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Gastbeitrag: Was Vergreisung für Anleger bedeutet

Die größte Herausforderung für Europa ist die alternde Bevölkerung. Davon ist Bruno Pfister, Vorstandschef des Versicherers Swiss Life, überzeugt. Die Alterung könnte zu einer Misere wie in Japan führen.

Bruno Pfister, Vorstandsvorsitzender des Versicherers Swiss Life. Quelle: dapd
Bruno Pfister, Vorstandsvorsitzender des Versicherers Swiss Life. Quelle: dapd

Mitte der 1950er Jahre erlebte Europa einen Babyboom. Als Spätfolge wird der Anteil der Rentner im Verhältnis zur erwerbstätigen Bevölkerung in naher Zukunft rapide zunehmen. Zwangsläufig wird dies einen Umbruch in der Gesellschaft verursachen, da die Aufwendungen für Altersvorsorge- und Gesundheitsleistungen eine Belastung für die Wirtschaft darstellen.

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Die Folgen dieses Phänomens gehen jedoch weit über die Finanzierung von Altersrenten hinaus. Rentner sind eine dynamische Bevölkerungsgruppe. Sie konsumieren und fällen Investitionsentscheidungen. Je öfter das passiert, desto größer sind die Anstoßeffekte für den Rest der Wirtschaft.

Wie es laufen kann, zeigt sich in den USA. Dort ging der Babyboom zehn Jahre früher los als in Europa. Ablesbar ist dies dann an den Aktienmärkten.

Die Grafik vergleicht das aktuelle nachlaufende S&P500 Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bis Ende 2011 mit einer KGV-Progression auf Basis der Bevölkerungsentwicklung. Sie zeigt, dass sich die Aktienmärkte in den USA im Großen und Ganzen parallel zum demografischen Trend entwickelt haben. Zudem enthält die Grafik eine Prognose der KGV-Entwicklung auf Basis der Bevölkerungsentwicklung. Diese Vorhersage deutet auf einen anhaltenden Trend zu sehr niedrigen Aktienbewertungen hin.

Quelle: Geneva Association
Quelle: Geneva Association


Die Verbindung zwischen der Bevölkerungsentwicklung und dem nachlaufenden KGV zeigt, wie sich die Einstellung der Babyboomer mit dem Ende ihres Berufslebens ändert: Sie veräußern dann in erster Linie ihre risikobehafteten Anlagen, um ihren Ruhestand zu finanzieren.

In Europa altert die Bevölkerung schneller als in Amerika, da sich gleichzeitig auch das Bevölkerungswachstum verlangsamt. In den letzten 20 Jahren wuchs die Bevölkerung der USA neun Mal stärker als in Europa (22,5 Prozent im Vergleich zu 2,5 Prozent). Berechnungen der Vereinten Nationen kommen zum Schluss, dass die Gesamtbevölkerung Europas im Jahr 2020 ihren Höchststand erreicht haben dürfte.

Möglichkeiten bei der Altersvorsorge

  • Betriebliche Altersvorsorge (1)

    Jeder Arbeitnehmer hat das Recht, bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung – 2011 sind das 2640 Euro - steuer- und sozialabgabenfrei in die betriebliche Altersvorsorge einzuzahlen.

  • Betriebliche Altersvorsorge (2)

    Zusätzlich können weitere 1800 Euro lohnsteuerfrei investiert werden. Insgesamt können 4440 Euro in eine Direktversicherung oder eine Pensionskasse fließen. Der Verbreitungsgrad der Betriebsrenten ist in Deutschland noch immer gering. Vor allem bei kleineren und mittleren Unternehmen führt die Betriebsrente noch immer ein Schattendasein.

  • Riester-Rente (1)

    Der Staat bezuschusst die private Altersvorsorge mit Zulagen und Steuervorteilen. Riester-Sparer erhalten derzeit 154 Euro Grundzulage pro Person und 185 Euro für jedes Kind. Für Nachwuchs, der nach 2008 geboren ist, gibt es sogar 300 Euro.

  • Riester-Rente (2)

    Voraussetzung für die volle Förderung ist, dass der Sparer vier Prozent seines jährlichen Bruttolohns einzahlt, wobei bis zu 2100 Euro gefördert werden. Außerdem können Beiträge bis zu dieser Höhe steuerlich geltend gemacht werden. Förderberechtigt sind grundsätzlich Angestellte sowie Beamte und deren Ehepartner.

  • Rürup-Rente (1)

    Die Rürup-Rente richtet sich in erster Linie an Selbstständige. Sparer können einen wachsenden Teil der Einzahlungen von der Steuer absetzen.

  • Rürup-Rente (2)

    Aktuell sind es 72 Prozent, bis 2025 soll der Anteil auf 100 Prozent ansteigen. Pro Jahr sind steuerbegünstigte Einzahlungen von bis zu 20.000 Euro (40.000 Euro für Verheiratete) möglich.

Eine Dämpfung des Wirtschaftswachstums durch das Zusammenspiel von Bevölkerungsalterung und Abnahme der Erwerbsbevölkerung ist die Folge.

  • 25.12.2012, 10:27 UhrBemerkung

    wenn man mehreren Schmarotzern sein Geld übergibt, soll es mehr werden, das scheint mir die größte und unverschämteste Lüge aller Zeiten zu sein.

  • 25.12.2012, 10:46 Uhrrasmus1

    Ein wesentliches Problem ist, dass die verschiedenen Regierungen zu wenig getan haben und tun um den lange absehbaren demographischen Trend wirksam entgegenzuwirken. Grund: Die Politik ist zu kurzfristig an der Wiederwahl orientiert und kümmert sich zuwenig um Langfristthemen.

  • 25.12.2012, 11:06 Uhrmondahu

    @Bemerkung
    Wenn Sie Ihr Geld Schmarotzern übergeben, ganz gleich ob in der eigenen Famile, der Finanz"Industrie" oder dem Staat, dann wundert mich garnichts.
    Verwalten Sie es selbst! Sogar im gegenwärtigen unsicheren Umfeld sind jährlich 10% Rendite nachhaltig erzielbar. Dafür müssen Sie sich jedoch mit der Materie beschä

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