000 Euro für Verheiratete) möglich.
Eine Dämpfung des Wirtschaftswachstums durch das Zusammenspiel von Bevölkerungsalterung und Abnahme der Erwerbsbevölkerung ist die Folge.
Wie gesagt: Rentner sind im Allgemeinen eher risikoscheu. Je grösser ihr Anteil am Anlegersegment wird, desto schlechter dürften sich die Aktienkurse entwickeln. Zudem führt die Alterung der Bevölkerung zu einem relativen Mangel an Arbeitskräften. Dies schadet der gesamtwirtschaftlichen Produktivität und mindert die Kapitalrenditen. Was sich wiederum negativ auf den Wert der Anlagen auswirkt.
Bei einer langfristigen Finanzplanung ist die Inflation ein wesentlicher Faktor. „100 Euro sind in 20 Jahren bei einer angenommenen jährlichen Inflationsrate von zwei Prozent nur noch 67 Euro wert“, rechnet Finanzexperte Siebold vor.
„Steigt die Inflationsrate auf drei Prozent, sind es nur noch rund 55 Euro.“ Nach 30 Jahren seien 100 Euro bei zwei Prozent Teuerung nur 55 Euro und bei drei Prozent nur rund 41 Euro wert, so der Experte. Einen Inflationsschutz bieten nach Expertenansicht Sachwerte wie Aktien oder Immobilien.
Die Deutschen scheuen das Risiko, doch das kann bei der Altersvorsorge unangenehme Folgen haben. „Viele Deutsche fühlen sich mit Bar- und Festgeld sowie mit sicheren Rentenpapieren wohl“, sagt Finanzplaner Christian Siebold.
„Aber wirklich riskant ist es, langfristig nicht auch chancenorientierte Investments beizumischen, damit die Rendite stimmt“, meint der Fachmann. Experten empfehlen Aktien, Anleihen und Fonds als chancenorientierte Anlagen. Auch alternative Investments wie Private Equity (außerbörsliche Beteiligungen), Rohstoffe oder Hedge-Fonds können ein Baustein des langfristig orientierten Altersvorsorgeportfolios sein.
Wer sich für ein Produkt entscheidet, sollte sich die Details genau anschauen. Private Rentenversicherungen bieten Flexibilität, die Einzahlungen lassen sich anpassen.
Wird aber beispielsweise die Riester-Rente nicht hoch genug bespart, zahlt der Staat auch nicht die volle Förderung. Grundsätzlich sollten Verbraucher unabhängigen Rat einholen und dafür auch Geld investieren.
Diese Umkehrung der Bevölkerungspyramide dürfte die wirtschaftlichen Probleme in Europa noch verschärfen. Neue Regelwerke wie Basel II, Solvabilität II und Verbraucherschutzgesetze stützen diesen Trend, wenn sie ihn nicht gar beschleunigen.
Unter dem Zwang der Aufsichtsbehörden investieren die Banken, Pensionskassen und vor allem die Versicherer vornehmlich in Anlageklassen mit geringem Risiko. Dieses Anlageverhalten führt zu einem asymmetrischen Anlagemuster: Der Schwerpunkt liegt auf Staatsanleihen. Das geht auf Kosten von Wertpapieren der Privatwirtschaft.
Bei den institutionellen Anlegern hat dieser Trend bereits um sich gegriffen. Die Unternehmen haben Liquiditätsreserven aufgebaut. Zudem haben zahlreiche Investoren das Risiko in ihren Portefeuilles bereits zurückgefahren.
Die europäischen Versicherer und Pensionskassen sind hauptsächlich in festverzinsliche Instrumente investiert, während ihr Engagement in Aktien gering bis sehr gering ausfällt. Zudem sind die meisten unternehmenseigenen Vorsorgeeinrichtungen in Europa und den USA untergedeckt.
Kleinsparer investieren ihr Geld bei einem Finanzdienstleister.
Der Finanzdienstleister kauft von dem Geld schlechtverzinste Bundesanleihen.
Die Schuldenquote Deutschlands sinkt; der Finanzminister jubelt.
Die Politik gewährt dem Finanzdienstleister Vergünstigungen; Unternehmen und Aktionäre jubeln.
Die Sparergebnisse sind schlecht, die Kleinsparer jubeln nicht.
Die Politik fordert die Bürger auf, noch mehr Altersvorsorge zu betreiben, weil die Sparergebnisse ja so schlecht sind und nicht ausreichen.
Kleinsparer investieren noch mehr Geld bei einem Finanzdienstleister. Danach geht es zurück zum 1. Schritt.
