_

Tarifwechsel: Gefährliche Klauseln für Privatversicherte

Privatpatienten können mit höchstrichterlichem Segen einfacher den Tarif wechseln und viel Geld sparen. Einen Teil davon sollten sie in unabhängige Beratung stecken. Wie viel Privatversicherte sparen können - und worauf sie im Kleingedruckten achten sollten.

Privatpatienten können nach einem neuen Urteil in einen günstigeren Tarif wechseln. Einfacher werden die Versicherungsverträge dadurch nicht. Quelle: dpa
Privatpatienten können nach einem neuen Urteil in einen günstigeren Tarif wechseln. Einfacher werden die Versicherungsverträge dadurch nicht. Quelle: dpa

FRANKFURT. Das Bundesverwaltungsgericht hat ein wichtiges Urteil für Privatpatienten gefällt. Denn die Richter in Leipzig kippten den pauschalen Risikozuschlag, den die Allianz Private Krankenversicherung langjährigen Kunden für den Wechsel in einen günstigeren Tarif abverlangte (Az. BVerwG 8 C 42.09). Worauf müssen Privatversicherte nun achten?

Anzeige

Grundsätzlich gilt das Urteil für den Tarifwechsel beim selben Versicherer. Ein Wechsel zu einem anderen Anbieter ist zwar auch möglich, lohnt sich aber fast nie, meint Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten, zumindest nicht, wenn man über 40 ist. Der Grund: Ein Teil der Rückstellungen, mit denen Beitragserhöhungen im Alter vermieden werden sollen, geht verloren. Zudem sind oft Gesundheitsprüfungen fällig oder die Versicherer verlangen Wartezeiten.

All dies entfällt beim Wechsel in einen anderen Tarif des bisherigen Anbieters. Und nach dem Urteil der Leipziger Richter wird nach Expertenansicht das Beispiel der Allianz auch nicht Schule machen, Privatpatienten durch pauschale Zuschläge vom Wechsel in günstigere Tarife abzuhalten, die meist für junge Neukunden kalkuliert sind.

Auf das Kleingedruckte kommt es an

Die Preisunterschiede sind enorm. Sparen lassen sich bis zu 200 Euro monatlich. Aber der Preis ist nicht alles. Stefan Albers, der seine Kunden gegen Honorar berät, empfiehlt, den alten und den neuen Tarif im Detail miteinander zu vergleichen.

Denn in neuen Produkten gibt es oft Leistungseinschränkungen, die auf den ersten Blick nicht auffallen. Zum Beispiel bei Hilfs- und Heilmitteln. Im Gegensatz zu den alten Tarifen zählen die Versicherer in den neuen Angeboten meist genau auf, was bezahlt wird und in welcher Höhe. Ob das angesichts des medizinischen Fortschritts und steigender Preise reicht, ist ungewiss.

Ähnliches gilt für zahntechnisches Material wie Brücken und Kronen. Versicherungsberater Albers sagt: "In neueren Tarifen wird zum Beispiel auch Psychotherapie nicht mehr oder nur eingeschränkt versichert." Das hält er für höchst problematisch.

Der Berater warnt zudem vor sogenannten Tarifoptimierungen, bei denen schlicht der Selbstbehalt erhöht wird. Einerseits erreichen die Beiträge nach einigen Jahren meist wieder das alte Niveau - und Erhöhungen schlagen später stärker durch, weil weniger für die Altersrückstellungen angespart wird.

Regelmäßig nach günstigeren Tarifen fragen

Versicherungsexperte Rudnik rät, Privatpatienten sollten sich bei ihrem Anbieter regelmäßig nach günstigeren Tarifen erkundigen. Seien die Leistungen nicht wesentlich eingeschränkt, lohne sich ein Wechsel oft. Und noch eine gute Seite hat das Leipziger Urteil, meint Albers: "Viele Versicherte wissen überhaupt nicht , dass sie in andere Tarife wechseln können oder sie werden von Anbietern oder Vertretern abgeblockt und finden sich damit ab."

Fazit: Der Tarifwechsel ist nun leichter, die Klauseln bleiben kompliziert und können weitreichende Folgen haben. Daher sollten Versicherte in unabhängige Beratung investieren.

