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Diskussion: Kommentare zu: Lifting für die Riester-Rente

Oliver Stock, Chefredakteur Handelsblatt Online

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Oliver Stock
Chefredakteur Handelsblatt Online
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  • 08.02.2013, 11:02 UhrKommissar

    Wir brauchen keine stärkere Förderung der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung, sondern endlich mal ein Durchgreifen des Aufsichtsamtes bei der Überprüfung der völlig überzogenen Annahmepolitik!!!

    Heute kommt praktisch kein Kunde mehr ab 35 Jahren in eine BU ohne verhängnisvolle Ausschlussklausel, wenn sie/er die Gesundheitsfragen WIRKLICH EHRLICH beantwortet und auch Kleinigkeiten angibt.

    Der Verbraucherschutz soll sich um die wirklich wichtigen Fakten kümmern und sich nicht ständig aufplustern, wenn ein Berater für seine Beratungsleistung entlohnt wird.

    Es sind keineswegs nur Betrüger in der Finanzberatungsbranche unterwegs, um das mal klarzustellen.

    • 08.02.2013, 13:27 UhrParteienfinanzierungGesichert

      Gute Arbeit der Finanzlobby. Alles schön kompliziert machen damit der Beratungsbedarf steigt. Danke Politik.

    • 15.02.2013, 18:51 Uhrhermann.12

      In diesem Falle muss ich Ihnen widersprechen. die Komplexität des Themas geht allein auf das Konto der Politik. die Finanzwirtschaft ist hier genauso Opfer Schröder´scher Geldeintreibepolitik wie die Verbraucher.
      Freilich können und müssen die Unternehmen die Nachteile an ihre Kunden weitergeben. Das können sie, weil sie am längeren Hebel sitzen und das müssen sie, weil sie sich nicht leisten können Verlust zu machen.
      Der Staat kann das Rad allerdings nicht mehr zurückdrehen. die Schröder´sche Politik hat uns mehr Anspruchsteller beschert, die ohne Abschöpfungen bei der Altervorsorge nicht mehr finanzierbar wären.
      Wer streicht, macht sich unbeliebt und verliert Wahlen.

      Aber gerade Rürup und Riester sind politische Produkte die von Anfang an zu teuer und zu bürokratisch waren. Deshalb wurden sie auch von der Finanzwirtschaft abgelehnt und blieben zunächst Ladenhüter.
      Als aber das Neugeschäft der Versicherer einbrach weil die höhere Besteuerung der Lebensversicherung diese unattraktiv machte und der Staat Provisionsanreize schuf, blieb der Finanzwirtschaft kaum eine andere Wahl als das politische Gewollte an den mann zu bringen.

      Ich selbst habe seit den Schröderschen Reformen kaum noch Lebensversicvherungen verkauft. Mittlerweile bin ich ganz aus dem markt ausgestiegen, weil die Wahl nur lautet: entweder diesen Dreck anzubieten und dazu gut Wetter beim Kunden zu machen oder gar kein Geschäft.
      Letzteres können sich weder Vertrieb noch Unternehmen leisten.

      Beschweren sie sich also bei den Richtigen, den moralisierenden Abzockern von Links, die uns den mist eingebrockt haben.

      H.

  • 08.02.2013, 11:09 UhrRDA

    Wir Steuerzahler fragen uns immer noch, warum Länder wie Norwegen und Schweden die Kapitaldeckung per Staatsfonds organisieren. Ein Großteil der Riesterkosten landet doch in den Verwaltungs- und Vertriebskosten der privaten Versicherer.

    Spannend ist auch die Frage, warum Altersvorsorgebeiträge zur Rentenversicherung nur anteilig als Sonderausgaben zählen, die Entgeltumwandlung für die betriebliche Altersvorsorge sowie die Riesterzahlungen jedoch in voller Höhe.

    Und wir fragen uns schließlich, ob denn die Experten Rürup, Raffelhüschen, Miegel, Riester alle mit ihrem Privatvermögen und ihren Pensionen haftbar sind, wenn sich Deckungsstöcke im Zuge von Inflation, asset meltdowns, Währungskrisen oder Insolvenzen in Luft auflösen.

    • 15.02.2013, 19:02 Uhrhermann.12

      Es gibt und gab nur einen Grund für die teilweise steuerliche Anrechnung. Sie hätte steuerliche Mehreinnahmen verhindert, die man ja gerade durch Kürzung der Leistung der gesetzlichen Rentenversicherung und Besteuerung der klassischen Lebensversicherung erzielen wollte.
      Dem deutschen Michel muss man nur ein paar Beispiele von Profit Wohlhabender unter die Nase halten und schon lässt er sich ausnehmen wie eine Weihnachtsganz.
      Und praktischerweise kann man denen auch noch dafür die Schuld geben.
      Wir verlieren unseren Wohlstand langsam aber sicher aus purer Dummheit. Es reicht ein Sozialneid zu schüren um als sozial zu gelten.