Dies ist keineswegs ein Idealzustand, da die Renditen von risikoarmen Anlagen tendenziell sinken und die Anleger daran hindern, ihre Renditevorgaben zu erreichen. Eine Kreditklemme lässt sich in solch einem wirtschaftlichen Umfeld nicht ausschließen.
Fehlt es dem Privatsektor an Anlagemitteln, lässt die Wirtschaftstätigkeit nach. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wächst langsamer, wie sich bereits in einigen europäischen Ländern zeigt.
Eine Kreditklamme führt dazu, dass die Zentralbanken ihre Leitzinsen senken, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Kurzfristig spricht zwar einiges für diese Taktik, da sie zum Anlegen ermutigt und die Hypothekenzinsen sowie die Refinanzierungskosten in Schach hält.
Längerfristig ist dieses Vorgehen aber nicht unumstritten, da die Marktkräfte sich nicht unbedingt in den Preisen niederschlagen. Anlageblasen sind nicht auszuschließen, wie der Immobilienboom in Großbritannien, Irland und Spanien und der anschließende Einbruch der Preise belegen.
Die spontane Reaktion auf eine solche Situation dürfte darin bestehen, an niedrigen Leitzinsen festzuhalten. Langfristig kann dies jedoch nicht nachhaltig sein. Die zweite Option wäre Inflation. Das ist ebenfalls unhaltbar und vielleicht noch unhaltbarer als die erste Möglichkeit, da sie zu einer Verteuerung des Schuldendienstes führt. Bei der heutigen Finanzlage zahlreicher Staaten ist dieses Vorgehen inakzeptabel. Zudem widerspricht es den Inflationszielen der europäischen Notenbanken.
Fünfmal gut, achtmal ausreichend, keinmal sehr gut. Das ist das Ergebnis der jüngsten Riester-Untersuchung von Finanztest. Das Gros der getesteten 29 Angebote für eine klassische Riester-Rentenversicherung kam über ein befriedigend nicht hinaus.
Quelle: Finanztest, Oktober 2012
Den dritten Platz bim Vergleich belegt die Debeka mit der Note 2,5. Ausgezeichnet wurde der Tarif Debeka Riester-Rente, F1 (01/12)
Zweitbester im Vergleich war die Alte Leipziger, die ebenfalls die Note 2,5 erhielt. Die gilt für den Tarif Alte Leipziger Klass. Riester-Rente, RV50
Kommt aus Franken. Bester Tarif war der Huk24 Riester-Rente, RZU24 mit der Note 2,4.
Viele Tarife erhielten aber schlechte Noten. Acht Anbieter erhielten nur ein "ausreichend". Es folgen die drei schlechtesten Produkte.
Platz 23 belegte die Neue Leben mit dem Tarif Riester-Rente R7 mit der Note 3,8.
Noch schlechter schnitt die Gothaer ab. Der Tarif Ergänzungsvorsorge – Classic, PRRC1B wurde mit 3,9 bewertet.
Der schwächste Tarif im Test war die Klassik-Riester-Rente, ARG1 von der Axa. Die Note von Finanztest: 4,0.
Die kompletten Ergebnisse können Sie im Internet gegen eine Gebühr von 2,50 Euro erwerben: www.test.de/riester-versicherung
Hanse Merkur24, Riestermeister, RM 2012
Doch auch hierfür gibt es Präzedenzfälle: Nach den wirtschaftlich überaus erfolgreichen 1980er Jahren erlag Japan einer Krise, an der das Niedrigzinsumfeld und die Bevölkerungsalterung nicht unbeteiligt waren. Die Immobilien- und Aktienkursblasen platzten zu Beginn der 1990er Jahre, die Wirtschaft brach ein.
Eine lange Stagnationsphase folgte. Über zwanzig Jahre lang konnte Japan ein durchschnittliches BIP-Wachstum von 4,6 Prozent pro Jahr aufweisen. Ab 1990 fiel es auf bloße 0,9 Prozent und hielt sich die nächsten zwanzig Jahre auf diesem Niveau.
Im Jahr 1990 erreichte auch das Verhältnis zwischen den Rentnern und der Erwerbsbevölkerung in Japan seinen Tiefststand. Die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter wuchs zwar noch einige wenige Jahre weiter, Mitte der 1990er Jahre aber setzte ein stetiger Rückgang ein, der sich noch einige Jahrzehnte lang fortsetzen dürfte.
