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Kapitalflucht: Spanier bringen eilig ihr Geld in Sicherheit

Die Spanier haben offenbar das Vertrauen in ihre Regierung verloren. Im ersten Halbjahr schafften sie mehr als 200 Milliarden Euro über die Grenzen - und damit so viel wie niemals zuvor.

Spanische Euromünze. Die Krise ist noch lange nicht vorbei. Quelle: dpa
Spanische Euromünze. Die Krise ist noch lange nicht vorbei. Quelle: dpa

MadridDie von der Bankenkrise beschleunigte Kapitalflucht aus Spanien hat im ersten Halbjahr einen neuen Rekordstand erreicht. Insgesamt 219,8 Milliarden Euro wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres aus Spanien abgezogen, wie die Zentralbank in Madrid am Freitag mitteilte. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte das Land noch einen Kapitalzufluss von 22,5 Milliarden Euro verzeichnet.
Allein im Monat Juni belief sich die Kapitalflucht auf 56,6 Milliarden Euro, gegenüber 41,4 Milliarden Euro im Vormonat. Im Mai war die Krise um die marode Großbank Bankia ausgebrochen, die vom Staat zur Sanierung ihrer Bilanzen 23,5 Milliarden Euro benötigt. Die Eurogruppe hat Spanien für die Rekapitalisierung der notleidenen Banken bis zu 100 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Es wird erwartet, dass die Regierung in Madrid im September die genaue Summe bekanntgeben wird, die sie davon beanspruchen will.

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„Heißer Herbst“ für die Euro-Retter - Der Fahrplan in der Krise

  • Ende September/Anfang Oktober

    Die „Troika“ der internationalen Kreditgeber Griechenlands will ihren neuesten Bericht über die Fortschritte bei den Reformen veröffentlichen. Die Analyse der Experten von EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) ist Grundlage für die Auszahlung der nächsten Kredittranche an Athen.

  • 8. Oktober

    Treffen der Euro-Finanzminister.

  • 18. und 19. Oktober

    EU-Gipfel in Brüssel. Dort könnten die Euro-Retter entscheiden, ob Athen weitere Kredite und möglicherweise mehr Zeit für sein Sparprogramm erhält oder ob der Geldhahn zugedreht wird. Im letzteren Fall droht Griechenland der Staatsbankrott mit anschließendem Euro-Austritt.

Derweil teilte die spanische Banken-Vereinigung (AEB) am Freitag mit, dass sich der Gesamtgewinn der in Spanien angesiedelten Banken im ersten Halbjahr um 51,7 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro verringert habe. Hintergrund seien die umfangreichen Rückstellungen für faule Immobilienkredite. Diese seien in den ersten sechs Monaten des Jahres gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 64 Prozent auf 16,5 Milliarden Euro gestiegen.
Die Uno warnt derweil vor den Folgen eines Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone.

Das würde zu einem drastischen Anstieg der Arbeitslosigkeit in Europa führen. Die durchschnittliche Arbeitslosigkeit in den 17 Staaten würde in diesem Fall um fast drei Punkte gegenüber dem Stand von Ende vergangenen Jahres auf 13 Prozent steigen, sagte der Chef der Prognoseabteilung der UN-Organisation für Arbeit (ILO), Ekkehard Ernst, der "Süddeutschen Zeitung" vom Freitag. In Deutschland würde Ernst zufolge die Arbeitslosenquote 2014 im Vergleich zu 2011 um gut 26 Prozent auf neun Prozent zulegen und über Jahre auf diesen hohen Niveau verharren. Besonders Jugendliche seien betroffen.

