
BERLIN. Banken in Deutschland setzen sich in der Anlageberatung teilweise über gesetzliche Vorgaben hinweg. Das betrifft insbesondere die Aushändigung von Beratungsprotokollen. Diesen zentralen Vorwurf erhebt die "Stiftung Warentest", nachdem sie die Beratungsqualität von 21 Banken unter die Lupe genommen hat.
Bei 146 Beratungsgesprächen in verschiedenen Filialen dieser Banken ging es in 126 Fällen um Wertpapiere. In jedem Fall hätte nach dem Gespräch ein Beratungsprotokoll ausgehändigt werden müssen, so die Stiftung Warentest. Tatsächlich erhielten die Kunden aber nur in 65 Fällen ein Protokoll, obwohl jeweils nach einem Beratungsprotokoll gefragt wurde. In 44 Fällen wollten die Bankmitarbeiter das Protokoll nur aushändigen, wenn es tatsächlich zum Geschäftsabschluss kommt. "Die Banken halten sich nicht an Gesetze - als ob sie in einem Paralleluniversum leben", kritisiert der Chefredakteur von "Finanztest", Hermann-Josef Tenhagen. Die Einhaltung der Gesetze durch Banken müsse kontrolliert werden.
Der Spitzenverband der Kreditwirtschaft, der Zentrale Kreditausschuss (ZKA), räumte ein, dass es bei der Handhabung von Protokollen nach einer Wertpapieranlageberatung von Neukunden "offenbar noch deutlichen Nachholbedarf" gebe. Allerdings weist der ZKA darauf hin, dass keine Protokollierungspflicht bestehe, wenn Wertpapiere lediglich erwähnt, aber nicht konkret empfohlen wurden.
Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) forderte nach Bekanntwerten der Testresultate Konsequenzen. "Ich erwarte von der Finanzaufsicht BaFin, dass sie Hinweisen auf Verstöße nachgeht und Banken und Finanzdienstleister intensiver kontrolliert", so die Ministerin zum Handelsblatt. Sie sieht die BaFin auch in der Pflicht, Vorgaben zu machen, um die Qualität der Beratungsprotokolle zu verbessern. Verbraucherschutz müsse in der Finanzaufsicht einen höheren Stellenwert bekommen.
Wie beim vergangenen Test Ende 2009 wurden die Banken auch dieses Mal wieder mit Noten bewertet. Die beste Note, die die 21 Banken erhalten haben, war ein "befriedigend", das mit der Sparkasse Hannover, der Hamburger Sparkasse und der Kreissparkasse Köln gleich drei Sparkassen erhielten.
Am Ende der Skala liegen sechs Banken, die ein "mangelhaft" erhielten, darunter mit der Nassauischen Sparkasse wiederum eine Sparkasse. Im Testfall wollte ein Kunde 35 000 Euro zehn Jahre lang anlegen. Dabei sollte es sich nicht um eine risikolose Anlage handeln, doch am Ende der Laufzeit sollte zumindest das eingesetzte Kapital vorhanden sein. Ein Drittel der untersuchten Banken hätten sich gar kein Bild von dem Kunden gemacht, kritisiert Stiftung Warentest. So unterblieb in einigen Fällen eine Analyse des Finanzstatus. Dabei sind Banken verpflichtet zu ermitteln, welche Ziele die Kunden mit ihrer Geldanlage verfolgen und über welche Kenntnisse sie verfügen. "Über diese Sorgfaltspflicht dürfen sich Kreditinstitute nicht eigenmächtig hinwegsetzen", sagte Aigner.
Für den Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, Gerd Billen, ist jetzt der Gesetzgeber gefragt. "Ohne die Abkehr von der provisionsgetriebenen Beratung, ohne klare gesetzliche Vorgaben und effektive Kontrollen der Finanzaufsicht wird sich an der Qualität der Anlageberatung nicht ändern", meint er. Selbst die FDP ist angesichts des Testergebnisses einigermaßen fassungslos: "Die Branche ist gefordert, das verloren gegangene Vertrauen der Verbraucher zurückzugewinnen und nicht weiter mit Füßen zu treten", meint ihr verbraucherpolitische Sprecher Erik Schweickert.
Egal wie man es dreht, es nervt einfach nur. Am Ende sollte die Politik doch mal wieder eingreifen und die Regeln für alle branchen gelten lassen.
Da können einem die banken richtig leid tun...
Mir hat noch kein Händler im baumarkt, Getränkemarkt oder sonst wo gesagt wieviel die jetzt daran verdienen.
Mir hat auch noch kein PC Händler gesagt das ich 24 Monate Gewährleistungsfrist habe....komisch komisch...das muss der bürger alles wissen...
beim Arzt darf ich auch alles unterschreiben das wenn hier und wenn da bei der Operation blablabla...
hier geht es um die gesundheit, es geht um das wichtigste: ums Leben....
da ist aber alles egal...ist ja nur das leben...
"insert Coin and press Return to Continue" :)=)
es gibt keine schuldigen, nirgends, alles menschen mit heiligenschein, immer zum wohle der menschheit und immer dem allgemeinwohl dienend! so war es schon immer und wird es auch immer bleiben!
Eine spannende Diskusssion. Der Verbraucherschutz steht natürlich im Fokus und ist auch wichtig, weshalb der Weg nicht der schlechteste ist. Aber. Das aktuelle Testergebnis passt natürlich eindeutig in das aktuelle politische Stimmungsbild und erhöht die Auflage. Wie hätte das denn bei einem positiven Testergebnis ausgesehen? Mann hört unterschwellig auch immer mal wieder, dass die Ergebnisse nach Einsicht der Unterlagen von der Darstellung der Medien abweichen sollen, wer kontrolliert eigentlich mal die Tester? Warum werden immer nur banken getestet und die Finanzdienstleister die m.E. auch WP beratungen durchfühen nicht? Gelten eigentlich für alle die gleichen Regeln, nein und das ist ein Problem.
Zu guter letzt. Gehe ich mir für 150 T€ einen Sportwagen kaufen, erfahre ich nicht wie hoch die Porv. des Verkäufers ist, es fragt auch keiner ob ich dafür geeigent bin und es mit eigentlich leisten kann. ich runiere vielelicht meine Familie miut dem Kauf. Auch empfiehlt mir ggf. keiner eine VAN oder Kombi als besser wenn ich bei Ferrari im Laden stehe. Dazu kommt noch das ich wenn ich nicht geeigent bin für den Wagen auch andere noch gefährde? Das ist ok? Aber für eine Anlage gelten andere Regeln....... Übrigens warum empfiehlt mir der Mediamarktverkäufer den Fernseher X und nicht Y oder der Küchenverkäufer die Geräte der Firma Z hängt da vielleicht Provision und ggf. ein interessenkonflikt dran? Wenn dann gleiche Regeln für alle, denn im zweifel werde ich überall besch....





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