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Dispozinsen: So handeln Sie Ihre Bank runter

Viele Bankkunden wissen nicht, dass auch die Höhe der Dispozinsen verhandelbar ist. So lassen sich in vielen Fällen bis zu zwei Prozent oder mehr herausholen. Doch bevor gefeilscht wird, sollte man sich gut vorbereiten.

FrankfurtDie Wut über zu hohe Dispozinsen ebbt nicht ab. Inzwischen hat die Linke im Bundestag angekündigt, nach der Sommerpause eine Gesetzesinitiative für eine Begrenzung der Zinsen zu starten. Doch Verbraucherministerin Ilse Aigner lehnt dies ab, sie plant im Herbst ein Spitzentreffen zwischen Banken, Verbraucherzentralen und Schuldnerberatungen.

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Bankkunden können allerdings auch selbst versuchen, ihre Zinsen herunterzuhandeln. Die größten Chancen haben Kunden, die besonders viel bezahlen, eine langjährige Bindung zu ihrer Bank haben und zudem andere Produkte nutzen.

Laut den jüngsten Erhebungen des Finanzdienstleisters FMH verlangen Banken im Durchschnitt rund elf Prozent von jedem, der sein Konto im Rahmen des Dispolimits überzieht. Dabei liegen die Direktbanken mit rund acht Prozent deutlich darunter, die Filialbanken dagegen häufig drüber.

Welche Banken die niedrigsten Dispozinsen haben

  • Platz 10

    Die PSD Bank Nürnberg fordert Dispozinsen in Höhe von 8,1 Prozent und ist damit der einzige Top-10-Anbieter über acht Prozent.

    Quelle: FMH-Finanzberatung, Stand: 17.1.2013

  • Platz 9

    Bei der DKB Deutsche Kreditbank liegen die Dispozinsen bei 7,9 Prozent.

  • Platz 8

    Die PSD Bank Hessen Thüringen Giro Direkt verlangt Dispozinsen in Höhe von 7,77 Prozent.

  • Platz 7

    Die Direktbank 1822direkt verlangt Dispozinsen in Höhe von 7,74 Prozent. Auch die PSD Bank Niederbayern-Oberpfalz und die PSD GiroDirekt und die PSD Bank RheinNeckarSaar Giro Direkt liegen hier.

  • Platz 6

    Bei der PSD Bank Kiel liegen die Dispozinsen bei 7,71 Prozent.

  • Platz 5

    Die DKB Deutsche Kreditbank verlangt Dispozinsen in Höhe von 7,90 Prozent.

  • Platz 4

    Bei der PSD Bank Braunschweig muss der Kunde Dispozinsen in Höhe von 7,45 Prozent zahlen.

  • Platz 3

    Die PSD Bank Berlin-Brandenburg verlangt Dispozinsen in Höhe von 6,99 Prozent. Bei der PSD Bank Westfalen-Lippe sind es 7 Prozent.

  • Platz 2

    Bei der DAB Bank (Direktbank) liegen die Dispozinsen bei 6,95 Prozent.

  • Platz 1

    Die niedrigsten Dispozinsen gibt es bei der Deutschen Skatbank (Direktbank). Hier liegen die Zinsen bei 5,25 Prozent.

Was viele nicht wissen: Die ausgewiesenen Zinssätze sind verhandelbar, ähnlich wie die Kosten für Privat- oder Hauskredite. Bei Direktbanken, bei denen die Kontoführung online erfolgt, scheitern Verhandlungen häufig schon daran, dass es keinen persönlichen Ansprechpartner gibt. Anders aber sieht es aus bei Filialbanken.

„Bei sehr umfangreichen Geschäftsbeziehungen gibt es für den Berater auch bei Kontokorrentkrediten mit Dispozins einen Spielraum“, sagt Mathias Behrendt von der Frankfurter Sparkasse. Wenngleich der bei einem solch standardisierten Produkt spürbar geringer ausfalle als bei sonstigen Krediten. „Wer allerdings nur ein Girokonto hat und plötzlich Sonderkonditionen verlangt, geht mit zu hohen Erwartungen an die Sache“, gibt Behrendt zu bedenken.

