Ob es älteren Semestern gelingt, zurück in das gesetzliche System zu kommen, hängt von den persönlichen Lebensumständen ab, unter anderem Berufsstatus, Einkommen und Alter. Der Gesetzgeber hat etliche Bedingungen formuliert, um generelle und schnelle Wechsel zu verhindern.
Angestellte: Das Einkommen muss für mindestens ein Jahr unter die Versicherungspflichtgrenze sinken. 2012 liegt diese Einkommensgrenze bei einem jährlichen Bruttogehalt von 50.850 Euro. Ein gut verdienender Angestellter könnte sein Einkommen zum Beispiel dadurch unter diese Grenze drücken, wenn er nicht mehr voll arbeitet, sondern nur noch einen Teilzeitvertrag hat. Bei Eintritt in die Rente könnte die Gesetzliche Krankenversicherung dann freiwillig bis ans Lebensende weitergeführt werden, heißt es auf der Internetseite Finanztip. Eine Ausnahme gebe es allerdings: Arbeitnehmer, die sich auf Antrag in der Vergangenheit von der Versicherungspflicht befreien ließen, könnten diesen Weg nicht gehen. Die Befreiung von der Versicherungspflicht werde auf Antrag ausgesprochen, wenn das Einkommen unter die Versicherungspflichtgrenze gesunken ist und der Arbeitnehmer aber seinen privaten Krankenversicherungsschutz aufrechterhalten möchte.
Die Barmer GEK ist die größte Krankenkasse Deutschlands. Sie wurde am 01.Januar 2010 gegründet und unterhält laut eigenen Angaben rund 800 Geschäftsstellen bundesweit. 8,6 Millionen Deutsche sind bei ihr versichert.
Die zweitgrößte Krankenkasse Deutschlands ist die Techniker Krankenkasse (TK) mit 7,9 Millionen Versicherten. Allein im vergangenen Jahr ist die TK um 339.000 Versicherte gewachsen. Allerdings zahlen nur und 5,6 Millionen Mitglieder tatsächlich Beiträge.
Auf Platz drei der größten deutschen Krankenkassen ist ab sofort mit 6,6 Millionen Versicherten die DAK Gesundheit - der Zusammenschluss aus BKK Gesundheit und DAK. Laut eigenen Angaben ist die DAK die Krankenkasse Deutschlands, deren Wurzeln am weitesten zurückzuverfolgen sind - bis zum Jahr 1774.
In der Rangfolge hinter der neuen DAK Gesundheit liegt die AOK Bayern mit 4,3 Millionen Mitgliedern. In Bayern hat die Krankenkasse einen Marktanteil von mehr als 40 Prozent. Das Unternehmen beschäftigt 10.000 Mitarbeiter in dem Freistaat.
An der fünften Stelle der größten Krankenkassen Deutschlands steht die AOK Baden-Württemberg. Derzeit sind 3,8 Millionen Menschen bei ihr versichert.
Auf dem sechsten Platz der größten deutschen Krankenkassen befindet sich ein ebenfalls erst kürzlich fusioniertes Unternehmen: Die IKK Classic. Sie ist Anfang August aus der IKK Classic und der Vereinigten IKK entstanden. Zusammen haben sie 3,6 Millionen Mitglieder.
Die AOK Rheinland/Hamburg hat 2,9 Millionen Mitglieder. Im Rheinland und in Hamburg ist sie damit die größte Krankenversicherung. Das Unternehmen betreibt mehr als 100 Geschäftsstellen.
Die AOK Nordwest belegt mit 2,7 Millionen Versicherten den siebten Platz unter Deutschlands größten Krankenkassen. Das Unternehmen beschäftigt 7.600 Mitarbeiter.
Mit 2,7 Millionen Versicherten ist die AOK Plus die größte Krankenkasse in Sachsen und Thüringen. Deutschlandweit rangiert sie an achter Stelle.
Auch in Niedersachsen hat die AOK die Nase vorn. Ingesamt hat die AOK Niedersachsen 2,4 Millionen Mitglieder - das macht den neunten Platz deutschlandweit.
Selbstständige: Wer bisher frei arbeitet, kann in ein Angestellten-Verhältnis wechseln. Sein Gehalt müsste dann aber unter der Versicherungspflichtgrenze liegen. Er könnte seine Selbstständigkeit auch vollkommen aufgeben und in die Familienversicherung seines Partners wechseln.
Berufsanfänger: Auch wenn ihr Gehalt von Anfang über der Versicherungspflichtgrenze liegt, können sie sofort in die GKV. Studenten, die während des Studiums privat versichert waren, kommen so zurück in die GKV.
Arbeitslose: Wer arbeitslos wird, den versichern die Arbeitsämter meist automatisch in der GKV.
Über 55-Jährige: Eine wichtige Grenze in den Regeln ist das Alter. Eine Rückkehr in die GKV geht für Angestellte und Selbstständige nur, wenn sie das 55. Lebensjahr noch nicht überschritten haben. Wer älter ist, hat nur unter sehr speziellen Voraussetzungen noch eine Chance zum Systemwechsel. „Diese Informationen sind im Gesetzestext gut versteckt, da bei diesen Personen die Rückkehr in die GKV verhindert bzw. möglichst schwer gemacht werden soll“, heißt es auf der Internetseite PKV-Selbstvergleich.de. „Außerdem ist die Rückkehr nicht bei jedem möglich, sondern an bestimmte Bedingungen geknüpft.“ In diesem Fall empfiehlt sich also die Beratung durch einen Spezialisten, der die Regeln des Sozialgesetzbuches sehr gut kennt.
PKV-Experten, wie etwa die Verbraucherzentrale in Mainz, weisen in diesem Zusammenhang gerne darauf hin, dass eine Rückkehr in die GKV gar nicht mehr nötig sei, weil auch die privaten Krankenversicherer inzwischen Tarife anbieten müssen, die denen der GKV ähneln. Dies ist der sogenannte Basistarif. Daneben gibt es noch einen Standardtarif. Selbst dieser sei im Alter oft noch günstiger als die hohen Beiträge der gesetzlichen Versicherung und biete dabei bessere medizinische Leistungen, heißt es auf der Internetseite Krankenversicherung.net. Der Basistarif und der Standardtarif stellten gute Alternativen zur Rückkehr in die gesetzliche Versicherung dar.
Wer trotzdem in die GKV wechseln will, sollte sich das gut überlegen. Denn jeder PKV-Versicherte sammelt Altersrückstellungen an, die im Rentenalter den Beitrag dämpfen sollen. Diese Vorsorge, die die private Versicherung für den PKV-Kunden gebildet hat, geht verloren bei einer Rückkehr ins gesetzliche System.. Beim PKV-Basistarif dürfe die monatliche Prämie den Höchstbeitrag der GKV nicht überschreiten, heißt es auf Krankenversicherung.net. 2012 beträgt der GKV-Höchstbetrag 592,88 Euro. Wenn der Kunde gemäß dem Sozialgesetzbuch hilfebedürftig sei und einen hohen PKV-Beitrag zahlen müsse, könne dieser vom zuständigen Sozialversicherungsträger voll übernommen werden.

