
DüsseldorfDie privaten Krankenversicherer kämpfen politisch ums Überleben – gegen die Krankenkassen und die Befürworter einer Bürgerversicherung. Daher verbreiten sie in diesen Tagen gerne Erfolgsmeldungen. „Wir können bereits heute sagen, dass im kommenden Jahr fast alle Versicherten von stabilen Krankenversicherungsbeiträgen profitieren werden", sagt etwa Uwe Laue, der Vorstandsvorsitzende der Debeka Versicherungsgruppe. „Es ist sogar davon auszugehen, dass wir für rund 100.000 ältere Versicherte die Beiträge leicht senken können.“
Die Debeka ist der Marktführer in der privaten Krankenversicherung (PKV). 2,2 der knapp neun Millionen Privatpatienten sind bei dem Versicherungsverein. Doch nicht jeder der mehr als 40 privaten Krankenversicherer steht so gut wie die Debeka da, die besonders viele Beamte versichert.
„Ich gehe davon aus, dass die Beiträge um etwa 7 bis 10 Prozent steigen werden“, sagt Ozan Sözeri von WIDGE.de, einem Beratungsunternehmen, das bei Tarifwechseln in der PKV hilft. „In einzelnen Tarifen sind mir jedoch schon Erhöhungen von 30 Prozent und mehr bekannt. Und das gilt wieder nur für das Neukundengeschäft – von den Bestandskunden gar nicht zu reden. Diese Informationen werden von den Versicherungsgesellschaften bekanntermaßen zurückgehalten.“
Das Negativbeispiel der vergangenen zwölf Monate war der Versicherer Central, der zur Generali-Gruppe gehört. Das Unternehmen hatte zeitweise wie verrückt Policen an Angestellte und Selbstständige verkauft, sich dabei jedoch mit Billigtarifen verhoben, weil diese höhere Kosten als gedacht verursachten.
Auch aus Kundensicht waren diese Einsteigerpolicen oft ein schlechtes Geschäft. Denn die später offerierten Tarife lassen viele Wünsche offen, weil niedrige Preise eben auch schlechte Leistungen bedeuten. Auf längere Sicht ist es für preisbewusste PKV-Mitglieder daher günstiger, wenn sie nicht nur auf den Preis achten, sondern auch auf Leistungen, die etwas über dem Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) liegen sollten.
Seit 2011 gelten neue Voraussetzungen für den Wechsel in die PKV. Arbeitnehmer müssen mit ihrem Einkommen mindestens ein Jahr lang die so genannte Jahresarbeitsentgelt-Grenze in Höhe von 49.500 Euro.
Die Höhe der Beiträge richtet sich neben dem Alter und dem Geschlecht vor allem nach den Vorerkrankungen. Wer sich privat versichern möchte, sollte daher nicht zu lange warten. Laut Verbraucherzentrale NRW ist der Wechsel für Männer ab 46 Jahren und für Frauen jenseits der 37 meist nicht mehr ratsam. Versicherte sollten in jedem Falle alle im Antrag abgefragten Erkrankungen angeben. Verschwiegene Vorerkrankungen können zu einem Rücktritt im Leistungsfall führen.
Bei der Gesetzlichen Krankenversicherung ist der Beitrag vom Bruttoeinkommen abhängig. Wer mehr verdient, zahlt auch mehr. Anders in der PKV: Der zu Beginn günstige Beitrag kann unabhängig von den Einkünften steigen. Im Schnitt verteuerten sich die Beiträge in den vergangenen zehn Jahren um rund fünf Prozent pro Jahr.
Das lässt sich nur individuell ermitteln. Tendenziell sind Alleinstehende, kinderlose Eheleute, die beide berufstätig sind und Beamte Kandidaten für einen Wechsel.
Lockvogeltarife mit schwachen Leistungen zu Dumpingpreisen sollten Interessenten meiden. Dort drohen hohe Beitragssteigerungen und Deckungslücken.
Die beste Police für alle gibt es nicht, auch nicht den besten Versicherer. Die passende Police lässt sich nur individuell ermitteln. Ebenso, ob der private oder gesetzliche Schutz die bessere Wahl ist. Verbraucherzentralen und Versicherungsberater helfen bei der Auswahl. Ratings wie beispielsweise das Beitragsstabilitätsrating von Morgen & Morgen bieten zusätzlich eine Entscheidungshilfe.
Der Wechsel zu einem privatem Anbieter will gut überlegt sein. Eine Rückkehr zur gesetzlichen Kasse ist nur dann möglich, wenn die Versicherungspflicht neu entsteht. Das ist der Fall, wenn Kunden versicherungspflichtig werden, etwa mit einem Gehalt unterhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze von 49.500 Euro. Wer älter als 55 Jahren alt ist und in den vergangenen fünf Jahren privat versichert war, kann in der Regel nicht mehr zurück. Bezieher von Arbeitslosengeld II wechseln automatisch zur GKV, auch wenn sie älter als 55 Jahre sind.
Der Nachwuchs ist beim privaten Schutz im Gegensatz zur GKV nicht gratis mitversichert. Kinder brauchen eigene, beitragspflichtige Verträge. Das macht die GKV für Eltern tendenziell interessanter.
Die Folge der verfehlten Verkaufsstrategie bei Central: In zahlreichen Fällen stiegen die Beiträge der eigenen Kunden zuletzt heftig. Kein Wunder also, dass besonders viele Versicherte dem Unternehmen jüngst den Rücken kehrten. Auch wenn zuletzt wieder mehr Ruhe eingekehrt ist, auch zum Ende dieses Jahres kursieren bereits wieder Fälle, in denen Belastungssteigerungen von rund 30 Prozent vorgerechnet werden.

