_

Immobilienverzehr: Tausche Eigenheim gegen lebenslange Rente

Klingt doch nicht schlecht, vor allem für Menschen, die nichts vererben wollen oder müssen: Das Eigenheim wird an die Bank verkauft, die dafür eine lebenslange Rente zahlt und außerdem ein lebenslanges Wohnrecht gewährt. Doch was zum Beispiel in den USA selbstverständlich ist, findet hierzulande wenig Widerhall. Banken bieten kaum Produkte zum Immobilienverzehr an.

Immobilienverzehr: In den eigenen vier Wänden wohnen bleiben und eine Rente bekommen. Foto: dpa Quelle: dpa
Immobilienverzehr: In den eigenen vier Wänden wohnen bleiben und eine Rente bekommen. Foto: dpa Quelle: dpa

HB BERLIN. Am Bodensee ist es möglich, das eigene Häuschen in eine lebenslange Rente umzuwandeln. Die gemeinnützige Stiftung Liebenau bietet mit der „Zustifterrente“ ein Modell der Immobilienverrentung an. Dabei verkauft der Eigentümer seine selbst genutzte Immobilie an die Stiftung und erhält dafür ein lebenslanges Wohnrecht plus eine zusätzliche Rente, eine rückwärts gerichtet Hypothek: So wie er das Haus Rate für Rate abbezahlt, so verkauft er es im Rentenalter wieder.

Anzeige

In den Vereinigten Staaten gibt es bereits flächendeckend Angebote, das eigene Haus in ein monatliches Einkommen zu verwandeln, die „Reverse Mortgage“. In Deutschland ist ein solcher Vertrag zurzeit praktisch nur zwischen Privatleuten möglich, Ausnahmen wie die Stiftung Liebenau, mit drei regionalen Sparkassen als Vertriebspartner, bestätigen die Regel. Bisher treten Finanzinstitute wie die HVB Group oder die Sparkassen bei solchen Geschäften allenfalls als Vermittler auf. Auch das Modell „Heim und Rente“ der Dresdner Bauspar hat sich nicht lange am Markt gehalten. Doch das Interesse an dieser Form der Liquiditätserhöhung im Alter steigt. Experten glauben, dass auch hier zu Lande der Markt in den kommenden fünf bis zehn Jahren interessant genug für die großen Institute werden dürfte.

Allerdings stellt das Produkt recht komplexe Anforderungen: „Es muss das Zinsrisiko, die Lebenserwartung und das Immobilienrisiko berücksichtigen“, sagt Ralph Müller von der Deutschen Bank und betont, dass sein Arbeitgeber zurzeit nicht über Produkte nachdenke. Auch unterscheidet sich die Situation in Deutschland und den Ländern, in denen die Immobilienverrentung bereits erfolgreich angeboten wird: „In England und den USA haben sich die Immobilienmärkte steil nach oben entwickelt, wohl auch deswegen ist das Risiko dort niedrig eingeschätzt worden“, sagt Müller. Existierende Produkte klammern das Immobilienrisiko aus: Bei den Angeboten der Sparkassen oder der Hypo-Vereinsbank verkauft der Besitzer seine Immobilie und steckt den Gewinn in eine Rentenversicherung.

„Bisher kommen unsere Kundenumfragen zu dem Ergebnis, dass es keine ausreichende Nachfrage für solche Produkte gibt“, dämpft auch Michael-Dirk Mielich, Leiter Produktmanagement Kredit bei der Commerzbank, die Erwartungen. Doch die Zahl kinderloser Senioren wächst, die ihr Wohneigentum lieber wirtschaftlich verwerten wollen, als es für die Nachfahren aufzusparen. Zudem wird für die Banken die Zielgruppe der Senioren immer wichtiger: Eine Studie der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton prognostiziert, dass sich aufgrund der demografischen Entwicklung und des Vermögensabbaus die Zins- und Provisionsüberschüsse im Privatkundengeschäft der deutschen Banken von 41,6 Mrd. Euro im Jahr 2005 in 40 Jahren um rund ein Viertel verringern sollen. Der Grund: 2050 werden laut der Studie 40 Prozent der Bundesbürger zur Altersgruppe der Über-55-Jährigen gehören. Rentner werden dann verstärkt von ihren Ersparnissen leben müssen. „Das Gewicht verlagert sich weg von Vermögensaufbau und Objektfinanzierung hin zu Vermögensabbau und Absicherung“, sagt Hans Weiss, Geschäftsführer bei Booz Allen Hamilton.