      H.

  • 08.02.2013, 11:22 Uhraufgepasst5

    @Kommissar: Sie haben natürlich recht, es gibt gute und schlechte. Aber in meinem Riester Verkaufs (!) Gespräch (eines führenden Maklers) wurden die Provisionen definitiv unrichtig dargestellt (leider war damals kein Geprächsprotokoll pflicht), daher hätte ich bei korrekter Darstellung den Vertrag nicht abgeschlossen. Und wie mir geht es vielen. Zudem weigert sich der Riester-Anbieter, ein Marktführer in diesem Bereich, mich in kostengünstige Fonds umschichten zu lassen - daher ist auch hinsichtlich der Kundenfreundlichkeit oder Kundenbindung "Ebbe" angesagt. Zudem sollte man gut überlegen, ob man sein Geld in eine indirekte Staatsverwaltung gibt, denn der R-Vertrag ist attraktiv aufgrund steuerlicher Umstände (und selten "vor Steuern"). Wenn daher eine Regierung in 20 Jahren auf die Idee kommt "wir machen alles wieder anders" und man auf das Geld angewiesen ist, dann kann das ganze schnell nach hinten los gehen. Sollten Enteignungsexperten wie die Linke oder die SPD dann zufällig an der Macht sein, so wird die Rente evtl. einfach faktisch beschlagnahmt (das geht natürlich über "Umwege" heisst dann Solidarbeitrag, ist als Steuer getarnt oder ähnlich), wenn man ggf. noch anderes Vermögen aufgebaut hat, dann ist die Rente "weg". Denn das Problem der Alterspyramide ist ungelöst und "wer hat", der muss bezahlen..... (wer sonst?)

    • 08.02.2013, 11:47 UhrKommissar

      @aufgepasst5

      Sie haben Recht, allerdings trifft die drohende Enteignung ja praktisch jeden Vermögenswert, der erfassbar ist (also nicht im Garten vergraben...).

      Was diese Provisionsdebatte angeht:

      Für den Verbraucher ist doch alleine eins wichtig:
      Wieviel Euros aus meiner eigenen Sparleistung kommen letztendlich dem Sparvorgang effektiv zu Gute?

      Nehmen wir an, wir haben 2 Versicherer:

      Der eine vertreibt seine Produkte über Vermittler und zahlt für einen Riester-Sparvertrag beispielsweise 500 € Provision. Dafür verzichtet er weitgehend auf Werbung, teure Agenturnetze und einen Beraterstab im Innendienst.

      Der andere positioniert sich als Direktversicherer und vertreibt seine Produkte ohne zwischengeschaltete Vermittler. Er spart zwar 500 €, muss aber dafür seinen Vertrieb durch teure TV-Werbesports, aufwendige Online-Präsentationen und Apps sowie Werbeanzeigen ankurbeln.

      Welcher Vertriebsweg nun günstiger ist, kann nicht pauschal beurteilt werden.

      Fakt aber ist doch:

      Für den Verbraucher ist doch alleine wichtig, ob von seinen 100 Euro Sparleistung 90 Euro, 95 Euro oder 98 Euro seiner Altersversorgung zu Gute kommen!

      Sowas wird auch 'Reduction-In-Yield ('RIY') bezeichnet und diese Methode alleine hilft dem Verbraucher wirklich.

      Solange der Verbraucherschutz als ideologische Neiddebatte geführt wird, kommt am Ende nur nutzlose Bürokratie raus, die keinem Verbraucher wirklich hilft.

