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Die nächsten Lebensversicherer knausern

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Versicherungskammer Bayern geht deutlich runter


Debeka-Chef Laue erklärte weiter: „Es geht bei unserer Anpassung – was Kritiker der Lebensversicherung gern behaupten – nicht darum, den Versicherten Leistungen vorzuenthalten, sondern um verantwortungsbewusste Maßnahmen zu ihrem Schutz.

Keine Panik bei Lebensversicherungen

Handelsblatt in 99 Sekunden Keine Panik bei Lebensversicherungen

Aufgrund sehr lange laufender Kapitalanlagen können wir aber auch langfristig mit dem aktuellen Zinsniveau umgehen.“ Dafür bilde die Debeka bereits seit längerer Zeit zusätzliche Rücklagen. Allein im Jahr 2012 führe die Debeka der gesetzlichen Zinsreserve zusätzliche 250 Millionen Euro zu. Auch dies müsse aus den laufenden Überschüssen finanziert werden.

Auch der größte Sparkassenversicherer, die Versicherungskammer Bayern, sieht die anhaltend niedrigen Zinsen als Herausforderung. Um langfristig eine gute Verzinsung zu finanzieren, seien hohe Reserven ein unverzichtbarer Garant. Die Bayern-Versicherung Lebensversicherung AG, größter Lebensversicherer des Konzerns VKB, zähle zu den Gesellschaften mit den höchsten Bewertungsreserven in der Branche.

Wichtige Kennziffern für Lebensversicherer

  • Nettoverzinsung

    Bei der Nettoverzinsung werden sämtliche Erträge und Aufwendungen aus Kapitalanlagen berücksichtigt. In die Berechnung einbezogen sind somit auch Erträge und Verluste aus dem Abgang von Kapitalanlagen sowie die Abschreibungen auf Wertpapiere. Diese Kennzahl kann daher relativ starken Schwankungen unterworfen sein. Die Berechnung der Nettoverzinsung erfolgt nach den Empfehlungen des LV-Verbandes.

  • Abschlusskosten in Prozent der Beitragssumme des Neugeschäfts

    Abschlusskosten entstehen im Zusammenhang mit dem Neugeschäft. In der Regel sind die Kosten kalkulatorischer Bestandteil des Versicherungsprodukts, die der Versicherungsnehmer (zumindest teilweise) im Rahmen seiner Prämie trägt.

  • Verwaltungskosten in Prozent der gebuchten Bruttobeiträge

    Diese Kostenquote beinhaltet die Kostenpositionen des Jahresabschlusses, die nicht unmittelbar dem Neugeschäft zuzuordnen sind. Hieraus lässt sich erkennen, wie hoch die Kostenbelastung in Relation zu den eingenommenen Beiträgen ist.

  • RfB-Quote

    Der freien RfB (Rückstellung für Beitragsrückerstattung) kommt die Bedeutung einer Pufferfunktion zur Glättung der jährlichen Gewinnbeteiligung zu. Die freie RfB in Prozent der Deckungsrückstellung ist ein Indikator für die Höhe dieses „Puffers“ in Relation zur gesamten Deckungsrückstellung der Versicherten im Geschäftsjahr.

  • Überschussquote

    Die Zuführung zur Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB in Prozent der gebuchten Bruttobeiträge und Nettoerträge aus Kapitalanlagen) gibt Aufschluss darüber, wie groß der Anteil der Erträge ist, der der Versichertengemeinschaft in Form von Überschüssen zugute kommt.

  • Wachstumsquote

    Das Wachstum eines Versicherungsunternehmens wird hier an drei Größenpositionen gemessen: Entwicklung der Beiträge (50%), Entwicklung der Kapitalanlagen (25%) und Entwicklung der Versicherungssummen (25%).

  • Storno kapitalbildende Tarife

    Das Storno erfasst die Verträge der kapitalbildenden Tarife (Kapital- und Rententarife), die vorzeitig - also vor Vertragsablauf - gekündigt oder beitragsfrei gestellt werden. Es lässt einen Rückschluss auf die Qualität der Beratung, der Tarife und der Vertriebswege zu.

