
NEW YORK. Die Vorgänge erinnern an die besten Zeiten von Subprime-Hypotheken: Der Markt boomt, beim Abschließen der Verträge nehmen es einige Makler mit den Fakten nicht so genau, Investoren reißen sich um die Produkte, am Ende bleibt ein Scherbenhaufen. Es folgt eine Klagewelle.
Ähnliches passiert derzeit im Zweitmarkt für US-Lebensversicherungen. In dem umstrittenen Geschäft, das Kritiker als "Wette auf den Tod" bezeichnen, häufen sich die Betrugsfälle. Das bringt den Markt weiter in Verruf. Indirekt wurde auch die Deutsche Bank in einem dieser Fälle geschädigt.
Es war lukrativ, das Vermögen der Versicherten einfach zu erhöhen
Das Modell funktioniert typischerweise so: Wer in Amerika eine Lebensversicherung besitzt und über das gesparte Geld früher als vereinbart verfügen will, kann sie an Investoren weiterverkaufen. Die Betroffenen erzielen dabei oft einen besseren Preis, als wenn der Versicherer die Police zurücknimmt. Der Käufer - meist Banken oder Hedge-Fonds - zahlt einmalig eine Summe aus und übernimmt es fortan, die monatlichen Prämien des Versicherten zu begleichen. Wenn der Versicherte dann eines Tages tatsächlich stirbt, bekommt der Investor die gesamte Versicherungssumme ausgezahlt.
Dieser Zweitmarkt erlebte in den Jahren vor der Finanzkrise einen regelrechten Boom. Wer keine Lebensversicherung hatte, der schloss eben schnell noch eine ab und verkaufte sie wenig später einfach weiter. Einige Amerikaner haben sich sogar verschuldet, um die ersten Raten ihrer neuen Versicherung begleichen zu können.
Bislang waren es vor allem die Aufkäufer der Versicherungen, die im Zentrum der Kritik standen. Sie sollen das Geschäft mit dem Tod anderer Menschen angeheizt haben. Doch auch einige Versicherungsmakler witterten das Geschäft ihres Lebens. Und nicht eben wenige - so die Vorwürfe in Gerichtsdokumenten - sind dabei zu weit gegangen. Für Aufsehen sorgt der Fall des unabhängigen Versicherungsmaklers Steven Brasner aus Florida. Er hat mehreren Kunden Lebensversicherungen beim Konzern Axa Equitable vermittelt und soll dabei das Vermögen und das Einkommen der Versicherten um ein Vielfaches größer gemacht haben, als es eigentlich ist, heißt es in der Klageschrift. Das zur Axa-Gruppe gehörende Unternehmen reichte 2008 Klage gegen Brasner und andere Makler ein, sowie gegen Treuhandfonds, die die Versicherungssumme im Todesfall verwalten sollen.
klingt so, als wäre das hierzulande anders. Dabei ist der Zweitmarkt bei uns genauso undurchsichtig. Es gibt viele windige Geschäftemacher, die den Markt mit unseriösen Praktikten wie Teilauszahlungsversprechen praktisch ruiniert haben. Der Masse der Kunden (ca. 50-70%), die ihre Policen vorzeitig auflösen wollen/müssen, bleibt damit weiterhin nur das Verlustgeschäft "Rückkauf".
Dabei wäre es für Versicherte wie auch Kaufinteressenten leicht, bestehende Policen realistisch zu bewerten. Z.b mit der billigen Software KLV-Check, die neben ausgefeilten Renditeanalysen
und Überschussprognosen spezielle Rendite-berechnungsmodelle für den Verkauf am Zweitmarkt bietet. Damit lassen sich Preise kalkulieren, die Verkaufswilligen wesentlich mehr als den Rückkaufswert und Kaufinteressenten prima Renditen für viele Altverträge bieten. Zwischenhändler erhalten die rote Karte und können getrost des Marktplatzes verwiesen werden 8-))
Die Geschichte wiederholt sich, nur in anderen bereichen. Leider wird es immer windige Geschäftemacher geben, die mit krimineller Energie versuchen "legal" den Markt zu verbiegen. Und auf die genug Menschen hereinfallen, denn die Gier des Menschen läßt sich wohl nie kontrollieren.





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