Musterschüler und Sitzenbleiber - so verschuldet sind die Euro-Länder

  • Platz 1

    Das am höchsten verschuldete Land der Euro-Zone ist - wer hätte es gedacht - Griechenland. Bei satten 160 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) wird die Schuldenquote des Mittelmeerlandes Ende des Jahres liegen, schätzt die EU-Statistikbehörde Eurostat. Ein kleiner Lichtblick: Immerhin haben es die Griechen in den vergangenen Jahren geschafft, ihr extrem hohes Haushaltsdefizit zu drücken: Nahm die Regierung 2009 noch neue Kredite in Höhe von 15,6 Prozent des BIP auf, wird sich die Defizitquote im Jahr 2012 - nicht zuletzt dank europäischer Hilfe - auf 7,3 Prozent des BIP verringern.

  • Platz 2

    Auf Platz zwei der am meisten verschuldeten Euro-Länder landet Italien. Mit 123 Prozent des BIP stehen die Italiener laut Eurostat in der Kreide. Die Märkte bestrafen das mit höheren Zinsen, die der Regierung von Premierminister Mario Monti das Leben schwer machen. Mit einem harten Sparkurs steuert Rom dem entgegen: Die Defizitquote sank von 5,4 Prozent im Jahr 2009 auf voraussichtlich 2,0 Prozent in diesem Jahr.

  • Platz 3

    Irland hatte vor allem unter der Bankenkrise zu leiden. Weil das kleine Land seine Banken stützen musste, hat es einen Bruttoschuldenstand von 116,1 Prozent des BIP. Auch das Haushaltsdefizit des früheren keltischen Tigers war in der Folge beängstigend hoch und lag 2010 bei 31 Prozent des BIP. Inzwischen konnte die Regierung das Defizit auf 8,3 Prozent senken - was immer noch deutlich zu hoch ist.

  • Platz 4

    Genau wie Griechenland und Irland musste sich auch Portugal unter den Rettungsschirm flüchten. Das Land ächzt unter einer Schuldenquote von 113,9 Prozent der BIP. Auf Druck der EU reduzierten die Portugiesen ihr Haushaltsdefizit in den vergangenen Jahren deutlich: Waren es 2009 noch 10,2 Prozent des BIP, wird die Defizitquote in diesem Jahr voraussichtlich auf 4,7 Prozent sinken.

  • Platz 5

    Auch Belgiens Schuldenquote hat mit 113,9 Prozent vom BIP eine kritische Höhe erreicht. Bei Haushaltsdefizit hingegen sehen die Belgier inzwischen wieder ganz gut aus: Nach satten 10,2 Prozent im Jahr 2009 werden sie die in den Maastricht-Kriterien festgelegte Defizitquote von drei Prozent in diesem Jahr vorrausichtlich exakt einhalten.

  • Platz 6

    Deutschlands Nachbarland Frankreich hat eine Verschuldungsquote von 90,5 Prozent des BIP. Ökonomen halten diese Schuldenlast für gerade noch tragbar, die Maastricht-Kriterien hingegen verletzen die Franzosen deutlich: Sie sehen eine Quote von höchstens 60 Prozent vor. Auch das französische Haushaltsdefizit ist mit 4,5 Prozent vom BIP im Jahr 2012 zu hoch.

  • Platz 7

    Auch Deutschland, das sich gerne als Musterschüler der Euro-Zone sieht, drückt eine hohe Schuldenlast: 81,2 Prozent beträgt die Bruttoschuldenquote im Jahr 2012 - zu hoch für Maastricht. Beim Haushaltsdefizit hingegen sieht Europas größte Volkswirtschaft inzwischen richtig gut aus: Eurostat schätzt, dass Schäubles Defizitquote in diesem Jahr nur noch bei 0,9 Prozent des BIP liegt - der zweitbeste Wert aller Euro-Staaten.

  • Platz 8

    Das letzte Land, das Schutz unter dem Euro-Rettungsschirm suchte, war Spanien. Dabei ist die Bruttoschuldenquote der Iberer gar nicht so hoch: mit 80,9 Prozent liegt sie unter der von Deutschland. Deutlich zu hoch ist allerdings das Haushaltsdefizit Spaniens: Kredite in Höhe von 6,4 Prozent muss die konservative Regierung in diesem Jahr aufnehmen - weniger als im letzten Jahr (8,5 Prozent) aber immer noch zu viel.

