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Verbraucherschützer: „Die Versicherer haben in der Altersvorsorge versagt“

Der Verbraucherschützer Axel Kleinlein gilt als schärfster Kritiker der Branche. Im Interview verrät er, warum Lebensversicherungen, Riester- und Rürup-Rente nichts taugen und mit welchen Allianz-Vorständen er sich duzt.

Axel Kleinlein ist Vorsitzender des Vorstandes des Bundes der Versicherten und gilt aktuell als der schärfste Kritiker der Versicherer. Quelle: Frank Beer für Handelsblatt
Axel Kleinlein ist Vorsitzender des Vorstandes des Bundes der Versicherten und gilt aktuell als der schärfste Kritiker der Versicherer. Quelle: Frank Beer für Handelsblatt

Herr Kleinlein, unter Versicherern gelten Sie als einer der meistgehassten Menschen der Republik. Wie lebt es sich mit diesem Ruf?
Wie meinen Sie das? Ich glaube nicht, dass ich so gehasst werde.

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Sie gelten als schärfster Kritiker der Versicherungsbranche, einer der mächtigsten Industrien des Landes…
Einige Vorstände mögen mir nicht immer gut gesonnen sein. Von der Basis der Versicherungsbranche erhalte ich aber viel Zuspruch. Ich besuche etwa häufiger Veranstaltungen für Vermittler. Die sind dankbar, dass ich ihnen die Produkte erkläre. Wer versteht schon einen zweifach gesicherten Dreifach-Hybrid? Die Gesellschaften lassen den Vertrieb ja bewusst in Unwissenheit.

Wieso?
Damit sie diese Produkte ohne Gewissensbisse verkaufen können. Nicht nur der Kunde ist der Gelackmeierte, auch der Vermittler. Vermittler sollten bessere Produkte einfordern.

Sie kritisieren vor allem die Riester-Rente scharf. Was ist eigentlich so schlimm daran, dass der Staat die private Altersvorsorge fördert?
Die Einführung wurde mit Jubel von allen Seiten begleitet. Mit einigem Abstand müssen wir aber feststellen: Die Riester-Rente ist mittlerweile ineffizient. Anleger können heute ihr Geld in vielen Fällen genauso gut in einen Sparstrumpf legen. Das wäre ähnlich ineffizient. Die Branche bietet keine Produkte an, die es wert wären gefördert zu werden. Das ist ein Problem.

Analyse Was Versicherer alles falsch machen

Die Verbraucherschützer vom Bund der Versicherten machen aktuell mobil gegen die Versicherungsbranche. Handelsblatt Online analysiert was die Verbraucherschützer kritisieren und wie valide die Kritik ist.

Analyse: Was Versicherer alles falsch machen

Warum?
Jeder Euro, der in die Förderung geht, muss von einem Steuerzahler abgeführt werden. Das Projekt lohnt sich volkswirtschaftlich nicht. Und das Risiko der Altersarmut wächst.

Was kritisieren sie konkret an der Riester-Rente?
Vor allem die Sterbetafeln. Die Versicherer kalkulieren damit, dass ein neugeborenes Mädchen 103 Jahre alt wird. Bei fondsgebundenen Lösungen unterstellen einige Versicherer sogar, dass heute geborene Mädchen durchschnittlich 111 Jahre alt würden. Jenseits dessen kalkulierten einige Anbieter sogar mit Lebenserwartungen von mehr als 130 Jahren.

Werden die Menschen nicht immer älter?
Analysen des Statistischen Bundesamtes sehen die Lebenserwartung viel niedriger. Erwartungen die so deutlich über hundert Jahre liegen sind doch absurd. Die Allianz hat einmal in einer Aktionärszeitung einen Wissenschaftler zitiert, der erklärte, dass wir alle bald 150 Jahre alt werden. Das war nicht als Satire gedacht. Es zeigt aber die Willkür, mit der hier gerechnet wird.

  • 25.12.2012, 17:00 UhrPubliusAeliusHadrianusOlympios

    Mit dem Geld ist es wie mit den Frauen - Wer alle behalten will, muß sich selbst kümmern. Und das ist auch nicht sicher.

    Versicherungen sind grundsätzlich unproduktiv. Wenn der Zins, der das eigentliche Problem unseres Wirtschaftssystems ist, auf dauer niedrig ist bzw. wegfällt, bricht das System in seiner heutigen Form über kurz oder lang zusammen. Nur das ist sicher

  • 05.11.2012, 17:37 UhrRudi_Dutschke

    "Hier kurz meine leidvollen Riestererfahrungen mit Signal-Iduna bzw. Hansainvest: 2002 Abschluss eines auf Fonds basierenden Riestervertrages. Eingezahlt wurde bis 2010 jeweils der Höchstförderbetrag, also insgesamt € 10.808, so dass sich einschließlich Zinsen ein Guthaben von insgesamt € 11.601,22 im Nov. 2011 zur Verrentung ergab. Darin enthalten sind keine staatlichen Prämien. Die hat es auch heute nach 10 Jahren trotz fristgerechter Antragstellung nicht gegeben. Übrigens sind die Prämienanträge für die Jahre 2005 bis 2007 verschwunden. Und die anderen Prämien kümmert sich die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen seit 6 Monaten. Die Bearbeitung des Rentenantrags bei Signal-Iduna dauerte von Sept. 2011 bis zum 14.12.2011. Dann wurde eine Monatsrente von € 43,46 mitgeteilt. Diese wurde dann im Jan. auf € 30,45 vermindert, im Oktober gab es dann nur noch € 15,22 und gestern waren es für Nov. 12 € 19,66!!
    Das einzig Positive war die Auszahlung von 30 % des Guthabens im Dez.2012, aber das war ja schließlich auch nur mein Geld, was ich nur zurückbekam.
    Das alles ohne eine schriftl. oder mündl. Information. Nie mehr Signal-Iduna!!"

  • 02.11.2012, 18:06 Uhrsadelux

    Viele Kinder kriegen und darauf hoffen, dass diese einem im Alter unterstützen - ist weltweit und zu jeder Zeit das einzige System, das im Durchschnitt funktioniert hat.

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