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Krankenversicherung: Wer die PKV krank macht

Kassen, Linke, Grüne und die SPD - das sind die Erzfeinde der privaten Krankenversicherer. Doch die Branche hat viel mehr Gegner. Wer die Anti-PKV-Kampagne befeuert, gerne mitstichelt und gerne mal Bärendienste erweist.

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Mehmet Göker (Verkäufer): Ein Versicherungsvertreter blamiert die PKV

Der Film "Versicherungsvertreter" hat das Image der Privaten Krankenversicherung in Deutschland ruiniert. Der Filmemacher Klaus Stern drehte das Dokumentarstück. Er sagt über den Verkäufer von privaten Krankenversicherungen, Mehmet Göker:

"Er schreit und übt Druck aus, um seine Leute gefügig zu machen. Das Prinzip Mehmet ist Einschüchterung. Manche sagen, es war eine Sekte. Ohne den Führer hätte es den Laden nicht gegeben. Und irgendwann wollte er den größten Finanzvertrieb der Welt haben, wie er im Film sagt. Anscheinend geht so was nicht mit Ringelpiez.

Sie meinen auch den Druck, den Versicherungen immer mehr Abschlüsse zu liefern, um mehr Provision zu kassieren.

Stern: Bei MEG haben sicher einige gute Verkäufer gearbeitet. Aber es gehört auch die andere Seite dazu, die Versicherungsfirmen als Auftraggeber. Die haben den Stoff, also die enormen Provisionen geliefert. Das wirft für die Branche Fragen auf. Selbstkritik bei den Versicherungen habe ich aber noch nicht gehört. Bezeichnend: Keine Versicherung wollte vor die Kamera."

Die Firma MEG ist 2009 pleite gegangen. Göker und die MEG lösten Änderungen am Provisionssystem in der Branche aus. Der begnadete Verkäufer gilt vielen nun als schwarzes Schaf der Branche. Er selbst sieht weiter Chancen im Verkauf von privaten Krankenversicherungen. Dafür braucht er Leute, die ihr bisheriges Leben hinter sich lassen und vor allem einen Wunsch haben: schnell reich zu werden. "Vier Jahre braucht ein Verkäufer, um an meiner Seite Millionär zu werden", ist einer der Sprüche, durch die er bekannt wurde.