Also ich, der privat versichert ist, kann die Erhöhung nur bestätigen. Es ist ja nicht so, dass die Beiträge ( in meinem Fall gleich mal um fast 60,00 €; übrigens der Name der Gesellschaft: DKV) anheben,nein, gleichzeitig werden die Bedingungen auch noch verschlechtert. So ist zum Beispiel in meinem Fall die jährliche Selbstbeteiligung um 40,00 € gestiegen. Also erzählt nichts von "pauschalen Aussagen" oder "Stimmungsmache" Das System ist einfach korrupt. Wie kann es sein, dass man von steigenden Kosten spricht und die Vorstände sich dabei neue Säcke für die horrenten Gehälter besorgen müssen. Einfach nur ein lachhafter Kommentar. Wahrscheinlich gehörst Du auch zu dem Haufen.

Das Grundproblem zwischen PKV und GKV ist doch der Kampf von Umlage gegen Vorsorge. Da kann man politisch mit Verträgen und Tarifen drumherum docktern, viele Vermittler oder auch Wasserköpfe beschäftigen oder eben nicht. Im Kern bleibt die Frage, essen wir den Gewinn von heute auch heute schon auf, oder sorgen wir mit unserer Lebensleistung für später vor. Jeder Ökonom wird da eine klare Antwort finden, Politiker, die nach 4 Jahren wiedergewählt werden wollen, eine andere. Dabei ist es wohl unerheblich, ob die Vorsorgeinstitution privat oder staatlich-treuhänderisch organisiert ist, wenn gesichert werden kann, daß Politiker nicht an das Geld herankönnen (um natürlich gute Taten für uns alle zu tun, ganz klar). Solange wir gesellschaftlich nicht auf Vorsorge umschalten, ist es wohl unumgänglich erstmal privat vorzusorgen, um wenigstens einen Teil an Sicherheit zu erlangen.

Fortsetzung:
Dann doch lieber ein gewachsenes und respektvolles Nebeneinander von GKV und PKV, mit einem medizinischen Standard, um den uns die ganze Welt beneidet.






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