
Durch Unisex wird die Private Krankenversicherung (PKV) teurer, aber auch besser. Dies ist das Fazit, dass die Versicherungsanalysten von Franke und Bornberg bereits vor dem offiziellen Start der neuen Unisex-Tarife am 21. Dezember 2012 treffen.
Eine Reihe von Krankenversicherern hatte den Experten Einblick in ihre neuen Tarife gewährt.
Seit 2011 gelten neue Voraussetzungen für den Wechsel in die PKV. Arbeitnehmer müssen mit ihrem Einkommen mindestens ein Jahr lang die so genannte Jahresarbeitsentgelt-Grenze in Höhe von 49.500 Euro.
Die Höhe der Beiträge richtet sich neben dem Alter und dem Geschlecht vor allem nach den Vorerkrankungen. Wer sich privat versichern möchte, sollte daher nicht zu lange warten. Laut Verbraucherzentrale NRW ist der Wechsel für Männer ab 46 Jahren und für Frauen jenseits der 37 meist nicht mehr ratsam. Versicherte sollten in jedem Falle alle im Antrag abgefragten Erkrankungen angeben. Verschwiegene Vorerkrankungen können zu einem Rücktritt im Leistungsfall führen.
Bei der Gesetzlichen Krankenversicherung ist der Beitrag vom Bruttoeinkommen abhängig. Wer mehr verdient, zahlt auch mehr. Anders in der PKV: Der zu Beginn günstige Beitrag kann unabhängig von den Einkünften steigen. Im Schnitt verteuerten sich die Beiträge in den vergangenen zehn Jahren um rund fünf Prozent pro Jahr.
Das lässt sich nur individuell ermitteln. Tendenziell sind Alleinstehende, kinderlose Eheleute, die beide berufstätig sind und Beamte Kandidaten für einen Wechsel.
Lockvogeltarife mit schwachen Leistungen zu Dumpingpreisen sollten Interessenten meiden. Dort drohen hohe Beitragssteigerungen und Deckungslücken.
Die beste Police für alle gibt es nicht, auch nicht den besten Versicherer. Die passende Police lässt sich nur individuell ermitteln. Ebenso, ob der private oder gesetzliche Schutz die bessere Wahl ist. Verbraucherzentralen und Versicherungsberater helfen bei der Auswahl. Ratings wie beispielsweise das Beitragsstabilitätsrating von Morgen & Morgen bieten zusätzlich eine Entscheidungshilfe.
Der Wechsel zu einem privatem Anbieter will gut überlegt sein. Eine Rückkehr zur gesetzlichen Kasse ist nur dann möglich, wenn die Versicherungspflicht neu entsteht. Das ist der Fall, wenn Kunden versicherungspflichtig werden, etwa mit einem Gehalt unterhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze von 49.500 Euro. Wer älter als 55 Jahren alt ist und in den vergangenen fünf Jahren privat versichert war, kann in der Regel nicht mehr zurück. Bezieher von Arbeitslosengeld II wechseln automatisch zur GKV, auch wenn sie älter als 55 Jahre sind.
Der Nachwuchs ist beim privaten Schutz im Gegensatz zur GKV nicht gratis mitversichert. Kinder brauchen eigene, beitragspflichtige Verträge. Das macht die GKV für Eltern tendenziell interessanter.
„Die Prämien steigen stärker als erwartet“, erklärte das Analysehaus. Für einen Dreißigjährigen sähen die PKV-Tarife Beitragssteigerungen von vier bis zu 35 Prozent vor. "Eine gleichaltrige Frau spart bei Abschluss eines Neuvertrags nach dem 21.12. im besten Fall sechs Prozent; es können aber auch bis zu 15 Prozent mehr werden", erklärte Geschäftsführer Michael Franke. „Dem ersten Trend nach wird die PKV für Männer und Frauen also deutlich teurer als erhofft.“
Die Analysten von Franke und Bornberg hätten jeweils geschlechtsspezifische Altverträge und Unisex-Beiträge für das Jahr 2013 gegenübergestellt. Grund für die Teuerungen seien sich überlagernde Effekte. Die Faktoren: Unisex-Kalkulation, allgemeine Kostensteigerungen, Leistungsverbesserungen und ein niedrigerer Rechnungszins, mit dem die Altersrückstellungen verzinst werden.
Letzterer wird künftig bis zu einem Prozentpunkt niedriger sein als bei Altkunden. Dahinter steckt die Angst vor einer lang andauernden Niedrigzinsphase. Die Altersrückstellungen der aktuellen PKV-Kunden werden noch mit 3,5 Prozent verzinst. Doch bei niedrigen Zinsen wird es immer schwerer, dies zu erwirtschaften. Senkungen des Rechnungszinses haben bisher aber erst einzelne Gesellschaften wie Süddeutsche und Hallesche angekündigt. Es werde für 2013 auf breiter Front erwartet, erwarten die Experten aus Hannover.
„All dies lässt die Preise steigen“, sagte Franke. Richtig sei aber auch: Viele Versicherer nutzten die neuen Tarife zur Verbesserung ihrer Leistungskataloge. Damit würden sie Lücken zur gesetzlichen Krankenversicherung ausgleichen.
Die Motivation, Geld einzusparen, sollte bei der Entscheidung für eine private Krankenversicherung (PKV) nicht die Hauptrolle spielen.
Quelle: Franke & Bornberg
Wer sich neu für eine private Krankenversicherung entscheidet, sollte das unter dem Leistungsgesichtspunkt tun und dabei höchstens für einen zeitlich eng umrissenen Übergangszeitraum einen Einsteigertarif in Erwägung ziehen.
Schildern Sie Ihrem Berater Ihre Anforderungen und Vorstellungen für die passende Krankenversicherung. Diese Vorstellungen und auch die Gründe, die gegebenenfalls für die Wahl eines Einsteigertarifes sprechen sollten Sie am besten schriftlich festhalten.
Lassen Sie sich genau aufzeigen, mit welchen Leistungseinschränkungen gegenüber der GKV und den „normalen“ PKV-Tarifen Sie bei der Wahl des Einsteigertarifes rechnen müssen.
Lassen Sie sich an verschiedenen Beispielen erläutern, wie sich die Wahl eines Einsteigertarifes auswirkt, zum Beispiel bei einer schweren Erkrankung oder bei Zahnersatz-Behandlungen.
Lassen Sie sich als Vergleichsmöglichkeit ein alternatives Angebot mit einem „echten“ PKV-Tarif machen.
Wenn Sie sich für einen Einsteiger-Tarif entscheiden: Wählen Sie nur einen Tarif, bei dem eine Option zur Umstellung auf einen „normalen“ PKV-Tarif ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich ist. Lassen Sie sich über die Modalitäten zur Umstellung und die möglichen Zeitpunkte umfassend aufklären.
Auch wenn eine Umstellung in einen höherwertigen Tarif zunächst teurer wird: Auf lange Sicht fahren Sie mir einem beitragsstabileren Tarif wesentlich besser und profitieren natürlich zusätzlich vom höheren Erstattungsniveau. Auch wenn Sie keine Wechseloption geltend machen können: Bitten Sie Ihren Versicherer, Ihnen ein Angebot für einen „echten PKV-Tarif“ zu erstellen.
Neu aufgenommen in den Katalog mit Standardleistungen würden vor allem ambulante Psychotherapien mit bis 50 Sitzungen pro Kalenderjahr, offene Hilfsmittelkataloge und Suchtentwöhnungsbehandlungen. Auch Leistungen zur Hospizversorgung, Palliativmedizin und Haushaltshilfe würden vermehrt integriert. Die finanzielle Folge: Der Kunde soll mehr zahlen, weil er ja auch mehr Leistung erwarten darf.

