Zunächst schien es 2009 so, als ob Göker mit der Insolvenz der MEG in Kassel auch selbst aus dem Verkauf von privaten Krankenversicherungen raus ist. Doch inzwischen ist klar, dass der Skandalvertreter sein Geschäft in der Türkei weitergeführt hat – wenn auch nicht im eigenen Namen, sondern unter dem Mantel einer Firma, die seiner Mutter gehört.
Wie sein System funktioniert hat, war bisher nur schemenhaft zu erkennen. Doch in den vergangenen Monaten wurden einige Dinge klarer. Es ist eine Geschichte, die zum Kriminalfall wird. Entscheidend dazu beigetragen haben Ermittlungen der Kasseler Staatsanwälte, die im März bundesweit Büros von Verkäufern und Versicherungsgesellschaften durchsucht haben und anschließend eine Anklageschrift verfassten.
Der Vorwurf: Verdacht des gewerbsmäßigen Verrats von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen und Verstoß gegen das Bundesdatenschutzgesetz.
Hermann-Josef Tenhagen ist Chefredakteur der Zeitschrift „Finanztest“.
Quelle: Rede zur Verleihung des Helmut-Schmidt-Journalistenpreises für den Film „Versicherungsvertreter“. Der Film ist von Klaus Stern aus Kassel gedreht worden.
„In der Branche gebe es nur vereinzelt schwarze Schafe, möchten uns viele Versicherungsunternehmen gern weismachen. Lustreisen nach Budapest seien wirklich die Ausnahme. Klaus Sterns Verdienst ist es, mit diesem Film über den bankrotten Versicherungsguru Mehmet Göker und seine Kasseler Firma MEG dieses Bild der Branche zu korrigieren.“
„Stern zeigt ganze schwarze Herden, präsentiert einen besonders eindrucksvollen schwarzen Leithammel und zeigt uns die dazugehörigen Schäfer aus den Vorstandsetagen der Assekuranz. Der Preisträger portraitiert einen jungen Versicherungsverkäufer ganz aus der Nähe und zeichnet dabei ein eindrucksvolles Bild der Mechanik der Branche. Der Film über das Kasseler Vertriebsgenie macht unbefangene Zuschauer - selbst uns in der Jury - baff.“
„Göker will reich werden, vor allem aber will er anerkannt werden, wie sein Vorbild Maschmeyer. Der 30jährige handelt so, wie Versicherungsvermittler sich das Agieren eines erfolgreichen Chefs vorstellen: Termine mit Günter Netzer, die spontane Reise der Vertriebstruppe im Ferrari nach Monaco.“
„Klaus Stern filmt unaufgeregt, nicht moralisch, er ist nah dran an seinem Protagonisten, zeigt dessen Kinderstube und auch den Fluchtort nach dem Scheitern, einen türkischen Badeort. Stern hat uns in der Jury überzeugt. Stern ist so nah dran, dass sich auch die Arbeitenden der Branche wieder erkennen.“
„Meine gegelten Versicherungskaufleute folgten gebannt dem Film, vor allem als ihre Vertriebsvorstände Göker, das Genie von Kassel, als den besten Verkäufer privater Krankenversicherungspolicen feiern und Göker viel mehr Geld für die gleiche Arbeit versprechen als sie selbst an der Basis je bekamen. Es geht um etliche tausend Euro für jede vermittelte Krankenversicherung.“
„In den Monaten Mai und Juni dieses Jahres waren die wichtigsten Lobbyisten der Versicherungsbranche oft damit beschäftigt, Mehmets Gökers Geschichte in die Vergangenheit zu verbannen. Klaus Sterns in jahrelanger Kleinarbeit entstandener Film hatte mitten ins Schwarze getroffen, so etwas dürfe nicht wieder vorkommen, so die Standardansage auf den Kongressen.“
„Hätte es noch eines Beweises für die Relevanz des Films bedurft, hatte ihn zuvor der Gesetzgeber selbst geliefert. Tatsächlich musste der Bundestag im Herbst 2011 neue Regeln für die Vermittlung privater Krankenversicherungen verabschieden. Das Gesetz soll die Kunden vor exzessiven Vertriebsprovisionen, vor - darf man sowas sagen? - durchgeknallten Vertriebsvorständen und letztlich auch die Vertriebsfirmen voreinander schützen. Nach dem Gesetzgeber gerufen hatte die Branche selbst.“
Zur Aufklärung tragen außerdem immer mehr enttäuschte Versicherungsverkäufer bei. Sie hatten sich zunächst das große Geld durch die neuen Geschäfte von Göker erhofft. Nun stellen manche ernüchtert fest, dass daraus wohl nichts mehr werden dürfte.
Schließlich trägt auch Göker durch seine Werbung und seine Dementis im Internet und in Interviews immer wieder dazu bei, einige Zusammenhänge zumindest zu erhellen. Insgesamt liefert das einen ernüchternden Blick auf Versicherungsvertriebe und deren Auftraggeber, die deutschen Versicherer.
Was manche Manager in der Versicherungsbranche besonders irritiert: Göker hat sich über Jahre im Vertrieb von privaten Krankenversicherungen gehalten, obwohl er doch spätestens 2009 schon in der gesamten Branche als schwarzes Schaf galt.

3. Dass man etws investieren muss, um als Unternehmer Geld zu verdienen ist für jeden der ein solcher sein will, nur logisch. Dann wäre es ethisch auch verwerflich, dass Mc Donalds 1 Mio Franchise Gebühr verlangt, nur dass man eine Filiale eröffnen darf. Außerdem zahlt man für die Nutzung der Produkte und nicht für das Geschäft. Will ich nur das Geschäft betreiben und nicht die Produkte nutzen, könnte ich mich auch nur für einmalig 30 $ registrieren lassen.
4. Dass Herr Göker Talk Fusion macht, dafür kann Talk Fusion nichts. Er hat sich als Geschäftspartner registriert und hat dazu das Recht wie jeder andere. Verstösst er mit seiner Vertriebsstrategie gegen die Statuten, wird ihm gekündigt, wie bereits anderen, die sich nicht an die Ethikstandards gehalten hatten.

Da muss ich mal ganz klar ein paar verdrehte Fakten hier klar stellen:
1. Bei Talk Fusion handelt es sich um ein Unternehmen welches Produkte vertreibt im Direktvetrieb, wies Tupperware oder Avon seit vielen Jahren nicht anders tun.
2. Es handelt sich um qualitativ hochwertige Produkte der Videokommunikation und des Videomarketing, die bereits Auszeichnungen haben und das Unternehmen wurde ethisch zertifiziert.

Es ist mir ein Rätsel, warum dieser Gauner immer noch frei herumläuft. Dank Typen wie Göker, Maschmeyer und anderer Strukkis "genießt" unsere Branche einen misserablen Ruf. Ich für meinen Teil, möchte mit solchen "Beratern" nicht in einen Topf geschmissen werden und nichts zu tun haben. Berichte wie dieser sind für sogenannte "Verbraucherschützer" natürlich ein gefundenes Fressen, um wieder pauschal über das Thema Provisionen herziehen zu können. Ich kann es nicht mehr hören, denn ein seriöser Versicherungsmakler hat mit solchen Geschäftsmodellen nichts zu tun.






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