    • 08.02.2013, 12:13 Uhraufgepasst5

      @kommissar: Ja, aber... : zum einen sind Geld oder Aktien fungibel: man kann damit auch ins Ausland ziehen, wenn einem danach ist. Selbst bei Immobilien kann man "Kasse machen". Das wird beim R-Vertrag schwierig: selbst wenn es einen Zweitmarkt gäbe, würden die Preise sicherlich sehr niedrig sein, da eine gesetzliche Regelung hier eingepreist würde. Das gilt zwar auch für inl. Immobilien, da spielen aber andere Faktoren auch eine Rolle - da wird für einen Markt mehr Liquidität vorhanden sein.
      Was die Provision angeht: mit einer angemessenen Provisionierung bin ich einverstanden, jeder soll von seinem Beruf (gut) leben können. Mit 2 Jahresbeiträgen (!) fast vollständig vorweg (!) als Provisionssatz plus (!) laufende überhöhte Kosten (selbst für Einzug des Beitrages wird Geld verlangt), die mir nicht sauber offen gelegt wurden, bin ich allerdings NICHT einverstanden. Das Geld ist mit 4% Provisionssatz viel zu leicht verdient und diese Kosten sind Renditekiller. Und mit solchen Regelungen werde ich auch nie einverstanden sein. Angemessen wäre: Im Grundsatz: Honorarberatung. Punkt. D.h. keine Provision oder Durchreichnung an den Kunden. Aber das dauert noch 5-10 Jahre, bis sich das durchsetzt. Also derzeit Provision: 1,5% max. (dezeit sind das tendenziell 4!) auf den Vertrags-Gesamtwert, davon 0,5% bei Abschluss und 1,0% auf 10 Jahre gleichmäßig verteilt wären mE angemessen für die Dienstleistung. Vertragswechsel kann man regeln (und dies sollte auch zu einem Verlust der Provision bei dem Erstverkäufer führen, denn nur wer unzufrieden ist, wechselt).

    • 08.02.2013, 11:51 UhrPhilosoph

      Genau aus dem Grund ist Wohn-Riester die "einzig gescheite" Lösung. Zum ersten sind die Kosten sehr gering und transparent (beim Ansparen die Abschlussgebühr für einen BSV) oder fallen quasi gar nicht an (bei einem Baudarlehen mit Riester-Förderung).

      Fonds sind so eine Sache... läuft der Kapitalmarkt gut, gibt's ordentliche Renditen. Aber im Moment? Inflation 2,5%, DAX fast 8000 (wer hoch steigt, fällt tief...) Umlaufrendite 1,3%...?? Ich weiß nicht!

      ...und Versicherungen sind eh tot! Da füttere ich nur die Versicherungsvertreter! Rendite knapp über Inflation, wahnsinnige Gebühren (hab schon von 9%(!!) auf jede Einzahlung gelesen) - KÄSE!

      Die eigene Immobilie ist attraktiver! Jetzt schon wohnen (wer weiß, was Morgen ist...), Wertsteigerungen des Objekts deutlich über Inflation (in Großstädten sogar 2stellige prozentuale Steigerungen...) zzgl. Zinsvorteil beim schnelleren Entschulden...!

      Und: Was ich habe, habe ich erst mal! Klingt blöde, is aber so! Ob der Staat mir mit 67 dann noch was wegnehmen will (irgendwelche "Steuern"), juckt mich jetzt erst mal nicht... - schließlich kann ich die Wohnung später auch verkaufen und mein Altenteil in Spanien genießen....!

      Übrigens: "Zaudern" kann man immer... - dann sollte man auch z. B. keine Auto fahren - wer weiß, ob der Liter Benzin Morgen nicht 5,- EUR kostet???

    • 08.02.2013, 12:13 UhrKommissar

      Der von Ihnen bevorzugte 'Wohn-Riester' ist aber leider fast nur in Form von vorfinanzierten Bausparlösungen vertreten. Und dabei handelt es sich, insbesondere in Verbindung mit der Riester-Förderung, um ein hochkomplexes Modell, was nur mit einem Zahlungsstrommodell mathematisch korrekt nachgerechnet werden kann. Der in einem Bauspar-Vorausdarlehensmodell ausgewiesene effektive Jahreszins ist nämlich eine Farce, weil der Zinsmargenverlust in der Ansparphase nach PAngV nicht ausgewiesen muss.

      Soviel zum Thema Transparenz.

      Hauptsache ich sehe als Verbraucher, was der Vertreter verdient (und nicht einmal das korrekt, weil oft die ausgewiesenen Vetriebskosten gar nicht 1:1 beim Berater ankommen). So ein Schwachsinn!! Wo sehe ich die Handelsmarge des Discounters - nirgendwo! Dabei ist auch diese handelsmarge ein Kostennachteil für mich als Verbraucher.

      Was wirklich an GESAMTKOSTEN in meinem Produkt drinsteckt, da versagt der Verbraucherschutz seit Jahren zum Schaden der Verbraucher.

      Ansonsten stimme ich Ihnen zu. Der Wohnriester ist die beste Form der Riester-Vorsorge. Aber es soll Menschen geben, die, aus welchen Gründen auch immer, kein Wohneigentum möchten oder sich bereits in einer ungeförderten Finanzierung befinden, die, zumindest bisher, nicht mehr nachträglich 'geriestert' werden kann.

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