  • 26.06.2010, 23:56 UhrAnonymer Benutzer: HFarmer

    Lieber Jonals,
    es ist leider schade, dass Du keine Ahnung von dem privaten Krankenversicherungsgeschäft hast und hier Unsinn erzählst.

    Zunächst ist der Wechsel in die Gesetzliche für den größten Teil der privat versicherten Personen nicht möglich oder wenn dann nur mit betrug. Nur, jeder der in die private Krankenversicherung geht, sollte wissen was er tut.

    Die von Dir erwähnten "Großkonzerne" verdienen an ihrer Krankenversicherungssparte so gut wie nichts; ich kann Dir sagen, dass die meisten Unternehmen eher auf diesen Versicherungszweig verzichten, da allein aus den Finanzgeschäften aber nicht aus den beiträgen Erträge generiert werden können!

    Ein großer Teil der beitragsanpassungen der letzten Jahre wurde ausschließlich durch Gesetzänderungen der Politik hervor gerufen und nur zu einem geringen Teil durch höhere Kosten im Leistungs-bereich.Die Prämienerhöhungen waren prozentual in den letzten zehn Jahren in der PKV geringer als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

    bitte immer erst informieren und dann kommentieren!

  • Die aktuellen Top-Themen
Börse New York: Krisen-Angst lähmt Wall Street

Krisen-Angst lähmt Wall Street

Auch die beste Kauflaune der US-Konsumenten seit Jahren half nicht. Die Händler in New York konzentrieren sich auf die drohende Eskalation der Schuldenkrise in der Euro-Zone. Der Dow tauchte vor Handelsschluss nochmals.

Austritt Griechenlands: Heilsamer Schnitt?

Heilsamer Schnitt?

Der Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone ist kein Tabu-Thema mehr. Doch was wären die Folgen? Zunächst einmal großes Chaos, vermuten Experten. Auf lange Sicht aber könnte der Euro gewinnen.

So reich wie nie: Wo die Deutschen ihr Vermögen anhäufen

Wo die Deutschen ihr Vermögen anhäufen

Von wegen Krise: Die Menschen in Deutschland haben so viel Vermögen wie nie zuvor. Doch bei der Geldanlage ist heute nicht Ertrag, sondern Sicherheit das oberste Gebot. Wie und wo die Deutschen ihr Geld anhäufen.

Ratgeber Versicherung

Existenzbedrohende Risiken zu günstigen Beiträgen absichern: Der Handelsblatt-Online-Ratgeber zum privaten Risikoschutz zeigt, welche Policen Versicherte brauchen, wo gefährliche Deckungslücken bestehen und wie Versicherte die Beiträge senken können. Alle Details zu Berufsunfähigkeit, Haftpflicht, Rechtsschutz, Autos usw. Mehr…

  • Renten-Rechner

    Welches Vermögen und welche Sparraten Sie aufbringen müssen, um eine Rentenlücke zu decken.

  • Ratgeber Versicherungen

    Rundum geschützt: Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie sich optimal gegen Risiken absichern

  • Wohnriester-Vergleichsrechner

    Welche Bauspartarife mit Riesterförderung Top sind, zeigt der Vergleichrechner.

  • Immobilien-Wertfinder

    Finden Sie Miete- und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße mit einem interaktivem Tool.

  • Ratgeber Altersvorsorge

    Clever sparen für den Ruhestand: Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie eine solide Altersvorsorge planen.

  • Rendite-Risiko-Radar

    Die Renditen für Aktienindizes, Rohstoffe oder Rentenindizes nach Zeiträumen berechnen.

  • Sparbrief-Rechner

    Die interessantesten Offerten für Sparbriefe mit einer Laufzeit zwischen einem und zehn Jahren.

  • Baugeld-Vergleich

    Die individuell günstigsten Anbieter von Baufinanzierungen im Vergleich.

  • Forward-Darlehen

    Die besten Konditionen für die Anschlussfinanzierung: Bis zu fünf Jahre vor Ablauf der Zinsbindung.

  • Tilgungsrechner

    Der Rechner zeigt, wie die Restschuld bei Baudarlehen sinkt und wie sich Sondertilgungen auszahlen.

  • Eigenheim-Rechner

    Der Rechner zeigt, welche Raten sich Immobilienkäufer bei Kredit leisten können.