Ich denke andere Laender koennen als Vergleich herangezogen werden. Australien z.B. hat eine Pflichtkrankenversicherung fuer ALLE - ob Angestellter oder auch Selbstaendiger. Diese deckt das noetigste ab wie akute Krankheiten und Notfaelle. Wer besseren Service moechte schliesst dann eine Zusatzversicherung ab. ich denke das macht Sinn und erspart Neidkommentare ueber Fremdfinanzierung.

Die Entwicklung geht doch dahin, daß das Kosten/Leistungsverhältnis der GKV rasant schlechter wird und wenn man die Praxis der GKV-Patienten mal genau unter die Lupe nimmt, sind sie bei horrenden Beiträgen doch nicht mehr als Bittsteller beim medizinischen Leistungsbetrieb. Die meisten Ärzte sehen GKV-Patienten doch lieber gehen als kommen, denn die rd. 30 Euro pro Patient/Quartal, die der Arzt heute von den GKV bekommt, deckt ja nicht mal die Kosten fürs Hände schüttelt, eine Beratung gibt es nicht mehr und warum auch, Fortbildung findet doch sowieso nicht mehr statt, sondern nur noch aufzuschreiben, was die Pharmaindustrie so empfiehlt. Dieses System hat keine Zukunft, es wurde 1957 von Adenauers Volksversicherung (gegen Ludwig Erhard) kreiert und es zeigt sich immer deutlicher, daß Anforderungen und Leistungen immer stärker auseinanderfallen. Es wäre besser gewesen, ein Sytem der PKV (ohne die moroden GKV) zu schaffen, daß nach Einkommenshöhe subventioniert wird. Aber das Subsidiaritätsprinzip bei Sozialmaßnahmen ist auch schon 1957 durch das Gießkannenprinzip ausgetauscht worden, was den hohen Schuldenstand heute von rd. 7 Bio. Euro fast zwangsläufig entstehen ließ.

Am sinnvollsten wäre eine gesetzliche Grundversicherung für alle welche die wesentlichen Grundrisiken abdeckt. Alles weitere könnte privat als Sahnehäubchen versichert werden.






43 Kommentare
Alle Kommentare lesen