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Lifting für die Riester-Rente

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Was der neue Wohn-Riester bringt

Allerdings erhebt schon heute kaum ein Anbieter mehr. Und dass der neue Anbieter erneut Abschlusskosten verlang, ist nach bisherigem Stand auch nicht unzulässig. Da fällt schnell sehr viel mehr an Kosten an. Im Vergleich zu den laufenden Kosten, vor allem bei Riester-Rentenversicherungen und -Fondssparplänen, fallen die Einmal-Wechselkosten sowieso kaum ins Gewicht.

Wie diese laufenden Kosten begrenzt werden sollen, ist offen. Ein Gutachten soll Lösungsansätze aufzeigen. Verbraucherschützer halten schon die geplante Kostentransparenz für Augenwischerei. Da mehrere Kostenkennzahlen zum Einsatz kommen sollen, wären Kunden mit dem Vergleich überfordert.

Was kostet und was bringt der Wohn-Riester?

  • Varianten

    Den Wohn-Riester nutzen Anleger meistens über eine Bausparkasse oder eine Bank, indem sie einen Bausparvertrag oder ein Baudarlehen abschließen.

    Quelle: Finanztest

  • Produkte

    Der Bausparvertrag hat in einer Sparphase einen niedrigen Zins, später kann man jedoch einen günstiges Darlehen aufnehmen.
    Egal ob der Anleger einen Baukredit über eine Bank oder eine Bausparkasse aufnimmt, die Riester-Förderung fließt in die Tilgung.

  • Zielgruppe

    Ein Bausparvertrag ist interessant für Anleger, die für sich selbst später eine Immobilie kaufen wollen. Wer dagegen sofort ein Haus kaufen oder bauen will, nimmt ein Baudarlehen.

  • Rendite

    Bausparverträge werden niedrig verzinst, zwischen 0,5 und 1,5 Prozent. Es werden zudem Gebühren abgezogen. Dafür kann der Kunde ein günstiges Darlehen aufnehmen, wenn er bauen oder modernisieren will.
    Das Baudarlehen hat einen großen Vorteil: Weil die Förderung in die Tilgung fließt, urteilt Finanztest: „Kein anderer Riester-Sparvertrag bringt eine so hohe sichere Rendite!“

  • Kosten

    Bausparkassen verlangen eine Abschlussgebühr von einem Prozent der Bausparsumme; dazu kommen je nach Tarif Kontogebühren. Neben den Darlehenszinsen fallen unter Umständen auch noch Gebühren an.
    Bei Hypothekenkrediten verlangen Banken dagegen nur vereinzelt Bearbeitungs- und Kontogebühren oder Gebühren für die Wertermittlung.

  • Garantien

    Der Bausparvertrag garantiert für die gesamte Spar- und Darlehensphase die Zinsen.
    Das Baudarlehen beinhaltet eine Zinsgarantie während einer vereinbarten Periode. Bei manchen Kreditarten ist das auch über die gesamte Laufzeit möglich.

  • Flexibilität

    Der Bausparvertrag bietet flexible Sparraten in der Sparphase, es gibt zudem Wahlrechte vor oder zu Beginn des Darlehen. Er ist nur für die spätere Eigenheimfinanzierung geeignet. Wer kein Darlehen aufnimmt, hat einen schlecht verzinsten Sparvertrag.
    Beim Hypothekenkredit kann der Anleger die Zinszahlungen nicht aussetzen und die Tilgung höchstens auf ein Prozent senken. Sondertilgungen können vereinbart werden, genauso wie unterschiedliche Raten.

  • Planbarkeit

    Beim Bausparvertrag steht der Zinssatz für Darlehen bei Vertragsbeginn fest. Wann das Darlehen ausgezahlt wird, sichern die Bausparkassen dagegen nicht fest zu. Wenn Bau- oder Kaufpläne konkret werden, muss der Vertrag daher vielleicht angepasst werden.
    Beim Baudarlehen hat der Kunde eine große Sicherheit, wenn er eine lange Zinsbindung wählt. Solange man Kreditraten zahlen kann, muss man sich in dieser Zeit nicht um den Vertrag kümmern. Das Riester-Darlehen darf nur bis zum 68. Lebensjahr laufen. Ab Beginn der Rente muss die Riester-Förderung versteuert werden.

     

Wohn-Riester

Der Wohn-Riester galt als bürokratisches Monster, ist mittlerweile aber zum Favoriten unter den Riester-Varianten geworden. Im dritten Quartal 2012 schlossen 70 Prozent der Riester-Neukunden einen solchen Vertrag ab. Vor allem die Kreditvariante gilt als äußerst lohnend.

Hier können Eigentümer einer selbstgenutzten Immobilie mit ihren Riester-Sparraten einen aufgenommenen Kredit abzahlen. So tilgen sie den Kredit deutlich schneller und haben oft einen Vorteil von mehreren Tausend Euro im Vergleich zu einem ungeförderten Immobilienkredit.