  • Auto-Versicherungsvergleich

    Mit dem Auto-Versicherungsvergleich können günstige Versicherungen suchen aund damit ihre Kosten reduzieren.

  • Alle Rechner und Tools

    Übersichtsseite aller Rechner, Vergleiche und Tools für Finanzen, Immobilien, Jobs und vieles mehr.

  • Weitere Tools anzeigen

  • Bausparrechner

    Der Bausparberater hilft den passenden Bausparvertrag zu finden.

  • Finanzierungsplanung

    Der Kassensturz zeigt, wie viel Kredit sich Immobilienkäufer leisten können.

  • Baugeld-Vergleich

    Die individuell günstigsten Anbieter von Baufinanzierungen im Vergleich.

  • Forward-Darlehen

    Die besten Konditionen für die Anschlussfinanzierung: Bis zu fünf Jahre vor Ablauf der Zinsbindung.

  • Wohnriester-Vergleichsrechner

    Welche Bauspartarife mit Riesterförderung Top sind, zeigt der Vergleichrechner.

  • Eigenheim-Rechner

    Der Rechner zeigt, welche Raten sich Immobilienkäufer bei Kredit leisten können.

  • Notar- und Grundbuchrechner

    Die Nebenkosten machen beim Immobilienkauf einige tausend Euro aus. Wie viel Sie zahlen müssen.

  • Tilgungsrechner

    Der Rechner zeigt, wie die Restschuld bei Baudarlehen sinkt und wie sich Sondertilgungen auszahlen.

  • Zinsentscheidung

    Immobilienbesitzer können ausrechnen, ob sie Kredite kurz- oder langfristig festschreiben sollten.

  • Angebotsvergleich

    Niedrige Zinsen sind nicht alles. Vergleichen Sie die Baugeld-Offerten von mehreren Banken.

  • Alle Rechner und Tools

    Übersichtsseite aller Rechner, Vergleiche und Tools für Finanzen, Immobilien, Jobs und vieles mehr.

  • Weitere Tools anzeigen

  • Tagesgeld-Vergleich

    Top-Kondtionen für Tagesgeld, inklusive Gebühren, Einlagensicherung und Abgeltungsteuer.

  • Festgeld-Vergleich

    Der Rechner sucht die höchsten Zinsen für Festgeld für jede Laufzeit und Höhe des Anlagebetrages.

  • Girokonten-Rechner

    Kosten für das Konto ermitteln, inklusive Entgelte für Kreditkarten sowie Dispo- und Guthabenzinsen.

  • Rendite-Rechner

    Der Zins entspricht nicht immer der Rendite. Welche Erträge Anlagen tatsächlich bringen.

  • Ratenkredit-Vergleich

    Die besten Angebote für Ratenkredite vergleichen. Für verschiedenen Bonitätsstufen.

  • Ratgeber Geldanlage

    Die beste Strategie für Ihr Vermögen: Grundlagen, Chancen und Risiken verschiedener Investments.

  • Rendite-Risiko-Radar

    Die Renditen für Aktienindizes, Rohstoffe oder Rentenindizes nach Zeiträumen berechnen.

  • Sparbrief-Rechner

    Die interessantesten Offerten für Sparbriefe mit einer Laufzeit zwischen einem und zehn Jahren.

  • Depot

    Erstellen Sie ein virtuelles Depot, mit dem Sie Ihre Strategie testen und Kursentwicklungen verfolgen.

  • Alle Rechner und Tools

    Übersichtsseite aller Rechner, Vergleiche und Tools für Finanzen, Immobilien, Jobs und vieles mehr.

  • Weitere Tools anzeigen

  • Depot-Contest
Depot-Contest : Wer am meisten aus Geld macht

Wer am meisten aus Geld macht

Welcher Vermögensverwalter ist der beste? Finden Sie es heraus: Wir lassen 30 Profis beim DAB-Depot-Contest gegeneinander antreten.

  • Video

Börsen-News Börse Frankfurt am Abend

Der deutsche Aktienmarkt hat zum Wochenausklang eine Achterbahnfahrt hingelegt. Neue Probleme im hoch verschuldeten Spanien wirkten sich belastend auf das Handelsgeschehen aus.