Dispokredite Andere langen nicht so zu wie die Deutschen

Deutsche Banken knöpfen ihren Kunden deutlich mehr Dispo-Zinsen ab als ihre europäischen Nachbarn. Allerdings gibt es noch einen weiteren, nicht ganz unwichtigen Unterschied.

Dispokredite: Andere langen nicht so zu wie die Deutschen

Ähnliches ist von anderen Geldhäusern zu hören. Ein Sprecher der Deutschen Bank gibt auf Anfrage des Handelsblatts offen zu: „Wie beim Rahmen- oder Ratenkredit sind auch beim Dispokredit bonitätsabhängige Bandbreiten gegenüber dem Standardzins möglich.“ Bei der Commerzbank heißt es hingegen offiziell, an den Dispozinsen sei nicht zu rütteln.

  • 16.10.2012, 16:48 Uhranonymus

    Liebes HB,
    bitte nicht die Lobby gegen Banken laufend veschärfen.
    Wenn ein Kunde dauernd seinen Dispo nutzt, könnte er auch eine billigere Finanzierungsform wählen. Das Konditionen verhandelbar sind ist auch jedem bekannt.
    Er wird ja von seiner Bank auch nicht gezwungen den Dispo zu nehmen!
    Da der Dispo abgerufen werden kann, wann der Kunde will, erfordert das für Banken auch mehr Aufwand und Kreditrisiko.
    Bezüglich der Kosten sollte man überlegen, wenn ich mein Konto (Angenommen 10% Zins) ca. 15 Tage je Monat mit 1.000 Euro im Soll habe entspricht das einem Zinsaufwand von 50 Euro im Jahr! Bei einer Reduzierung auf 8% sprechen wir von einer Ersparnis von 10 Euro pro Jahr!
    Dies ist wirklilch nicht wert, sich aufzuregen.
    Bei Zinssätzen für Verfügungen ausserhalb des Rahmens sollte jeder froh sein, dass er kurzfristig, ohne viel Zeitaufwand, über den Betrag verfügen kann. Die andere Möglichkeit der Bank ist es, die Verfügung abzulehnen!!
    Bitte berichtet doch über Sachen, wo wirklich Geld verbrannt wird. Über Kommunen die seit Jahrzehnten über Ihren Verhältnissen leben und sich freuen, wenn die Neuverschuldung unter 3% liegt. Wenn sich dort etwas ändert, dann kann sich jeder mehr als 10 Euro im Jahr sparen!

  • 20.08.2012, 10:18 UhrRumpelstilzchen

    Was für ein Thema. Da gibt das HB Ratschläge wie man auf Kosten anderer lebt, wie die Griechen.
    Die Dispozinsen können gar nicht hoch genug sein. Den Kontoüberziehern müssen regelrecht die Tränen in die Augen schießen, wenn sie auf ihrem Girokonto Schulden machen.
    Die Leute müssen endlich lernen, erst das Geld zu verdienen, das sie ausgeben wollen.
    Es ist schon merkwürdig, Südländer kennen gar kein Sparbuch. Diese Leute leben nur von Krediten.
    Guten Tag!

  • 16.08.2012, 17:40 UhrGUES

    Ganz genau, es wird niemand gezwungen den Dispositionskredit in Anspruch zu nehmen! Jeder kann das doch selbst entscheiden, ob oder ob nicht. Und wenn es ihm zu teuer ist, dann soll er die Bank wechseln. Wir haben Vertragsfreiheit und leben in einer Marktwirtschaft (ich wollte nur mal daran erinnern). Gibt es denn keine anderen Themen ... ach so es wäre mal schön wenn sich jemand um die Reduzierung der SV-Beiträge (z.b. Krankenkassenbeiträge) und Strompreise und Steuern (z.B. auf Kraftstoffe) etc. kümmern würde, denn hier können WIR nicht selbst entscheiden!!

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