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Das wahre Leben des Mehmet Göker

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Insider berichten von hohen Stornoquoten

Am Anfang gleicht dieses Geschäftsmodell für freie Vermittler und Vertriebe jedoch einer Gelddruckmaschine. Und weil die Stornohaftungszeit 2009 bis 2011 noch 12 Monate betrugt, bedeutete das: „Alle 12 Monate konnte man die Kunden wieder anrufen und das Geschäft umdecken“, so der Insider.

Kunden wurden einfach zu anderen Gesellschaften gelotst, weil dort die Beiträge angeblich niedriger seien oder die Leistungen besser seien, erläutert der Kenner der Vermittlerbranche weiter. Für diese Neuverträge kassierten die Vermittler dann wieder hohe Provisionen.

Ein großer Vorteil des neuen Systems: Für Göker ist das Geschäft stornofrei, da er persönlich nicht haftbar gemacht werden kann. Der Verkauf lief den Angaben zufolge auch weiter als die Bundesregierung die Stornohaftungszeiten auf fünf Jahre verlängerte und die Provisionen deckelte. Das Problem der Rückzahlung der Provisionen für Wechsler betrifft Göker nicht. Dafür mussten die Strohmänner in Deutschland aufkommen.

Gökers Welt: Provisionen und Versicherer

  • Versicherer zahlten Provisions-Vorschüsse in Millionenhöhe

    Der Finanzvertrieb MEG und dessen Ex-Chef Mehmet Göker gelten als Paradebeispiel dafür, wie Finanzunternehmen über Provisionen Anreize für Verkäufer setzen. Im Insolvenzbericht der MEG heißt es: „Anfang des Jahres 2009 hatten vier Versicherungsgesellschaften Provisionsvorschüsse gezahlt, die im Jahr 2009 und teilweise auch noch in 2010 abgearbeitet werden sollten.“ Insgesamt waren das 19,5 Millionen Euro. „Etwa zur Jahresmitte valutierten diese Vorschüsse noch in Höhe von 11,28 Millionen Euro und waren im Übrigen tatsächlich durch entstandene Provisionsansprüche abgearbeitet. Es wurden dann weitere Vorschüsse gezahlt unter teilweiser Verrechnung der noch nicht abgearbeiteten Vorschüsse.“

  • Versicherer forderten mehr als 20 Millionen Euro zurück

    Insgesamt ergaben sich aus Vorschüssen 15,7 Millionen Euro an Forderungen der Versicherer an MEG. Diese Forderungen der Versicherungsgesellschaften erhöhten sich jedoch noch erheblich, weil viele der bereits verrechneten Provisionsansprüche der MEG storniert werden mussten. Überschlägig ist jedoch davon auszugehen, dass weitere ca. 15 Millionen Euro aus Stornierungen von den Versicherungsgesellschaften geltend gemacht werden können. Ingesamt schätzt der Insolvenzverwalter die Forderungen der Versicherer aus gezahlten Vorschüssen (ohne Axa) auf 21 Millionen Euro.

  • Allianz

    Die Allianz ist der drittgrößte private Krankenversicherer.

    Für 2009 gezahlter Provisionsvorschuss: 2 Millionen Euro

    Forderung aus nicht abgearbeiteten Vorschüssen: 1,7 Millionen Euro

  • Axa

    Die Tochter des französischen Versicherers ist der viertgrößte private Krankenversicherer

    Für 2009 gezahlter Provisionsvorschuss: 10 Millionen Euro

    Forderung aus nicht abgearbeiteten Vorschüssen: 7 Millionen Euro

    AXA ist in einer Stundungsvereinbarung vom 28.09.2009 mit allen ihren zum damaligen Zeitpunkt bestehenden Forderungen zur Vermeidung einer Überschuldung der MEG hinter alle anderen Forderungen von Gläubigern im Rang zurückgetreten ist. Ihre Forderung: 11 Millionen Euro.

     

  • Central

    Der fünftgrößte deutsche Krankenversicherer ist eine Tochter der Generali Deutschland. Die Gesellschaft arbeitet bevorzugt mit dem größten deutschen Finanzvertrieb zusammen, der DVAG.

    Für 2009 gezahlter Provisionsvorschuss: 8 Millionen Euro

    Forderung aus nicht abgearbeiteten Vorschüssen: 4 Millionen Euro

     

  • Sparkassenversicherer

    Consal arbeitete mit MEG. Die Gesellschaft gehört zu den Sparkassenversicherern. Die Bayerische Beamtenkrankenkasse AG und die Union Krankenkasse AG sind Teil der Versicherungskammer Bayern und bilden zusammen den siebtgrößten privaten Krankenversicherer. Sie sind unter dem Dach der Consal Beteiligungsgesellschaft AG vereint. 

    Für 2009 gezahlter Provisionsvorschuss:  3,5 Millionen Euro

    Forderung aus nicht abgearbeiteten Vorschüssen:  1,5 Millionen Euro

     

  • Inter

    Inter ist die Nummer 16 im Markt der privaten Krankenversicherer.

