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Risiko Altersarmut: Selbstständige müssen stärker vorsorgen

Die privaten Banken warnen vor dem Risiko der Altersarmut und fordern mehr betriebliche Vorsorge. Vor allem Selbstständige mit unterdurchschnittlichem Einkommen seien von der Armut im Alter bedroht. Darum sollten sie dazu verpflichtet werden, eine kapitalgedeckte Altersversorge abzuschließen.

Alterarmut ist derzeit noch nicht besonders stark verbreitet. Quelle: ap
Alterarmut ist derzeit noch nicht besonders stark verbreitet. Quelle: ap

BERLIN. Der Bundesverband der deutschen Banken (BdB) warnt in einer Studie vor wachsender Altersarmut in Deutschland. Zu den Personengruppen, für die Altersarmut eine ernsthafte Bedrohung werden könnte, zählt BdB-Geschäftsführer Bernd Brabänder die in den vergangenen Jahren stark gewachsene Zahl von Selbstständigen mit unterdurchschnittlichem Einkommen, Beschäftigte im Niedriglohnsektor und Langzeitarbeitslose.

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Ein erster Schritt wäre, Selbstständige dazu zu verpflichten, einen kapitalgedeckten Altersvorsorgevertrag abzuschließen. Diese seien in keinem der bestehenden Altersvorsorgesystem abgesichert. Um die betriebliche Altersvorsorge stärker zu nutzen, plädiert der BdB dafür, dass beim Abschluss eines Arbeitsvertrages automatisch ein Beitritt zur betrieblichen Altersvorsorge erfolgen soll. Nur wer dem aktiv widerspreche, könne austreten. Die Erfahrung lehre, dass die Beteiligung an der betrieblichen Altersvorsorge dadurch merklich ansteige.

Die privaten Banken, die die Studie erstellt haben, verdienen direkt oder über ihre Vermögensverwalter an verschiedenen Formen der privaten Altersvorsorge - auch an der betrieblichen Altersvorsorge.

In den allgemeinen Jubel um staatlich gestützte, private Altersvorsorge, sprich Riester-Rente, mag der BdB trotzdem nicht einstimmen. "Die Riester-Rente ist in schweres Fahrwasser geraten", urteilt Brabänder. Gegenwärtig würden nur etwas mehr als zwei Fünftel der Berechtigten über eine Riester-Rente verfügen. Angesichts geringer Zuwachsraten zuletzt sei es fraglich, ob ein Anteil von mehr als 50 Prozent jemals erreichbar sei.

Zudem sei davon auszugehen, dass die Riester-Rente ihre politisch gewollte Aufgabe wohl verfehlen werde. Denn viele Verträge seien zu klein, um daraus die maximale Förderung zu generieren.

Derzeit sei Altersarmut in Deutschland kein gravierendes Problem. Lediglich 2,5 Prozent der über 64-Jährigen nehme die Grundsicherung in Anspruch. Nach Untersuchungen des Bundesarbeitsministeriums trug die Gesetzliche Rentenversicherung im Jahr 2007 zu 58 Prozent zum Einkommen eines Rentnerehepaares bei. Ein Fünftel entfiel auf andere Alterssicherungsleistungen, zwölf Prozent auf private Vorsorge und zehn auf andere Einkommen.

Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung lebte 2008 jeder siebte Mensch in Deutschland an der Grenze zur Armut oder war arm. Das ist ein Drittel mehr als noch vor zehn Jahren. Als arm gilt, wer weniger als 50 Prozent des Durchschnittseinkommens zur Verfügung hat.

  • 20.02.2010, 10:50 UhrAnonymer Benutzer: Weltenbummlerin

    Politik und banker sind dabei den nächsten coup vorzubereiten. Jetzt sollen mit Hilfe der Politik die letzten Reserven des Mittelstands den banken und Versicherungen in den Rachen geworfen werden. Die "Erträge" teilen sich banker und Politiker. Dem ausgebeuteten Mittelstand bleibt im Alter nur der Strick, den Profiteuren ein luxuriöses Leben

  • 19.02.2010, 13:19 UhrAnonymer Benutzer: VobaSchaden

    Wer den Rat zur privaten Altersvorsorge befolgt, sollte aufpassen, wem er sein dafür zurückgelegtes Geld anvertraut. ich habe es meiner Volksbank, die dafür verschiedene DG-Anlagen angeboten hatte, gegeben und inzwischen alles verloren, weil der genossenschaftliche bankenverbund incl. DZ-bank die Fonds aufgezehrt hat. Das ist bitter!

  • 19.02.2010, 09:52 UhrAnonymer Benutzer: Ursula

    Jaja, Riester. Das ist sowieso die größte Frechheit. Die Verträge sind viel zu teuer. So alt wird kaum jemand, dass sich das wirklich "lohnt". im Regelfall wird nicht alles eingezahlte Geld auch wieder ausgezahlt. Und da hat vielleicht jemand mit niedrigem Einkommen jahrelang was abgezwackt, um in so einen dusseligen Vertrag einzuzahlen, und dann wird dieser, weil er (wahrscheinlicher aber sie) auf Grundsicherung angewiesen ist, auf diese angerechnet. Ein Depp, der bei kleinem Einkommen einen Riestervertrag abschließt.

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