Im Jahr 2010 war das erwerbsfähige Bevölkerungssegment in Japan gegenüber 1990 um über fünf Prozent geschrumpft, während die Anzahl der (über) 65-Jährigen sich mehr als verdoppelt hatte - von 17 Millionen auf 37 Millionen. Dies ist ein substanzieller Umbruch in der Bevölkerungsstruktur.
Die steigende Lebenserwartung und die aktuellen demografischen Trends lassen ähnliche, wenn nicht gar weiterreichende Umbrüche in Europa erwarten. Diese These lässt sich mit den Altenquotienten in Deutschland verdeutlichen (siehe Grafik).

Diese Kennzahl vergleicht die Bevölkerung im Alter von mindestens 65 Jahren mit der Bevölkerung im Alter von 15 bis 64, das heißt den potenziell Erwerbstätigen. Nach 2020 dürfte sich dieses Verhältnis massiv ausweiten, da die Anzahl neuer Rentner wesentlich rascher wächst als die Anzahl neu in das Erwerbsleben eintretender Personen.
Kommen zu der demografischen Entwicklung und ihren Auswirkungen noch regulatorische Anforderungen hinzu, besteht die Gefahr, dass Europa in eine wirtschaftliche Malaise hineinschlittert, wie wir sie aus Japan kennen.
Ein Szenario in Kürze:
lang anhaltende, äußerst tiefe Leitzinsen
Überschuldete Banken, die ein Zombie-Dasein führe, indem sie sich auf den Ankauf von Staatsanleihen beschränken und auf eine bessere Zukunft hoffen, anstatt ihre eigentlichen Aufgaben zu erfüllen
keine staatlichen Wachstumsimpulse
ein Privatsektor im Bann der Kreditklemme
eingetrübte Wachstumsaussichten mit dem Risiko eines anhaltenden disinflationären/deflationären Konjunkturumfelds
Nein, wer als Deutscher in ein EU-Land, nach Island, Liechtenstein, Norwegen oder in die Schweiz auswandert, bekommt seine volle Rente weitergezahlt - auf ein Konto in Deutschland oder im Ausland. Allerdings sollten die Rentner die Rentenversicherung etwa zwei Monate im Voraus über ihre Pläne informieren, damit die Zahlung dann eventuell umgestellt werden kann. Selbst wenn die Rente weiter auf das deutsche Konto fließen soll, ist ein rechtzeitiger Hinweis wichtig. So muss die Rentenversicherung die Bezieher im Ausland für einen "jährlichen Lebensnachweis" erreichen können.
In aller Regel bekommen Rentner auch dann ihre volle Rente gezahlt. 30 Prozent Renteneinbuße drohen nur, wenn die Auswanderer ihre Staatsangehörigkeit wechseln. Kein Problem ist es, wenn sie eine EU-Nationalität annehmen oder Staatsbürger in Island, Liechtenstein, Norwegen oder der Schweiz werden. Über spezielle Abkommen bekommen auch die neuen Staatsbürger folgender Länder weiter ihre volle Rente ausgezahlt: Australien, Bosnien-Herzegowina, Chile, Israel, Japan, Kanada und Quebec, Korea, Kosovo, Kroatien, Marokko, Mazedonien, Montenegro, Serbien, Türkei, Tunesien und USA. Gleiches wird in Zukunft auch für Indien und Brasilien gelten, mit denen Gleichstellungsabkommen bereits existieren, die aber noch nicht in Kraft getreten sind. Wer aber die Nationalität eines hier nicht genannten Landes annimmt, muss mit Einbußen rechnen.
Indirekt kann das Folgen haben. So versuchen die EU-Länder, aber auch Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz die Rentenversicherungssysteme aufeinander abzustimmen. Wenn deutsche Rentenversicherte dann auch in diesen Ländern rentenversichert beschäftigt waren, können Sie davon profitieren. So werden diese Versicherungszeiten im Ausland dann zum Beispiel berücksichtigt, wenn bestimmte Mindestversicherungszeiten berechnet werden. Etwa die Mindestversicherungszeit von 35 Jahren für eine vorgezogene Altersrente.
Die speziellen Auslandsvorschriften spielen dann keine Rolle. Solange der "gewöhnliche Aufenthalt" in Deutschland bleibt, etwa weil Rentner zeitlich befristet ins Ausland ziehen und ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland beibehalten, hat dies in keinem Fall Auswirkungen auf ihre Rente.
Insgesamt hat die Deutsche Rentenversicherung 2011 rund 1,7 Millionen Renten ins Ausland gezahlt, das sind rund sieben Prozent aller Rentenzahlungen. Rund 90 Prozent der Auslandsrentner sind keine deutschen Staatsbürger.