  • Modifizierte Eigenmittelquote

    Die modifizierte Eigenmittelquote ist ein Maßstab dafür, in welchem Umfang ein Lebensversicherer Risiken durch die Eigenmittel Eigenkapital und Schlussüberschussanteil-Fonds (SÜAF) abdecken kann. Hierfür wird eine Quote gebildet, welche die Summe dieser beiden Eigenmittel der Deckungsrückstellung gegenüberstellt.

  • Bewertungsreserve

    Die Reservequote zeigt, wie groß der Anteil der so genannten Stillen Reserven in Prozent der gesamten Kapitalanlagen zum Bilanzstichtag war. Die Stillen Reserven ergeben sich im Wesentlichen aus abgeschriebenen bzw. zum Niederstwert angesetzten Buchwerten (z. B. Grundstücke, Aktien und Investmentfondsanteile) gegenüber ihren zum Stichtag ermittelten und angesetzten Marktwerten. Die Bewertungsreserve wurde erstmals im Bilanzjahrgang 1997 in den Geschäftsberichten ausgewiesen. Seit dem Bilanzjahrgang 2007 sind auch die Stillen Reserven in den zu Nennwert bilanzierten Kapitalanlagen angabepflichtig und sind entsprechend integriert. Quelle: Morgen & Morgen

Dennoch senkt das Unternehmen seine Überschussbeteiligung 2013 auf einen der niedrigsten Werte in der Branche: 3,1 Prozent. Bisher waren es 3,5 Prozent. Die Bayern-Versicherung bietet darüber hinaus auch im Jahr 2013 eine attraktive Gesamtverzinsung auf den Sparanteil.

Für Neuverträge gegen laufenden Beitrag betrage diese 3,7 Prozent. Darin enthalten seien 0,6 Prozent für den Schlussüberschuss inklusive der Mindestbeteiligung an den Bewertungsreserven. Die Gesamtverzinsung für Neuverträge gegen Einmalbeitrag liege bei bis zu 3,3 Prozent auf den Sparanteil.

Lebensversicherungen: So viel erhalten die Kunden 2013

  • Worum es geht

    Die jährliche Zinsgutschrift der Lebensversicherer heißt Überschussbeteiligung. Sie setzt sich zusammen aus dem Garantiezins und einem Bonus. Derzeit beträgt der Garantiezins 1,75 Prozent. In alten Verträgen kann er bis zu vier Prozent betragen. Beschlossen ist jetzt, den Garantiezins ab 2015 auf 1,25 Prozent zu senken.

  • Was die Versicherer gerne nennen

    Die Lebensversicherer weisen neben der Überschussbeteiligung gerne noch die Gesamtverzinsung eines Vertrags aus, der gerade ausläuft. Diese Prozentzahl ist etwas höher, weil der Kunde noch einen Zuschlag aus weiteren Gewinntöpfen der Lebensversicherer erhält – weil er bis zum Ende durchgehalten hat.

  • Branchenschnitt

    Analysten erwarten, dass die Überschussbeteiligung für 2014 weiter sinkt – im Schnitt von knapp vier Prozent im Jahre 2012 auf nun 3,4 bis 3,5 Prozent im Jahre 2014.

  • Langfristiger Trend

    Die Zinsgutschriften der Lebensversicherungen fallen seit mehr als einem Jahrzehnt. Ursache ist der starke Rückgang der Kapitalmarktzinsen.

  • Der Branchenführer

    Der Branchenführer Allianz senkt die Überschussbeteiligung von 4,0 Prozent im Jahre 2012 auf 3,6 Prozent für die Jahre 2013 und 2014.

  • Ein großer Konkurrent

    Für die klassischen Renten- und Lebensversicherungen von AXA und DBV wird die laufende Verzinsung (Garantieverzinsung plus Zinsüberschussanteil) im kommenden Jahr bei 3,65 Prozent liegen (2012: 3,8 Prozent). Die Gesamtverzinsung 2013 wird einschließlich des Kostenüberschussanteils, des Schlussgewinnanteils und der Sockelbeteiligung an den Bewertungsreserven im Schnitt 4,4 Prozent erreichen (2012: 4,6 Prozent).

  • Die Besten

    Sehr hohe Überschussbeteiligungen zwischen 4,05 und 3,6 Prozent weisen diese Gesellschaften aus: My Life, Ideal, Cosmos Direkt, Volkswohl Bund, Direkte Leben Stuttgarter, die Bayerische, Debeka und die Stuttgarter Leben.