Die Stiftung Liebenau hat bisher gerade ein Dutzend Verträge abgeschlossen. Aber: „Die Nachfrage ist da“, sagt Christoph Sedlmaier von der Stiftung. Allerdings habe die Stiftung einen Vermarktungsvorteil. Schließlich wette der Verkäufer im Grunde auf ein langes Leben, der Käufer halte dagegen. Den Risikoabschlag, den die Stiftung dafür verlangt, verzeihe man ihr leichter als einer Großbank, sagt Sedlmaier. „Unsere Kunden wissen, dass ein möglicher Ertrag aus ihrer Immobilie einem gemeinnützigen Zweck zugutekommt.“

  • Die aktuellen Top-Themen
IPOs: Facebook-Fiasko schreckt weitere Börsenkandidaten

Facebook-Fiasko schreckt weitere Börsenkandidaten

Das Chaos um den Facebook-Börsengang schreckt offenbar weitere Börsenaspiranten ab. Neben US-Firmen überdenkt nun auch die Formel 1 ihre geplante Notierung in Asien, aus Angst vor einer deutlich niedrigeren Bewertung.

Börse New York: Krisen-Angst lähmt Wall Street

Krisen-Angst lähmt Wall Street

Auch die beste Kauflaune der US-Konsumenten seit Jahren half nicht. Die Händler in New York konzentrieren sich auf die drohende Eskalation der Schuldenkrise in der Euro-Zone. Der Dow tauchte vor Handelsschluss nochmals.

Austritt Griechenlands: Heilsamer Schnitt?

Heilsamer Schnitt?

Der Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone ist kein Tabu-Thema mehr. Doch was wären die Folgen? Zunächst einmal großes Chaos, vermuten Experten. Auf lange Sicht aber könnte der Euro gewinnen.

Ratgeber Versicherung

Existenzbedrohende Risiken zu günstigen Beiträgen absichern: Der Handelsblatt-Online-Ratgeber zum privaten Risikoschutz zeigt, welche Policen Versicherte brauchen, wo gefährliche Deckungslücken bestehen und wie Versicherte die Beiträge senken können. Alle Details zu Berufsunfähigkeit, Haftpflicht, Rechtsschutz, Autos usw. Mehr…

  • Renten-Rechner

    Welches Vermögen und welche Sparraten Sie aufbringen müssen, um eine Rentenlücke zu decken.

  • Ratgeber Versicherungen

    Rundum geschützt: Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie sich optimal gegen Risiken absichern

  • Wohnriester-Vergleichsrechner

    Welche Bauspartarife mit Riesterförderung Top sind, zeigt der Vergleichrechner.

  • Immobilien-Wertfinder

    Finden Sie Miete- und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße mit einem interaktivem Tool.

  • Ratgeber Altersvorsorge

    Clever sparen für den Ruhestand: Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie eine solide Altersvorsorge planen.

  • Rendite-Risiko-Radar

    Die Renditen für Aktienindizes, Rohstoffe oder Rentenindizes nach Zeiträumen berechnen.

  • Sparbrief-Rechner

    Die interessantesten Offerten für Sparbriefe mit einer Laufzeit zwischen einem und zehn Jahren.

  • Baugeld-Vergleich

    Die individuell günstigsten Anbieter von Baufinanzierungen im Vergleich.

  • Forward-Darlehen

    Die besten Konditionen für die Anschlussfinanzierung: Bis zu fünf Jahre vor Ablauf der Zinsbindung.

  • Tilgungsrechner

    Der Rechner zeigt, wie die Restschuld bei Baudarlehen sinkt und wie sich Sondertilgungen auszahlen.

  • Eigenheim-Rechner

    Der Rechner zeigt, welche Raten sich Immobilienkäufer bei Kredit leisten können.

