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Finanzexpertin: „Geldanlage gilt als unsexy“

Klassiker wie Sparbuch oder Bausparvertrag sind für Sicherheitsfanatiker oft die richtige Wahl, weiß Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale. Doch viele Produkte seien komplex, der Ertrag meist enttäuschend.

Annabel Oelmann ist Finanzexpertin von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Quelle: © Verbraucherzentrale NRW Honorarfreie Verwendung nur im Zusamme
Annabel Oelmann ist Finanzexpertin von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Quelle: © Verbraucherzentrale NRW Honorarfreie Verwendung nur im Zusamme

Frau Oelmann, jeden Tag kann man in den Zeitungen über die Entwicklungen von Aktien, Fonds und Derivaten lesen. Sind denn klassische Bankprodukte überhaupt noch aktuell?

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Gerade im Moment, da in den Zeitungen fast täglich Schlagzeilen zur Euro-Krise oder Pleite von europäischen Ländern stehen, fragen sehr viele Verbraucher nach den klassischen Bankprodukten wie Sparbuch, Tages- oder Festgeld. Auch Immobilien - und damit Bausparverträge - liegen im Trend. Allerdings muss man bei einer Investition in derartige Bankprodukte bedenken, dass deren Sicherheit mit einer geringen Rendite bezahlt werden muss.

Dennoch haben die Deutschen Milliarden auf ihren Sparbüchern liegen?

Ein Sparbuch bringt meist genauso viel, wie das Geld unter das Kopfkissen zu legen: Es ist sicher, aber es bringt wenig Rendite.

Was wäre besser?

Das neue Sparbuch heißt Tagesgeld. Allerdings ist weder das Sparbuch noch Tagesgeld so einfach wie früher. Heutzutage werden Sparbücher oder Festgeldprodukte zu allen Ereignissen angeboten, etwa zu Olympia oder zur Fußball-WM. Gerade solche Produkte sind oft so komplex, dass sie nur für den eingefleischten Fan zumindest emotional interessant sind.

Bankberater-Studie Warum Kunden ihrem Banker misstrauen

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Und längerfristige Geldanlageformen wie Festgeld?

Die Zinsen für Festgeld mit einer Laufzeit von über drei Jahren sind derzeit sehr niedrig. Der Mut, sein Geld so lange in andere Hände zu geben, wird nicht angemessen belohnt. Auch ist davon auszugehen, dass die Zinsen langfristig wieder steigen. Deswegen sollte man sein Geld nicht für eine so lange Zeit in Festgeld anlegen.

Viele Deutsche legen ihr Geld deswegen auf ein Tagesgeldkonto. Ist diese Form der Geldanlage so einfach wie es den Anschein hat?

Auf den ersten Blick scheint Tagesgeld nicht kompliziert. Oft heißt es, allein die Zinshöhe sei entscheidend. Doch es spielen noch andere Faktoren eine wichtige Rolle, in erster Linie die Einlagensicherung. Ist die Bank, die das Tagesgeld anbietet, in der deutschen Einlagensicherung? Oder gibt es eine Institutssicherung? Auch ob die Zinsen monatlich oder jährlich gezahlt werden, kann aufgrund des Zinseszinseffektes ausschlaggebend dafür sein, ob sich das Angebot wirklich lohnt.

Sparen und Vermögen

Man muss sich also genauer mit dem Thema Geldanlage befassen?

Heutzutage muss man viele Angebote vergleichen, um sich einen Überblick zu verschaffen. Das wollen viele nicht. Es gibt viele, die stundenlang Prospekte wälzen und sogar Excel-Tabellen anlegen, um die besten Handy-Angebote zu vergleichen - bei der Geldanlage macht das kaum einer. Das Thema Geldanlage gilt nicht als sexy. Die Arbeit, die richtige Anlageform zu finden, wird gern in die Hände anderer gegeben.

Das heißt, viele Deutsche verlassen sich auf ihren Bank- berater? Ist der Ruf des Bankers nach all den Skandalen der vergangenen Monate nicht angekratzt? Wird auf den Rat des Bankberaters gehört?

Das Vertrauen in das deutsche Banksystem ist immer noch groß. Zwar hat sich das Image des Bankers verschlechtert, und viele Verbraucher stehen Bankern nun - anders als früher - misstrauisch gegenüber. Interessanterweise gilt das aber nicht automatisch für den eigenen Bankberater. Dem Bankberater aus der eigenen Bankfiliale, den man vielleicht schon seit über 20 Jahren kennt, vertrauen viele uneingeschränkt.

  • 30.07.2012, 10:07 UhrGuzzi_Cali2

    Der Satz "das Image des Bankers hat sich verschlechtert" ist ein Euphemismus. Bei mir sind Spielhöllenbesitzer oder Gebrauchtwagenhänder mittlerweile deutlich seriöser eingestuft, als Banker. Letztere rangieren ganz knapp über Mädchen- oder Drogenhändlern. In meinem Stammlokal fallen die smarten, gegelten Jünglinge mit den dezenten Krawatten jeden Mittag ein und jedesmal überkommt mich der Zorn, weil ich genau weiß, daß diese Jüngelchen die Zeichen der Zeit noch immer nicht erkannt haben und sich immer noch wie King Käse fühlen. Wenn man heutzutage sagt, man sei Banker, dann erntet man doch ähnlich betretene Reaktionen, wie wenn man vergessen hat, die Klotür zu verriegeln, so in der Art "Najaaaa, muß ja auch irgend einer machen..."

  • 29.07.2012, 13:31 UhrKeinePostbankundkeineSpardaBank

    Die berufliche Qualifizierung zur Expertn, scheint eine autodidaktische zu sein...

    Allerdings hat Sie Recht, wenn sie die kpmlexen den Interessenten und Anleger täuschenden Schwachinn der Anlageformen der in den letzten Jahren bis dato. anspricht. Am meisten amüsiereich mch dann immer über das "Sternchen" am unteren weng wahrehmbaren Rand, an dem dann erläutert wird, dass der plakativ herausgestellte Zins ber nur für: "Neukunden" und nür für "5 Monate" gilt. Bei der Postbank hat man sich eben auf naive, schlechtsehende und gutgläubig eingeschossen. Das überwiegende Kundenklientel der Postbank, das die angestaubten "Pseudo-Berater" gerne verarbeiten... Ich ahbe ganz bewusst nicht geschrieben: "über den Tisch ziehen".

    /ironie off

    Vielen Dank für die geschätzte Aufmerksamkeit -
    "lieber Leser"

    PS: Auch bei der SPARDA BANK, versucht man den Kundn am Schalter beim Abheben rößerer Summen für ein MickeyMouse-Invstment zu begeistern... Qualifizierte Rükfragen können aber nicht beantwortet werden. Die Schalter-Bank-Beraterin scheint auch hier angehaltene Autodidaktin mit zugesichertem Umsatz-Provisionsanteil zu sein... schändlich!

  • 29.07.2012, 09:57 UhrPeterScholz1

    Protest!!! Schwarzers Mund finde ich abstoßend. Den hier aber einladend.
    Übrigens glaube ich einer sexy Frau jedes Wort; soll sie jedenfalls meinen.

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