    Für 2009 gezahlter Provisionsvorschuss: 1,5 Millionen Euro

    Forderung aus nicht abgearbeiteten Vorschüssen:  1,5 Millionen Euro

     

  • Hallesche

    Der zehngrößte Krankenversicherer gehört zum Konzern Alte Leipziger und wird immer wieder genannt. Der Filmemacher Klaus Stern etwa hatte eine Liste mit 120 Gesprächspartnern, die er nach und nach abarbeitete. Nur die Versicherungskonzerne wie Axa oder Hallesche wollten sich nicht äußern. „Die waren zu keinem Interview vor der Kamera bereit“, sagte er HNA Online zufolge. Die 5. Zivilkammer des Kasseler Landgerichts urteilte im September 2011, dass das Ex-MEG-Vorstandsmitglied Patrick Drönner nichts von zuvor kassierten Provisionen zurückzahlen muss. Die Hallesche Versicherung will laut HNA Online von dem ehemaligen MEG-Vorstand insgesamt 1,5 Millionen Euro an gezahlten Bonifikationen und Provisionvorschüssen zurückhaben.

  • Aragon

    Die Vertriebsgesellschaft Aragon AG hat nach Übernahme der Aktien der MEG dieser ein Darlehen ausgereicht in Höhe von 6,5 Millionen Euro und sich zur Besicherung dieses Darlehens den Datenbestand der MEG abtreten lassen.

Ein großes Problem, da der Informant von „Stornoquoten bis 60 Prozent“ berichtet. Einige deutsche Vertriebe,  mussten angeblich wegen der Rückzahlungspflicht Insolvenz anmelden. Kein Problem für Göker, meint der Insider: „Wenn ein Vertrieb Pleite geht, sucht sich Göker eben einen anderen“.

Solch ein Geschäftsmodell ist natürlich nicht ewig durchzuhalten, weil sich das Prinzip irgendwann herumspricht. Der Nachwuchs könnte ausbleiben, außerdem dürfte auch die Publizität im Zusammenhang mit den Durchsuchungen und der Anklageschrift manchen Vertriebler verschreckt haben. Göker braucht also über kurz oder lang eine neue Geldquelle.

Genau das passiert gerade, wie auf Facebook zu verfolgen ist. Das Geschäft mit privaten Krankenversicherungen ist dem Vertriebsprofi offenbar zu heiß geworden. Er hat eine neue Geldquelle entdeckt, in die er seine Verkäufer jagen kann: Das Geschäft mit Videos, die man in Netzwerke wie Youtube hochlädt, per Email versendet oder über den Computer live zu Gesprächen verwendet.

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  • 28.05.2013, 12:45 UhrTalkFusionUser


    3. Dass man etws investieren muss, um als Unternehmer Geld zu verdienen ist für jeden der ein solcher sein will, nur logisch. Dann wäre es ethisch auch verwerflich, dass Mc Donalds 1 Mio Franchise Gebühr verlangt, nur dass man eine Filiale eröffnen darf. Außerdem zahlt man für die Nutzung der Produkte und nicht für das Geschäft. Will ich nur das Geschäft betreiben und nicht die Produkte nutzen, könnte ich mich auch nur für einmalig 30 $ registrieren lassen.

    4. Dass Herr Göker Talk Fusion macht, dafür kann Talk Fusion nichts. Er hat sich als Geschäftspartner registriert und hat dazu das Recht wie jeder andere. Verstösst er mit seiner Vertriebsstrategie gegen die Statuten, wird ihm gekündigt, wie bereits anderen, die sich nicht an die Ethikstandards gehalten hatten.

  • 28.05.2013, 12:44 UhrTalkFusionUser

    Da muss ich mal ganz klar ein paar verdrehte Fakten hier klar stellen:

    1. Bei Talk Fusion handelt es sich um ein Unternehmen welches Produkte vertreibt im Direktvetrieb, wies Tupperware oder Avon seit vielen Jahren nicht anders tun.

    2. Es handelt sich um qualitativ hochwertige Produkte der Videokommunikation und des Videomarketing, die bereits Auszeichnungen haben und das Unternehmen wurde ethisch zertifiziert.

  • 28.05.2013, 12:36 UhrStefan

    Es ist mir ein Rätsel, warum dieser Gauner immer noch frei herumläuft. Dank Typen wie Göker, Maschmeyer und anderer Strukkis "genießt" unsere Branche einen misserablen Ruf. Ich für meinen Teil, möchte mit solchen "Beratern" nicht in einen Topf geschmissen werden und nichts zu tun haben. Berichte wie dieser sind für sogenannte "Verbraucherschützer" natürlich ein gefundenes Fressen, um wieder pauschal über das Thema Provisionen herziehen zu können. Ich kann es nicht mehr hören, denn ein seriöser Versicherungsmakler hat mit solchen Geschäftsmodellen nichts zu tun.

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