DüsseldorfEine Lebensversicherung schockiert ihre Kunden - und lässt schlimme Nachrichten für die Inhaber von rund 90 Millionen Verträgen erwarten. Die im Branchenvergleich als besonders stabil geltende Alte Leipziger drückt ihre Kundenzuschriften für das kommende Jahr überraschend deutlich. Gleich um 0,5 Prozentpunkte sinkt die viel beachtete Überschussbeteiligung – auf nun 3,35 Prozent. Damit liegt der Versicherer inzwischen deutlich unter dem Branchenschnitt dieses Jahres, der bei rund 3,9 Prozent lag.
Vor einem Jahr gaben sich die Lebensversicherer noch viel Mühe, die Marke von vier Prozent mit ihren Zinsgutschriften zu schaffen. Mit dem fortgesetzten Zinsrückgang in diesem Jahr dürfte die symbolische Marke nun weitgehend an Bedeutung verlieren.
Bitter ist das für Kunden, denen vor Jahren einmal hohe Ablaufleistungen versprochen worden waren. Sie müssen nun nochmals mit deutlich weniger rechnen, als es der Versicherer bei Vertragsabschluss unverbindlich vorgerechnet hatte.
Auffällig ist an der Mitteilung der Alten Leipziger zudem: Damit rückt ein wichtiger Lebensversicherer sehr nah an die Marke von drei Prozent heran. Dass dies bereits im November und damit sehr früh veröffentlich wird, ist zudem kein Zufall.
Bei Europa beträgt die Beitragsrendite 5 Prozent und die Überschussbeteiligung 4,35 Prozent.
(Quellen: Morgen & Morgen, BVI, Map-Report, Allianz)
Bei Cosmos Direkt beträgt die Beitragsrendite 4,50 Prozent und die Überschussbeteiligung 4,05 Prozent.
Bei Targo beträgt die Beitragsrendite 4,40 Prozent und die Überschussbeteiligung 4,60 Prozent.
Bei Huk beträgt die Beitragsrendite 4,30 Prozent und die Überschussbeteiligung 4 Prozent.
Bei der Öffentlichen Braunschweig beträgt die Beitragsrendite 4,30 Prozent und die Überschussbeteiligung 3,80 Prozent.
Bei der Allianz beträgt die Beitragsrendite 3,80 Prozent und die Überschussbeteiligung 4 Prozent.
Bei Rheinland beträgt die Beitragsrendite 2,70 Prozent und die Überschussbeteiligung 3,60 Prozent.
Bei Universa beträgt die Beitragsrendite 2,70 Prozent und die Überschussbeteiligung 3,50 Prozent.
Bei der Öffentlichen Berlin beträgt die Beitragsrendite 2,70 Prozent und die Überschussbeteiligung 3,30 Prozent.
Bei der VPV Lebensversicherungs AG beträgt die Beitragsrendite 2,70 Prozent und die Überschussbeteiligung 3,25 Prozent.
Beim Münchener Verein beträgt die Beitragsrendite 2,40 Prozent und die Überschussbeteiligung 3 Prozent.
Denn derzeit überlegen alle Lebensversicherer, wie stark sie die Überschussbeteiligung für 2013 anpassen. Die Aktion der Alten Leipziger könnte diese Diskussionen beeinflussen und einen Trend zu einer wesentlich deutlicheren Absenkung auslösen als er noch in den Vorjahren zu beobachten war.
Allgemein rechnen Analysten in diesem Jahr ohnehin erst mit sehr späten Deklarationen. Das heißt, die Versicherer wollen sich viel Zeit lassen, bis sie ihre jeweilige Zinsgutschrift für das nächste Jahr den Kunden verbindlich zusagen.
Das hängt mit der Zinsentwicklung zusammen, die immer schwerer vorherzusagen ist. Die Kapitalmarktzinsen in Deutschland hätten in den letzten Jahren ein Niedrigzinsniveau erreicht, das mit dem in Japan oder der Schweiz vergleichbar ist, begründete der Versicherer Alte Leipziger etwa seine Aktion.

Also den § 89 VAG gibt es schon etwas länger. Er dient zur Vermeidung eines Insolvenzverfahrens, das aber ohnehin nur von der Aufsicht beantragt werden kann. Kann es sein, dass Sie einfach keine Ahnung haben?

Sie waren aber schon mal besser, was die Informationen über Alternativen zur Kündigung betrifft. Wenn ich mir da beispielsweise Ihren Artikel vom 27. März dieses Jahres durchlese ("Wie Lebensversicherer Ihre Kunden überlisten von Thomas Schmitt: http://www.handelsblatt.com/finanzen/vorsorge-versicherung/nachrichten/kuendigung-wie-lebensversicherer-ihre-kunden-ueberlisten/6441696.html), so waren die Informationen dort wesentlich aussagekräftiger, als die drei Alternativen, die sie hier auflisten (Umsatteln auf RLV, Laufzeitverkürzung, Beitragsfreistellung). Aktuell sehen BdV und Stiftung Warentest im Verkauf der Police auf dem Zweitmarkt die beste Alternative zur Kündigung.

Man kann das auch so sehen:
Ein kluger Schachzug der Alten Leipziger.
Der Druck ist beim Marktführer, der Allianz.
Senkt diese den Garantiezins zu stark, wird das Neugeschäft schwierig(er). Eine zu geringe Senkung könnte dazu führen, dass schwache Mitbewerber mit dem Marktführer „zwangsvereinigt“ werden....
Als Kunde würde ich sagen, da geht noch was…..






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