  • Platz 9

    Bei Zypern wird immer gemunkelt, dass das Land als nächstes unter den Rettungsschirm schlüpfen könnte. Den Inselstaat drückt eine Schuldenquote von 76,5 Prozent des BIP. Immerhin: Das Haushaltsdefizit konnten die Zyprioten spürbar reduzieren: Es sankt von 6,3 Prozent des BIP im Vorjahr auf 3,4 Prozent in diesem Jahr. Die Maastricht-Grenze ist damit wieder in Reichweite.

  • Platz 10

    Die Mittelmeerinsel Malta weist eine Bruttoverschuldungsquote von 74,8 Prozent des BIP auf. Im europäischen Vergleich reicht das für Platz zehn. Das Haushaltsdefizit von Malta bewegt sich innerhalb der Maastricht-Kriterien und wird in diesem Jahr voraussichtlich bei 2,6 Prozent liegen.

  • Platz 11

    Deutschlands südlicher Nachbar Österreich weist eine Verschuldungsquote von 74,2 Prozent des BIP auf - Platz elf in Europa. Auch das Haushaltsdefizitdefizit der Alpenrepublik ist mit aktuell drei Prozent vom BIP vergleichsweise gering. Im Jahr 2011 hatte es mit 2,6 Prozent sogar noch niedriger gelegen.

  • Platz 12

    Die Niederlande gelten ähnlich wie Deutschland als Verfechter einer strengen Haushaltspolitik. Das macht sich bemerkbar: Die Verschuldungsquote liegt bei nur 70,1 Prozent vom BIP. Weniger erfolgreich haben die Niederländer in den vergangen Jahren gewirtschaftet: Das Haushaltsdefizit lag 2009 bei 5,6 Prozent und hat sich danach nur leicht verringert. Im Jahr 2012 peilt die Regierung ein Defizit in Höhe von 4,4 Prozent des BIP an.

  • Platz 13

    Slowenien ist das erste Land im Ranking, dessen Verschuldungsquote die Maastricht-Kriterien erfüllt: Sie liegt im Jahr 2012 bei 54,7 Prozent des BIP. Schlechter sieht es bei den Haushaltszahlen aus: Nach einen Defizit in Höhe von 6,4 Prozent des BIP im Jahr 2011 steuert die Regierung in diesem Jahr auf 4,3 Prozent zu. Die Gesamtverschuldung steigt also.

  • Platz 14

    Ein Musterbeispiel für solide Haushaltsführung ist Finnland: Die Bruttoverschuldungsquote der Skandinavier liegt bei 50,5 Prozent und bewegt sich damit locker in dem Rahmen, den der Maastricht-Vertrag vorgibt. Auch die Haushaltszahlen können sich sehen lassen: In den vergangenen vier Jahren lag Finnlands Defizit nie über der Drei-Prozent-Marke. Im Jahr 2012 werden es nach Prognose von Eurostat gerade einmal 0,7 Prozent sein.

  • Platz 15

    Auch die Slowakei weist eine niedrige Gesamtverschuldung auf: Die Bruttoverschuldungsquote liegt bei 49,7 Prozent des BIP. In den vergangen Jahren allerdings hatten die Slowaken zunehmend Probleme: Bei acht Prozent des BIP lag das Haushaltsdefizit im Jahr 2009, in diesem Jahr werden es laut Eurostat-Prognose 4,7 Prozent sein.

  • Platz 16

    Geldsorgen sind in Luxemburg ein Fremdwort. Die Verschuldungsquote des Großherzogtums liegt bei niedrigen 20,3 Prozent. Der Regierung gelingt es in den meisten Jahren auch, mit den eingenommenen Steuermitteln auszukommen. In den vergangenen drei Jahren lag das Haushaltsdefizit stets unter einem Prozent des BIP. Die anvisierten 1,8 Prozent in diesem Jahr sind da schon ein Ausreißer nach oben.

