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Vorsorge: Riester-Rente schadet Konjunktur

Knapp 13 Millionen Riester-Verträge haben die Deutschen abgeschlossen. Und damit der Wirtschaft kräftig geschadet. Das vermeldet zumindest ein gewerkschaftsnahes Forschungsinstitut. Die Riester-Rente hätte eine Wachstumsdelle verursacht, sei risikoreicher als die klassische Rente und renditeschwach.

Namensgeber der beliebten Rente: Walter Riester. Quelle: ap
Namensgeber der beliebten Rente: Walter Riester. Quelle: ap

HB BERLIN. Provate Altersvorsorge ist wichtig, schade aber der Konjunktur. Die Einführung der Riester-Rente habe das Wirtschaftswachstum in Deutschland merklich geschwächt, vermeldet das des gewerkschaftsnahe Forschungsinstituts IMK. Ohne die zusätzlichen Sparanstrengungen der Privathaushalte, die mit der staatlich geförderten Privatvorsorge verbunden seien, wäre das Wirtschaftswachstum in den Jahren 2002 bis 2007 um 0,8 Prozent höher ausgefallen, sagte IMK-Direktor Gustav Horn am Montag in Berlin. Die Riester-Rente bedeute für private Haushalte zudem unter dem Strich eine höhere Belastung bei der Altersvorsorge, die darüber hinaus risikoreicher sei als die umlagefinanzierte gesetzliche Rente. Höhere Renditen seien von der privaten Altersvorsorge auf Dauer auch nicht zu erwarten.

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"Gesamtwirtschaftlich sind die Auswirkungen dieser Rentenreformen eher negativ zu beurteilen", sagte Horn. Das für die Riester-Rente zurückgelegte Geld hätte andernfalls für den Konsum verwendet werden und so zum stärkeren Wachstum der Wirtschaftsleistung beitragen können. Aber auch für die Privathaushalte komme die private Zusatzvorsorge teurer, da sich die Arbeitgeber an den Kosten nicht beteiligten. Einschließlich Riester-Rente müssten Arbeitnehmer im Jahr 2030 15 Prozent ihres Lohns für die Altersvorsorge aufwenden, wovon elf Prozent auf die Hälfte des Beitragssatzes von 22 Prozent und vier Prozent auf die private Vorsorge entfielen. Ohne Rentenreformen läge der Beitragssatz zwar bei 25 Prozent, wobei die Gesamtbelastung mit 12,5 Prozentpunkten für Arbeitnehmer aber geringer ausfiele.

"Die Forderung an die Politik ist, dass sie das umlagefinanzierte Verfahren stärkt", sagte Horn. "Jeder sollte möglichst in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen müssen." Bei einer Rücknahme der Kürzungen des Rentenniveaus sinke der Anreiz, die Sparquote zu erhöhen. Das zahle sich gesamtwirtschaftlich in mehr Wachstum und Beschäftigung aus.

Die staatlich geförderte private Zusatzvorsorge war mit der Rentenreform 2001 unter dem damaligen Arbeitsminister Walter Riester beschlossen worden. Sie soll Kürzungen bei der gesetzlichen Altersrente ausgleichen. Arbeitnehmer können inzwischen bis zu vier Prozent ihres Bruttoeinkommens in Riester-Verträge einzahlen. Sie erhalten dafür eine Zulage vom Staat in Höhe von bis zu 154 Euro jährlich. Je Kind kommen noch einmal bis zu 185 Euro hinzu. Zusätzlich können die Ausgaben bei der Steuer geltend gemacht werden. Übersteigt die Steuerersparnis die Zulagen, wird der höhere Betrag erstattet.

  • 02.12.2009, 18:59 UhrAnonymer Benutzer: TommyH

    Tja, ich denke, dass der Wachstumseinbruch der Wirtschaft durch die Riester-Rente nicht so erheblich sein kann. Außerdem bleibt ja zu bedenken, dass das Ersparte von heute eben auch eine investition für die Zukunft ist. Die Rentenlücke wird kleiner und die Rentner der Zukunft können sich etwas mehr leisten!
    Auf www.riestermeister.de gibt es übrigens einen super Podcast zum Thema Riester-Rente.

  • 20.11.2009, 19:51 UhrAnonymer Benutzer: Wolfgang

    ich denke über den inhalt dieser Meinung kann man nicht einmal mehr lachen. ich würde sogar sagen, dass dieser Artikel der Redaktion des Handelsblattes eher schadet. Warum wird vieles immer platter? Meinungsfreiheit hin oder her.

  • 18.11.2009, 14:50 UhrAnonymer Benutzer: Peter

    Warum ist eine Studie ideologisch, wenn darin die Wahrheit beschrieben wird?

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