Das sind düstere Aussichten. Die Frage ist: Lässt sich dieses Szenario vermeiden?
Bestimmt nicht, wenn man die demografische Entwicklung betrachtet: Die Überalterung lässt sich nicht aufhalten. Da aber die alternde Bevölkerung der industrialisierten Welt in Zukunft auf hohe Anlagerenditen angewiesen ist und die Schwellenländer nach Kapital hungern, könnten die Pensionsanlagen der Industriestaaten eine Lösung für diese Probleme darstellen.
Ganz so einfach gestaltet sich die Lösung (vorerst) aber nicht. Erstens müssten die Schwellenländer ihre Kapitalverkehrskontrollen lockern. Zudem hindern regulatorische Vorgaben die Pensionskassen daran, sich in signifikantem Ausmaß an der globalen Diversifikation zu beteiligen. Man sollte ferner nicht alle Eier in ein und denselben Korb legen, da ein potenziell massiver Kapitalzustrom in den Empfängerländern eine Überhitzung auslösen könnte.
Wichtig ist: Wir dürfen unsere Augen nicht einfach vor den Folgen der Bevölkerungsalterung verschließen. Die Politik muss auf dieses Phänomen reagieren. Denn die beschriebenen Trends und kurzfristigen Interessen könnten zu einem explosiven Cocktail werden und die Märkte entsprechend belasten. Jemand muss die Zeche bezahlen. Doch wer?
Fest steht, dass die Bevölkerungsalterung Folgen für die Finanzmärkte hat, die dem Wirtschaftswachstum nicht zuträglich sind. Eine Pflästerchenpolitik, die sich mit vermehrten Staatsausgaben oder Zinssenkungen zu behelfen sucht, kann langfristig nicht nachhaltig sein. Fundamentalere Eingriffe sind vonnöten.
Zwar dürfte sich das Rentenalter erhöhen, außerdem werden wohl zunehmend flexible Beschäftigungsformen zur Norm werden. Dies ist aber kein Freibrief, um angesichts der globalen Alterung einfach abzuwarten.
Das Problem geht über den rein wirtschaftlichen Aspekt hinaus. Es ist eine fundamentale gesellschaftliche Realität, der sich die Regierungen zur Not mit scheinbar radikalen Maßnahmen stellen müssen.
Wohin sollen sich die Anleger wenden, wenn die Attraktivität der traditionellen sicheren Anlagen (Anleihen, Immobilien) nachlässt? Werden die Regulatoren es ihnen tatsächlich ermöglichen, die Chancen der Globalisierung aktiv wahrzunehmen?
Die Zeit wird es weisen. Bis dahin deutet jedoch alles darauf hin, dass das Glück auch in der Frage der globalen Alterung dem Tapferen hilft.

Nun, die demografische Katastrophe fällt leider aus, wenn man denn endlich mal die richtigen Zahlen auf dne Tisch legt: Wie verhält sich die Relation von Erwerbstätigen zu nicht Erwerbstätigen bis 2050? Wie hoch ist der Anteil der Ausgaben für nicht Erwerbstätige am BIP bis 2050? Und wie hoch ist das BIP pro Kopf im Jahr 2050, wenn die Bevölkerung schrumpft, die Wirtschaft aber weiterhin wächst?
Die Lösungen sind schlicht: Lohnerhöhungen in Höhe des Produktivitätsfortschritts, mehr gute Arbeitsplätze und Kinderbetreuungsmöglichkeiten für Frauen und Einbezug weiterer Einkunftsarten in die Sozialsysteme.

Soviel wirtschaftliches Unvermoegen wie in diesen Lesekommentaren ist auch nicht aller Tage zu finden! Unglaublich!

Vergessen wird oft, dass weniger Kinder auch bedeuten, das weniger Personen durchhgefüttert werden müssen. Man könnte die Proportion von Durchgefütterten zu Durchfütternden günstig gestalten (bzw. auf heutigem Niveau halten): Bei Heraufsetzung des Rentenalters müsste man dazu nur entsprechend mehr Leute zu vernünftigen Konditionen beschäftigen. Es könnten schon wenige Arbeits-Jahre mehr pro Person ausreichen, wie sich aus Prognosen für die demografische Entwicklung in den nächsten Jahrzehnten ausrechnen lässt. Wenn das gelingt gibt es kein demografisches Problem bei der Finanzierung der Renten oder des Sozialstaates.






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