Altersvorsorge So „riestern“ Sie richtig

Bei der Riester-Rente gehen die Meinungen der Experten weit auseinander; das verunsichert die Verbraucher zutiefst. Eine Analyse über Fallen, Tücken und Vorteile der Riester-Rente - und für wen sie sich wirklich lohnt.

Obwohl Wohn-Riester ohnehin schon beliebt und lohnend ist, bringen die geplanten Änderungen hier den größten Vorteil. Bislang konnten Riester-Kunden Geld aus einem bestehenden Sparvertrag (etwa einem Riester-Banksparplan oder Riester-Fondssparplan) nur bei Bau oder Kauf der Immobilie oder zu Rentenbeginn aus dem Vertrag nehmen und es für die Immobilienfinanzierung einsetzen.

Künftig soll das jederzeit, also auch bei einer laufenden Finanzierung, möglich sein. Das steigert die Flexibilität. Finanziell attraktiver wird Wohn-Riester weil die Steuerregeln überarbeitet werden. Anders als bei den Sparvarianten fließt bei Wohn-Riester später ja keine Rente, der Riester-Kreditkunde erspart sich nur die sonst anfallende Miete.

So rechnet sich der Wohn-Riester für Familien

  • Musterrechnung für viele Kinder

    Diese Rechnung gilt für ein junges Paar mit drei Kindern (Geburtstage: 2002, 2006, 2009). Obwohl das Darlehen deutlich kleiner ausfällt als in den vorigen Vergleichen, ist der Preisvorteil beinahe ebenso hoch. In diesem Fall geht der Ehemann in 29 Jahren in Rente, seine Frau in 27 Jahren. Die Rechnung gilt für ein Darlehen in Höhe von 175.000 €, der Kaufpreis lag bei 250.000 €, die Zinsbindung beträgt 20 Jahre. Beim Wohnförderkonto wird das Modell mit 30% Rabatt verwendet. Das Bruttoeinkommen wird um 50% reduziert und das Ergebnis mit diesem neuen Steuersatz errechnet.

  • Gemeinsames Einkommen: 108.000 €

    Der Vorteil der staatlichen Förderung beträgt bei der kinderreichen Familie mit niedrigerer Darlehenssumme 29.500 €. Neben den Zuschüssen schlägt auch der Steuervorteil zu Buche. Das Familieneinkommen teilt sich wie folgt auf: Der Mann verdient 60.000 €, die Frau 48.000 € brutto.

  • Gemeinsames Einkommen: 84.000 €

    Der Vorteil der staatlichen Förderung beträgt in diesem Falle 21.350 € Das Familieneinkommen teilt sich wie folgt auf: Der Mann verdient 48.000 €, die Frau 36.000 € brutto.

  • Gemeinsames Einkommen: 54.000 €

    Der Vorteil der staatlichen Förderung beträgt 16.700 €. Das Familieneinkommen teilt sich wie folgt auf: Der Mann verdient 30.000 €, die Frau 24.000 € brutto.

  • Gemeinsames Einkommen: 46.000 €

    Der Vorteil der staatlichen Förderung beträgt 19.800 €. Das Familieneinkommen teilt sich wie folgt auf: Der Mann verdient 28.000 €, die Frau 18.000 € brutto.

  • Musterrechnung für ein älteres Paar

    Diese Musterrechnung ist für ein Paar, das in 23 Jahren in Rente geht. Das Kind ist vier Jahre alt, Steuern und Darlehenskonditionen sind identisch mit dem Beispiel einer jungen Familie (s.o.). Auch hier liegt der Kostenvorteil im fünfstelligen Eurobereich.

  • Gemeinsames Einkommen: 108.000 €

    Der Vorteil der staatlichen Förderung beträgt 31.600 €. Neben den Zuschüssen schlägt auch der Steuervorteil zu Buche. Das Familieneinkommen teilt sich wie folgt auf: Der Mann verdient 60.000 €, die Frau 48.000 € brutto.

  • Gemeinsames Einkommen: 84.000 €

    Der Vorteil der staatlichen Förderung beträgt in diesem Falle 22.300 €. Das Familieneinkommen teilt sich wie folgt auf: Der Mann verdient 48.000 €, die Frau 36.000 € brutto.

  • Gemeinsames Einkommen: 54.000 €

    Der Vorteil der staatlichen Förderung beträgt 13.400 €. Das Familieneinkommen teilt sich wie folgt auf: Der Mann verdient 30.000 €, die Frau 24.000 € brutto.

  • Gemeinsames Einkommen: 46.000 €

    Der Vorteil der staatlichen Förderung beträgt 16.650 €. Das Familieneinkommen teilt sich wie folgt auf: Der Mann verdient 28.000 €, die Frau 18.000 € brutto.

  • Musterrechnung für ein jüngeres Paar

    Eine Musterrechnung für ein junges Paar mit einem drei Jahre alten Kind zeigt, welchen Vorteil die staatliche Förderung in Euro bringt. Beide Partner sind 37 Jahre alt. Der Ehemann geht in 30 Jahren in Rente, seine Frau in 28 Jahren. Die Rechnung gilt für ein Darlehen in Höhe von 250.000 €, der Kaufpreis lag bei 300.000 €, die Zinsbindung beträgt 15 Jahre. Beim Wohnförderkonto wird das Modell mit 30% Rabatt verwendet. Das Bruttoeinkommen wird um 50% reduziert und das Ergebnis mit diesem neuen Steuersatz errechnet.