  • Auto-Versicherungsvergleich

    Mit dem Auto-Versicherungsvergleich können günstige Versicherungen suchen aund damit ihre Kosten reduzieren.

  • Alle Rechner und Tools

    Übersichtsseite aller Rechner, Vergleiche und Tools für Finanzen, Immobilien, Jobs und vieles mehr.

  • Weitere Tools anzeigen

  • Bausparrechner

    Der Bausparberater hilft den passenden Bausparvertrag zu finden.

  • Finanzierungsplanung

    Der Kassensturz zeigt, wie viel Kredit sich Immobilienkäufer leisten können.

  • Baugeld-Vergleich

    Die individuell günstigsten Anbieter von Baufinanzierungen im Vergleich.

  • Forward-Darlehen

    Die besten Konditionen für die Anschlussfinanzierung: Bis zu fünf Jahre vor Ablauf der Zinsbindung.

  • Wohnriester-Vergleichsrechner

    Welche Bauspartarife mit Riesterförderung Top sind, zeigt der Vergleichrechner.

  • Eigenheim-Rechner

    Der Rechner zeigt, welche Raten sich Immobilienkäufer bei Kredit leisten können.

  • Notar- und Grundbuchrechner

    Die Nebenkosten machen beim Immobilienkauf einige tausend Euro aus. Wie viel Sie zahlen müssen.

  • Tilgungsrechner

    Der Rechner zeigt, wie die Restschuld bei Baudarlehen sinkt und wie sich Sondertilgungen auszahlen.

  • Zinsentscheidung

    Immobilienbesitzer können ausrechnen, ob sie Kredite kurz- oder langfristig festschreiben sollten.

  • Angebotsvergleich

    Niedrige Zinsen sind nicht alles. Vergleichen Sie die Baugeld-Offerten von mehreren Banken.

  • Alle Rechner und Tools

    Übersichtsseite aller Rechner, Vergleiche und Tools für Finanzen, Immobilien, Jobs und vieles mehr.

  • Weitere Tools anzeigen

  • Tagesgeld-Vergleich

    Top-Kondtionen für Tagesgeld, inklusive Gebühren, Einlagensicherung und Abgeltungsteuer.

  • Festgeld-Vergleich

    Der Rechner sucht die höchsten Zinsen für Festgeld für jede Laufzeit und Höhe des Anlagebetrages.

  • Girokonten-Rechner

    Kosten für das Konto ermitteln, inklusive Entgelte für Kreditkarten sowie Dispo- und Guthabenzinsen.

  • Rendite-Rechner

    Der Zins entspricht nicht immer der Rendite. Welche Erträge Anlagen tatsächlich bringen.

  • Ratenkredit-Vergleich

    Die besten Angebote für Ratenkredite vergleichen. Für verschiedenen Bonitätsstufen.

  • Ratgeber Geldanlage

    Die beste Strategie für Ihr Vermögen: Grundlagen, Chancen und Risiken verschiedener Investments.

  • Rendite-Risiko-Radar

    Die Renditen für Aktienindizes, Rohstoffe oder Rentenindizes nach Zeiträumen berechnen.

  • Sparbrief-Rechner

    Die interessantesten Offerten für Sparbriefe mit einer Laufzeit zwischen einem und zehn Jahren.

  • Depot

    Erstellen Sie ein virtuelles Depot, mit dem Sie Ihre Strategie testen und Kursentwicklungen verfolgen.

  • Alle Rechner und Tools

    Übersichtsseite aller Rechner, Vergleiche und Tools für Finanzen, Immobilien, Jobs und vieles mehr.

  • Weitere Tools anzeigen

  • Depot-Contest
Depot-Contest : Wer am meisten aus Geld macht

Wer am meisten aus Geld macht

Welcher Vermögensverwalter ist der beste? Finden Sie es heraus: Wir lassen 30 Profis beim DAB-Depot-Contest gegeneinander antreten.

  • Video

Börsen-News Börse Frankfurt am Abend

Der deutsche Aktienmarkt hat zum Wochenausklang eine Achterbahnfahrt hingelegt. Neue Probleme im hoch verschuldeten Spanien wirkten sich belastend auf das Handelsgeschehen aus.