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Vorsorge: Riester wird noch unrentabler

Ab 2012 lohnt sich die Riester-Rente noch weniger. Verbraucherschützer warnen schon jetzt davor solche Verträge abzuschließen. Ab dem nächsten Jahr wird es noch weniger attraktiv. Vor allem Versicherungssparer leiden.

Die Riester-Rente als Altersvorsorge lohnt sich kaum noch. Quelle: dpa
Die Riester-Rente als Altersvorsorge lohnt sich kaum noch. Quelle: dpa

DüsseldorfMit guten Vorsätzen ins neue Jahr starten und im Januar einen Riester-Vertrag abschließen? Das ist keine gute Idee, meinen Verbraucherschützer, denn die Riester-Rente wird immer unrentabler. „Die jetzt schon als unrentabel erkannte Riester-Rente wird durch Neuregelungen noch unattraktiver" sagt Axel Kleinlein, Vorstandsvorsitzender des Bundes der Versicherten (BdV).Gründe dafür sind die Senkung des Garantiezinses und ein höheres Mindestalter für den Rentenbezug.

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Gerade erst hatte Kleinlein in einer Studie gezeigt, dass die Rendite der Riester-Rente seit ihrer Einführung 2001 stetig gesunken ist, die Höhe der monatlichen Rentenzahlungen wird also immer geringer. Zum Jahreswechsel drohen Versicherten, die ihren Vertrag neu abschließen, weitere Rendite-Einbußen.

So wird der Garantiezins zum 1. Januar 2012 von aktuell höchstens 2,25 Prozent auf dann maximal 1,75 Prozent gesenkt. Betroffen davon sind alle Angebote der Lebensversicherer - und eben auch Riester-Verträge, die ab diesem Stichtag abgeschlossen werden. Gerade für ältere Sparer ab 50 wird es dadurch schwieriger, einen lohnenswerten Versicherungsvertrag zu finden. Denn der Garantiezins wird nicht mehr ausreichen, um die Kosten auszugleichen, die Versicherungen für ihre Produkte verlangen.

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Außerdem müssen ab 2012 alle Riester-Sparer mindestens 60 Euro im Jahr investieren, um die staatliche Förderung zu bekommen. Diesen Eigenbeitrag müssen künftig auch mittelbar Zulageberechtigte wie nicht berufstätige Ehepartner von Riester-Sparern zahlen, die einen eigenen Vertrag abgeschlossen haben. Bisher bekamen sie die Grundzulage ohne Eigenbeitrag.

Wer sich ab nächstem Jahr für einen Riester-Vertrag entscheidet, muss außerdem mit der Auszahlung bis zum 62. Lebensjahr warten. Sonst müssen die Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden. Bei bis Ende 2011 abgeschlossenen Policen kann die Rente weiterhin förderunschädlich ab dem 60. Lebensjahr beginnen.

  • 06.12.2011, 12:05 UhrChristian

    Einem 20jährigen, der seine Altersvorsorge auf mehrere Beine stellen muss, sollte man wohl kaum empfehlen, eine renditemaximierende Fondanlage zu besparen. Instrumente wie Riester ermöglichen es eine risikoarme Sicherheit zu erlangen. Alles weitere kann man in den nächsten Jahren sehen.

    Selbstverständlich wird Riester sich für einen 50jährigen selten rentieren! Schön, dass der Autor das nach reißerisch Schlagzeile erwähnt aber noch nicht einmal eindeutig relativiert.

    Derartige Berichte sind unverantwortlich. Die private Altersvorsorge ist Pflicht. Und solche Berichte verunsichern den Bürger unnötig. Riester ist ein geeignetes Instrument um vielen Bürgern einen ersten Teil eines privaten Vorsorgekonzeptes zu ermöglichen.

  • 05.12.2011, 13:01 UhrDebus

    Alles schön und gut, aber von den heimlich abgezogenen Summen von der Rentenversicherung die sie für die Zulagen benötigen spricht kein Mensch und werden wahrscheinlich die wenigsten Pflichtbeitragszahler wissen. Jede Anlage kostet Geld egal welche. Nur bei Riester werden die Kosten von der Rentenversicherung durch die Zulagen bezahlt. Somit kostet unter Strich die Riesterabsicherung nichts. Bei Gutverdienern bekommt sogar bis 824.-€ Steuerersparnis. dieses Geld z.B. wieder angelegt, ergibt nochmal eine gewisse Rendite.

  • 04.12.2011, 20:09 UhrACG

    Danke! Ja, der Verbraucher hat einen Anspruch auf Produktinformationsblätter in identischer Form zum vergleichen und ohne Fachchinesisch - das wäre problemlos machbar, wenn Bank und Versicherung will, dass der Kunde es versteht. Aber bisher entsteht für mich da ein anderer Eindruck, egal ob bei vielen Banken oder Versicherungen.
    Allerdings Ihre Aussage "Riester lohnt nicht mehr" ist als Pauschalaussage m.E. falsch. Hohe Gebühren haben insbesondere Riesterangebote mit Versicherungsmantel und das seit jeher/ist nicht neu (und die wegen der üppigen Provisionen natürlich vorrangig angeboten werden). In der Zeitschrift Finanztest finden sich aber immer wieder auch die zumeist kostenlosen und abgeltungssteuerfreien Bank-Riesterverträge und wer mag (der etwas Risikofreudigere), kann in Fonds investieren, zum Teil auch mit Rabatt auf den Ausgabeaufschlag und gesetzlicher Garantie (Aufgabe der Fondsgesellschaft) auf das eingezahlte Guthaben plus Zulagen am Ende der Laufzeit. Wohnriester wiederum ist ein Kapitel für sich. Über die 60 € pro Jahr, mtl. 5 € Eigenleistung sollte man nicht klagen, wenn man dafür 154 € p.a. geschenkt bekommt (= 256,67%)oder noch mehr, wenn Kinderzulagen dazu kommen - selbst wenn Riester im Alter einkommensteuerpflichtig wird (nach Freibetrag). Riester kann also durchaus zum Aufstocken der gesetzlichen Rente (und dafür wurde sie konzipiert) durchaus sinnvoll sein, wenn der Vertrag der Altersvorsorge dient und nicht fremde Taschen füllt.
    ACG

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