
DüsseldorfVergangenen Dienstag, kurz nach 16, Uhr erreichte die Redaktion von Handelsblatt Online ein geheimnisvoller Anruf. „Razzia“, erklärte der sichtlich aufgebrachte Informant aus der Vertriebsbranche, „die Staatsanwälte haben mein Büro durchsucht – und die Geschäftsstellen anderer namhafter Versicherer und Vertriebe“. Entsprechende Schreiben der Justiz hätte der gestresste Vertreter anzubieten, gegen ein üppiges Informationshonorar. Die Redaktion lehnte ab, das Handelsblatt zahlt grundsätzlich nicht für Tipps aus zweifelhafter Quelle.
Wer sich auf die Spur von Mehmet Göker begibt, muss mit solchen Anrufen rechnen. Göker beschäftigte einst rund 1.400 Mitarbeiter, machte mehr als 60 Millionen Euro Umsatz mit dem Vertrieb von Versicherungen. Vor allem private Krankenpolicen brachte der Mann mit ausgeprägten Sinn für Protz unters Volk. Ein Film über sein Leben – Göker erinnert in Gestus und Habitus eher an einen amerikanischen Gangster-Rapper als an einen sonoren Finanzberater – machten den Rolls-Royce-Fahrer zu einer Kultfigur, nicht nur unter Versicherern, jedoch zu einer zweifelhaften.
In einem Interview sprach Mehmet Göker im Juli 2011 auch über die Versicherer. Die Perspektive nach der Pleite der MEG.
Quelle: Interview mit Klaus Stern, Juli 2011, Türkei, im Bayern-Trikot
„Die Versicherer haben immer bekommen, was sie wollten.“
„Mir hat mal ein hochrangiger Mitarbeiter einer großen deutschen Krankenversicherung gesagt, dass viele Versicherungsvorstände und Mitarbeiter Angst haben, wenn wirklich rauskommt, wie das alles abgelaufen ist."
"Ich habe Schuld, ganz klar, aber es wurde auch vieles - fahrlässig ist vielleicht das falsche Wort, aber..."
„Wissen sie, es gab eine Situation. Da hat die MEG eine Million Euro gebraucht. Bar. Dann gab es von mir einen Anruf bei einem Versicherer, am Telefon. Ich sage Hallo Herr Soundso, ich brauche eine Million Euro bis morgen. Da war ich 29, 30. Da sagt: Ja, ja, okay, ich melde mich in einer Stunde. Ich sage: Gut. Anderthalb Stunden später rufe ich an, nein, eine Stunde später rufe ich an, weil kein Rückruf kam. Ich sage: Was ist denn mit der Million? Sagt er: Was denn? Ist doch vor 50 Minuten raus.“
„Können Sie sich jetzt vorstellen, welches Rad da gedreht wurde? Wie viele Menschen kennen Sie, die Sie mal anrufen und sagen: Ich brauche eine! (zeigt den Daumen) Dann rufen Sie eine Stunde später und sagen: Sie wollten mir doch antworten. Er sagt: Machen Sie doch ruhig, Herr Göker, das Geld ist vor 50 Minuten raus. Zwei Stunden später war es auf dem Konto. Eine!“ (zeigt den Daumen)
„Jetzt hat man vielleicht mal annähernd eine Größenordnung, was damals ablief. Auf Zuruf habe ich von Versicherern Millionen bekommen. Keine Unterschrift. Und einige haben davor natürlich Angst. Ja, ist nicht schön?“
Die Staatsanwaltschaft Kassel jagt den Mann wegen Untreue und Insolvenzverschleppung. Göker war in die Türkei untergetaucht, nach Angaben ihm nahestehender Personen lebte er auch eine Zeit lang in den USA. Die Staatsanwaltschaft macht jetzt ernst, laut eines Berichts des „Spiegel“ durchsuchten 34 Beamte vergangene Woche die Büros von Versicherungsvermittlern und Maklergruppen in sechs Bundesländern.
Die Vertreter stehen unter Verdacht, mit Göker kooperiert und von ihm vermittelte private Krankenversicherungen eingereicht zu haben. Die Adressen sollen laut „Spiegel“ von Gökers insolventer MEG stammen, Göker hätte die Daten nach der Pleite nicht verwenden dürfen. Ein ehemaliger Partner sitze laut Staatsanwaltschaft Kassel bereits in Untersuchungshaft.
Göker hatte sich mit dem Verkauf von privaten Krankenversicherungen verhoben und mehr als 20 Millionen Euro Schulden angehäuft. Seinen Zufluchtsort Kusadasi in der Türkei soll er allerdings nicht nur als Ruhesitzgenutzt haben. Nach „Spiegel“-Informationen wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor, illegal weiterhin in Deutschland Policen vertrieben zu haben. Gökers Anwalt erklärte, diesem Vorwurf bereits „entgegengetreten zu sein“. Die „Auswüchse dieses Ermittlungsverfahrens“ könne er nicht nachvollziehen.
Göker selbst zeigte sich bereits in einem früheren Interview ungnädig gegenüber den Anklagevertretern. „Meiner Meinung nach geht es dabei nur um die Karrieregeilheit von Staatsanwalt Eckhard Töppel. Er ermittelt seit 2006 gegen mich, kann immer noch keine Erfolge dabei vorweisen. Jetzt hat er sich Vincent geschnappt, um seine Karriere zu retten.“ Oberstaatsanwalt und Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel waren für eine Stellungnahme tagelang nicht erreichbar, Allianz und Arag bestreiten, dass es in ihren Außenstellen zu Durchsuchungen kam.

Wenn die Menschen Herrn Göker als Betrüger darstellen und mit Maschmeyer vergleichen, dann frage ich mich:
Welchen Versicherungskunden soll den Herr Göker betrogen haben ....? Ich wünsche mir eine qualifizierte Antwort!
Unqualifizierte Kommentare werden von mir unbeantwortet bleiben!!!!

Ehrlich gesagt...
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Habe ich von Maschmeyer einen sehr ähnlichen Eindruck wie von Göker speziell wenn man sich an die Anfänge des Herrn denkt... Dazu kommt: Strukturvertriebe sind nicht besser als Göker & Co.!
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Bei Strukturvertieben ist IMMER der Kunde der Betrogene während sich die Pyramidenjungs die Hände an den überzogenen Provisionen reiben... und den Pöpel belachen... währen Sie im geleasten Ferrari zum Pool fahren...

Es ist mitunter interessant, alle Meinungen und Aussagen zu verfolgen. Allerdings steckt auch bei einigen unüberlegter Neid in diesen Aussagen. Ich meine hat der Herr Göker Fehler gemacht? Ja! Hat der Herr Göker eine vielleicht nicht nachvollziehbare Art an sich? Ja! War/Ist die Vorgehensweise nicht unbedingt nach "Wunschleitfaden"? Ja, ist sie nicht! Ich kann mich nicht daran erinnern, das die Versicherer zu der Zeit sich beschwert hätten.. Gehören am Ende doch immer 2 dazu.






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