@ ProPKV
Oh, da fühlt sich wohl jemand auf den Zahn getreten?
Der Vorkommentator hat völlig Recht! Das haben so Leute wie sie noch nicht begriffen! Kommt aber noch, garantiert!

ProPKV,
ganz schön blauäugig. "Es handelt sich nur um Neue Tarife". Sie werden sich noch wundern, mit welchen Erhöhungen die PKV ihr Geschäftsmodell zu retten versucht. Wenn Sie mit der PKV zufrieden sind, gerne.
Nur mein Vertrauen in die PKV ist gleich null.
Wo bitte sollen Rentner bei Rentensteigerungen von 1-2%, aber bei PKV Steigerungen von 5-10 % noch ruhig schlafen können. Was ist das für eine Zukunft. Man könnte von seiner Rente leben, muss dann aber Sozialhilfe beantragen um seine PKV bezahlen zu können.
Übrigens nicht alle PKVler profitieren von den hohen Beamtenzuschüssen.
Dann macht doch die PKV als reine Beamtenversicherung und gibt den anderen eine Wahl entsprechend ihren finanzellen Verhältnissen. Kein Mensch muss Lebenslang Mercedes fahren obwohl es nur noch für ein Fahrrad reicht. Da nützt es auch wenig, dass die PKV einen Basistarif (Fahrrad), zum Preis eines BMW (maximale Beitragshöhe den durchschnittlichen Höchstbeitrag der GKV) anbietet. Bitte hört auf von dem Gespräch PKV bildet Rücklagen fürs Alter, um Beiträge zu senken etc.
Das ganze ist so schwammig und unkontrollierbar, dass im Alter dies wohl auch nicht reichen wird.
Solange PKV nicht vollkommen Transparent gemacht wird, ein Wettbewerb untereinander entsteht, mit voller Mitnahme der Rücklagen zu einer anderen Gesellschaft, und Ärzte die PKV als Geldvermehrer für gleiche Leistungen benutzen, ist das System PKV so unnötig wie ein Kropf. Wer Geld zuviel hat, und wem die GKV nicht ausreicht der sollte Zuatzleistungen erhalen können. Nur muss diese Zusatzleistung auch erbracht werden, und muss außerhalb einer Grundversorgung liegen.
Dass die Gesundheitsversorgung mittlerweile als Geldquelle von Geschäften mit Gesunden, für sämtliche LObbygruppen dient, hat mit einem staatlichen Gesundheitssystem nichts mehr zu tun.






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