  • Platz 17

    Hätten Sie es gewusst? Der absolute Haushalts-Musterschüler der Euro-Zone ist Estland. Das baltische Land hat eine Gesamtverschuldung, die bei extrem niedrigen 10,4 Prozent des BIP liegt - ein echter Spitzenwert. 2010 und 2011 gelang es der Regierung sogar, einen kleinen Haushaltsüberschuss zu erwirtschaften. In diesem Jahr läuft es etwas schlechter: Voraussichtlich wird die Regierung Kredite in Höhe von 2,4 Prozent des BIP aufnehmen. Die Maastricht-Kriterien halten die Esten damit aber immer noch locker ein.

Aus der FDP wurde allerdings Kritik an der Studie laut. Er bezweifle, dass die ILO mehr über das genaue Ausmaß eventueller Ansteckungseffekte wisse als alle anderen, sagte Fraktionsvize Florian Toncar der Nachrichtenagentur Reuters. Aus seiner Sicht sei sehr unsicher, was nach einem "Grexit" passieren würde. "Das lässt sich seriös nicht auf die Nachkommastelle vorausberechnen."

  • 03.09.2012, 15:57 Uhrdanke_dir

    Ich danke dir Rechner. Deine agressive Art ohne wirkliche Argumente zu liefern, hat dich selbst disqualifiziert. Fakt ist: Ein Rückgang der dt. Target2-Salden gab es mindestens 13x in den letzten 5 Jahren. Trotzdem ist der Saldo in dieser Zeit von 100 Mrd. auf 700 Mrd. angestiegen. Das entspricht einem jährlichen mittlerem Wachstum von 47,6%! Und jetzt kommst du hier mit -0,2%, wo es dies a) schon mehrfach gab und b) völlig irrelevant im Vergleich zu den bisherigen Wachstumsraten ist. Tu mir bitte einen Gefallen: Informiere dich, auch über Stochastik und Normalverteilungen, Fehlerrechnung, etc. Dann wirst du einsehen, dass du dich hier nicht mit Ruhm bekleckert hast.

  • 03.09.2012, 09:54 Uhrgeorge.orwell

    Definieren Sie 'mal "Pleite"! Ein Land ,das nur durch ständigen Zufluss von Fremdkapital zu Sanierungszinssätzen überleben kann ist mbE sowas von Pleite ...

    Der Kapitaldienst erdrückt alle. Oder einfacher "das Kapital" erdrückt alle.

  • 01.09.2012, 13:01 UhrRechner

    'danke_dir'
    ---------------
    Wer hier öffentlich von sich gibt, dass ein "Drehen" schon bei einem Monat mit gerade mal -0,2% gegeben ist und jede andere Interpretation "Zocker-Jargon" wäre, der hat sich noch nie ernsthaft mit Stochastik auseinandergesetzt.
    ---------------

    Ihre Behauptungen darüber, was ich angeblich "öffentlich von mir gegeben habe", sind falsch.

    TATSÄCHLICH habe ich gesagt:

    "Es zeigt eben, daß es im Juli keinen Zufluß von weiterem Geld nach Deutschland gab.

    Was zu dem alarmistischen Geschrei der Anti-Euro-Fundamentalisten nicht paßt.

    Ob es sich dabei jetzt um ein "Drehen" in Ihrem Zocker-Jargon handelt, ist mir ziemlich wurscht."

    ++++

    'danke_dir'
    ---------------
    Ich hab den Schrott mal nebenher in meinem Studium büffeln müssen und kann dir sagen, dass Rechner, hätte er das auch getan, niemals so eine Aussage gemacht hätte.
    ---------------

    Ausweißlich der Fehlschlüsse die sie aus Ihrer "stochastischen" Halbbildung ziehen sind Sie ein bemitleidenswertes Opfer der Bildungskatastrophe.

    Und ausweißlich Ihrer Unfähigkeit Texte der deutschen Sprache zu verstehen hätten Sie zu meiner Zeit nie eine Universität von innen gesehen.

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