Diskussion: Kommentare zu: Immer mehr Mitglieder zahlen keine Beiträge

Oliver Stock, Chefredakteur Online

Liebe Leserinnen und Leser,

Wir freuen uns auf Ihren Kommentar. Gerne kritisch. Gerne auf den Punkt - von mir aus kurz und schmerzhaft. Auch Lob würden wir annehmen. Am meisten freuen wir uns, wenn Sie zu Ihrer Meinung mit Ihrem wirklichen Namen stehen. Wir möchten wissen, mit wem wir diskutieren, und Sie möchten wahrscheinlich auch wissen, mit wem Sie sich auseinandersetzen. Wir glauben, dass es zu einem fairen Umgang miteinander im Netz gehört, sich offen gegenüberzutreten. Dafür steht die Handelsblatt-Online-Redaktion. Dafür stehe ich.

Ihr
Oliver Stock
Chefredakteur Handelsblatt Online

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  • 28.01.2012, 13:27 UhrAnonymer Benutzer: Beitragsgefaengnis-PKV

    2009 startete die Versicherungspflicht für die Klientel der PKV.
    Zur Generierung von Marktanteilen warben Versicherungen wie die CENTRAl mit irreal niedrig kalkulierten Einsteigertarifen um die
    neue Kundschaft.
    Waren die Kunden ersteinmal eingegattert, verdoppelten sich die dann umkalkulierten Preise ( etwa im Tarif KEH750) binner dreier Jahre ( wenn man die konstante Pflegeversicherung herausrechnet).
    Die Versicherungen nutzen dabei die Webfehler der Gesundheitsreform. Diese sieht einseitug für Kunden eine Versicherungspflicht vor, während Versicherungsanbieter Kunden nahezu alle Tarife verweigern können - bis auf einen dramatisch schlechten und teuren "Basistarif".
    Diese ungleiche Marktmacht ist eine Einladung zu Beitragssteigerungen, denen man sich nicht - wie in der Vergangenheit- durch Nichtversichertsein entziehen kann.
    Die Folgen sind überall zu sehen. Nur eines kann den Beitragshunger der (bei Bestandskunden) faktisch wettbewerbsfreien PKV stoppen:
    Deren Abschaffung oder das niederländische Model


  • 28.01.2012, 22:02 UhrAnonymer Benutzer: Profit

    "Moral Hazard" (keine Zahlung entsprechend Risikoklasse, aber Leistung)zerstört jede Versicherungsphilosophie (Zahlung entsprechend Risikoklasse gegen Leistung). Damit entsteht ein selbstzerstörerischer Zitronenmarkt, der hier allerdings nicht wie im berühmten Ökonomie-Aufsatz von Akerloff in einer Informationsasymmetrie, sondern im Gesetzgeber (!) selbst seine Begründung hat. Die privaten Vollversicherten merken es an überproportional steigenden Beiträgen, so daß die Gesündesten besser damit "fahren", auszutreten (bzw. erst gar nicht einzutreten) und das Risiko (teilweise) selbst zu tragen; das kann z.B. auch in einer Kombination aus "AOK + Cash" bestehen. Das führt wiederum in einem Zweitrundeneffekt zu weiteren Prämiensteigerungen, und eine Spirale der völligen Zerstörung des Systems entsteht. Warum klagt die Versicherungswirtschaft nicht in Karlsruhe? Sieht sie nicht ihren eigenen Tod kommen?

    • 29.01.2012, 13:18 UhrAnonymer Benutzer: Zitrone

      @profit: Exzellenter Beitrag. Ich bezweifle allerdings, daß es in Deutschland mehr als 50 Personen gibt, die Akerloff kennen und wissen, was es mit den Zitronen auf sich hat. Insofern wird es vermutlich genau so kommen, wie von Ihnen prognostiziert.

  • 26.02.2012, 11:31 UhrAnonymer Benutzer: aura47

    Privat Krankenversicherte boykottiert und sabotiert die Prämienorgien der privaten Krankenversicherer.
    Werdet Nichtzahler und organisiert euch!!!
    "Nichtzahlen" der PKV-Prämien ist das einzige Mittel im Kampf gegen Abzocke und Missmanagement durch die privaten Versicherer und der verfehlten Lobbypolitik für die Gesundheitsmafia von Schwarz, Gelb, Rot und Grün.
    Privat Krankenversichert bedeutet generell unkalkulierbare Beitragentwicklung und ab den 55. Lebensjahr.
    Zwangsmitgliedschaft bei ständig steigenden Mitgliedsbeiträgen und Absenkung der vereinbarten Versicherungsleistungen.
    Zum Beispiel stiegen meine Prämien 2011 um ca. 30% und 2012 um 70%/Monat.
    Meine Selbstbeteiligung wurde von 750 €/Jahr auf 1000 € /Jahr nach 18 Jahren Mitgliedschaft und 30.000 € Altersrücklagen, erhöht.
    Ab den 01.01.2012 bin ich deshalb "Nichtzahler" und lege den nicht eingezahlten Beitrag auf einen eignen Vorsorgekonto an.

    Euer "Nichtzahler"

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