  • Gemeinsames Einkommen: 108.000 €

    Der Vorteil der staatliche Förderung beträgt rund 31.000 €. Neben den Zuschüssen schlägt auch der Steuervorteil zu Buche. Das Familieneinkommen teilt sich wie folgt auf: Der Mann verdient 60.000 €, die Frau 48.000 € Brutto.

  • Gemeinsames Einkommen: 84.000 €

    Der Vorteil der staatliche Förderung beträgt in diesem Falle 23.250 €. Das Familieneinkommen teilt sich wie folgt auf: Der Mann verdient 48.000 €, die Frau 36.000 € Brutto.

  • Gemeinsames Einkommen: 54.000 €

    Der Vorteil der staatliche Förderung beträgt 13.800 €. Das Familieneinkommen teilt sich wie folgt auf: Der Mann verdient 30.000 €, die Frau 24.000 € Brutto.

  • Gemeinsames Einkommen: 46.000 €

    Der Vorteil der staatliche Förderung beträgt 14.900 €. Das Familieneinkommen teilt sich wie folgt auf: Der Mann verdient 28.000 €, die Frau 18.000 € Brutto.

Da auch Wohn-Riester-Verträge aber erst im Ruhestand besteuert werden, muss hier eine fiktive „Rentenzahlung“ besteuert werden. Dazu werden alle laufenden Zahlungen bis zum Ruhestand, also die Kreditraten (sowohl eigene Zahlungen als auch staatliche Zulagen), auf einem fiktiven Steuerkonto festgehalten („Wohnförderkonto“). Bislang wurde der Stand dieses fiktiven Kontos jährlich mit zwei Prozent verzinst. Künftig soll es nur noch mit einem Prozent verzinst werden.

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  • 15.02.2013, 19:02 Uhrhermann.12

    Es gibt und gab nur einen Grund für die teilweise steuerliche Anrechnung. Sie hätte steuerliche Mehreinnahmen verhindert, die man ja gerade durch Kürzung der Leistung der gesetzlichen Rentenversicherung und Besteuerung der klassischen Lebensversicherung erzielen wollte.
    Dem deutschen Michel muss man nur ein paar Beispiele von Profit Wohlhabender unter die Nase halten und schon lässt er sich ausnehmen wie eine Weihnachtsganz.
    Und praktischerweise kann man denen auch noch dafür die Schuld geben.
    Wir verlieren unseren Wohlstand langsam aber sicher aus purer Dummheit. Es reicht ein Sozialneid zu schüren um als sozial zu gelten.

    H.

  • 15.02.2013, 18:55 Uhrhermann.12

    Die Stiftung Warentest hat keine Ahnung von Finanzprodukten. Sie kann gerade mal Preise vergleichen. das reicht bei so komplexen Produkten aber eben nicht.
    anders als bei physischen Produkten ist hier mit Hochschulwissen nichts zu erreichen.
    Das begreifen die aber nicht.

    H.

  • 15.02.2013, 18:51 Uhrhermann.12

    In diesem Falle muss ich Ihnen widersprechen. die Komplexität des Themas geht allein auf das Konto der Politik. die Finanzwirtschaft ist hier genauso Opfer Schröder´scher Geldeintreibepolitik wie die Verbraucher.
    Freilich können und müssen die Unternehmen die Nachteile an ihre Kunden weitergeben. Das können sie, weil sie am längeren Hebel sitzen und das müssen sie, weil sie sich nicht leisten können Verlust zu machen.
    Der Staat kann das Rad allerdings nicht mehr zurückdrehen. die Schröder´sche Politik hat uns mehr Anspruchsteller beschert, die ohne Abschöpfungen bei der Altervorsorge nicht mehr finanzierbar wären.
    Wer streicht, macht sich unbeliebt und verliert Wahlen.

    Aber gerade Rürup und Riester sind politische Produkte die von Anfang an zu teuer und zu bürokratisch waren. Deshalb wurden sie auch von der Finanzwirtschaft abgelehnt und blieben zunächst Ladenhüter.
    Als aber das Neugeschäft der Versicherer einbrach weil die höhere Besteuerung der Lebensversicherung diese unattraktiv machte und der Staat Provisionsanreize schuf, blieb der Finanzwirtschaft kaum eine andere Wahl als das politische Gewollte an den mann zu bringen.

    Ich selbst habe seit den Schröderschen Reformen kaum noch Lebensversicvherungen verkauft. Mittlerweile bin ich ganz aus dem markt ausgestiegen, weil die Wahl nur lautet: entweder diesen Dreck anzubieten und dazu gut Wetter beim Kunden zu machen oder gar kein Geschäft.
    Letzteres können sich weder Vertrieb noch Unternehmen leisten.

    Beschweren sie sich also bei den Richtigen, den moralisierenden Abzockern von Links, die uns den mist eingebrockt haben.

    H.

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