  • Die Schlechten

    Viele Lebensversicherer schaffen nur noch eine Überschussbeteiligung von drei Prozent. Dazu zählen 2014: Versicherungskammer Bayern, Swiss Life, HDI Gerling, Victoria und Zurich. Effektiv liegt die Zinsgutschrift damit deutlich unter der Marke.

  • Zwei Topanbieter

    Die Kunden des Landeslebenshilfe V.V.a.G. (LLH) erhalten für ihre Guthaben in 2013 eine laufende Verzinsung von 4,25 Prozent und damit eine seit Jahren überdurchschnittlich hohe Überschussbeteiligung. Einschließlich Schlussüberschussbeteiligung werde sich eine Gesamtverzinsung von durchschnittlich 5,0 Prozent ergeben, die damit weiterhin deutlich über dem Marktniveau liegen werde, teilte der Versicherer mit. Noch etwas besser ist Targo mit 4,3 Prozent.

Die Sparte Lebensversicherung des Sparkassenversicherers verzeichnete 2012 ein starkes Beitragswachstum. Die Prämien stiegen den Angaben zufolge um 5,9 Prozent auf 2,62 Mrd. Euro. Die Einnahmen aus laufenden Beiträgen lägen in etwa auf Vorjahresniveau.

Die Einmalbeiträge legten um 14,9 Prozent zu. Die Verwaltungskostenquote liege mit 1,7 Prozent deutlich unter dem Marktniveau (2,4 Prozent). Der Kapitalanlagenbestand habe sich um 2,2 Prozent auf 23,35 Milliarden Euro erhöht.


Studie Warum Versicherer an ihren eigenen Produkten zweifeln

Um in Zukunft ihre Rolle als Lebensversicherer optimal ausüben zu können, fordert ein großer Teil der Gesellschaften eine Verbesserung der politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Dass ergab die Studie „Lebensversicherung 2.0 – Perspektiven und Herausforderungen“, die vom Lebensrückversicherer RGA, dem Prüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte und dem Institut für Versicherungswissenschaften, Leipzig (IfVW) durchgeführt wurde.

Bild: dpa

Die Kunden der Deutscher Ring Lebensversicherungs-AG erhalten eine laufende Verzinsung von 3,5 Prozent fest. Damit betrage die Gesamtverzinsung inklusive Schlussüberschuss und Sockelbeteiligung an der Bewertungsbeteiligung für langjährige Kunden durchschnittlich 4,15 Prozent. Die Deutscher Ring Lebensversicherungs-AG, Hamburg, wird am 21. Dezember 2012 umbenannt in Basler Lebensversicherungs-AG. Sie ist Teil der Basler Versicherungen in Deutschland.

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  • 05.01.2013, 11:26 Uhrvisitor

    Gut, dass es das HB gibt! Nachdem sich hier im Forum die Versicherungsfuzzies die Bälle nach bewährtem Vertriebsmuster nur so hin und her werfen und natürlich alle anderen keine Ahnung von der ach so schwierigen Materie haben, sollte schon mal ein Blick darauf geworfen werden, was unter dem Strich heraus kommt! Und da sieht es gar nicht so schlecht aus - für die Versicherer! Denn eines ist sicher: die eigene Rendite! Auch wenn sich Vertrieb und Gesellschaft wie Haifische um die Beute streiten, es reicht für beide! Wenn die unwissenden Kunden so blöd sind und sich nicht umgehend informieren: selber schuld!

  • 03.01.2013, 13:52 UhrVAG

    Schauen Sie sich die RechVersV die Deckungsrückstellungsverordnung und insb. das VAG an. Es gibt keine Möglichkeit Gewinne oder Reserven am Kunden vorbei an den Aktionär zu schleusen.
    Alles unfug, alles Unwissen.

  • 03.01.2013, 13:48 Uhrkingstoncitylive@yahoo.de

    Volle Unterstützunh füt RainerL.

    Die Branche und die Verbraucherschützer haben das Geschäftsmodell und Bilanzmathematik noch nicht verstanden.
    Bewertungsreserven vorher ausschütten ist Unfug. Die Branche wird für vorsichtiges Wirtschaften, im kontrast zu den Banken, bestraft.

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