Ratgeber + Hintergrund

_

Nach Leitzinssenkung: Nur vier Banken haben Dispozinsen gesenkt

Obwohl Banken seit der Leitzinssenkung der EZB günstiger an Geld kommen, reichen sie diesen Vorteil nicht an ihre Kunden mit Dispokrediten weiter. Nur vier haben bisher ihre Dispozinsen gesenkt.

Viele Banken haben die Dispozinsen in letzter Zeit nicht gesenkt. Quelle: dpa
Viele Banken haben die Dispozinsen in letzter Zeit nicht gesenkt. Quelle: dpa

BerlinNach der jüngsten Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) haben bislang nur wenige Banken und Sparkassen die Zinsen herabgesetzt - sowohl für Kreditnehmer als auch Sparer. Bei den Dispozinsen sei der Durchschnittszins zuletzt kaum gesunken, sagte der Inhaber der Finanzberatung FMH, Max Herbst, am Mittwoch in Frankfurt am Main. Auch für Anleger habe sich bei Tages- und Festgeld bisher kaum etwas getan.

Anzeige

Nur eine Handvoll Banken habe nach der EZB-Entscheidung Anfang Mai die Konditionen für Dispozinsen angepasst, sagte der unabhängige Finanzberater Herbst. Beispiele seien die Deutsche Bank, die VW Bank, Cortal Consors oder einzelne Sparda-Banken. Hintergrund davon sei, dass "nur ein kleiner Teil" der Institute ihre Konditionen für Dispozinsen an den EZB-Leitzins gekoppelt hätten.

Bei etwa zwei Dritteln der Banken und Sparkassen diene der sogenannte Euribor-Satz als Referenzzins, sagte Herbst. Der Euribor ist ein Zinssatz, zu dem sich Banken untereinander Geld in der Währung Euro leihen. Der Euribor habe sich in den vergangenen sechs Monaten kaum verändert, sagte Experte Herbst. Gesetzlich sind die Banken dazu verpflichtet, ihre Dispozinsen an einen Referenzsatz zu koppeln.

Seit Anfang Mai seien die Dispozinsen von durchschnittlich 10,51 Prozent auf 10,48 Prozent gesunken, sagte Finanzberater Herbst. Am kaum veränderten Durchschnittswert lasse sich ablesen, dass nur wenige Institute die Konditionen verändert hätten.

Girokonten-Vergleich Die besten Girokonten

Der Rechner liefert die individuell besten Girokonten. Die Datenbank enthält auch Kontoführungsgebühren, Entgelte für Kreditkarten sowie Dispo- und Guthabenzinsen.

Dispozinsen werden fällig, wenn ein Bankkunde kein Geld mehr auf dem Girokonto hat, es aber innerhalb eines vorher mit der Bank vereinbarten Rahmens weiter belastet. Wird dieser Rahmen gesprengt, werden zudem Überziehungszinsen fällig, die in der Regel nochmals deutlich höher liegen.

Im Kampf gegen die Wirtschafts- und Finanzkrise hatte die EZB ihren Leitzins für die Eurozone vor drei Wochen auf das neue historische Tief von 0,5 Prozent gesenkt. Zu diesem Satz können sich Geschäftsbanken seitdem bei der Notenbank Geld leihen - etwa um es als Kredite Unternehmen oder Verbrauchern zur Verfügung zu stellen.

Für Kreditnehmer habe sich in den vergangenen Wochen auch bei Ratenkrediten kaum etwa getan, sagte Finanzberater Herbst. Bei Darlehen mit drei Jahren Laufzeit sei der durchschnittliche Zinssatz seit Monatsanfang von 5,93 auf 5,91 Prozent gesunken. Langfristig gesehen hätten sich die Konsumentenkredite für Anschaffungen wie Autos oder Elektrogeräte im vergangenen Jahrzehnt erheblich verbilligt. Vor zehn Jahren habe das durchschnittliche Niveau noch bei um die zehn Prozent gelegen.

Auch für Tages- und Festgeldsparer hätten sich die Konditionen in den Wochen nach der EZB-Entscheidung bislang "kaum verändert", sagte Herbst. Zwar hätten einzelne Institute die Zinsen gesenkt. Drastische Anpassungen habe es aber nicht gegeben. "Die Institute wollen die Kunden nicht verärgern und senken deswegen nur Stück für Stück", sagte Herbst.

Beim Tagesgeld ab 5000 Euro Anlagesumme seien die Zinsen seit Monatsanfang von durchschnittlich 0,86 auf 0,84 Prozent gesunken, sagte Herbst. Beim Festgeld mit einem Jahr Laufzeit hätten die Institut den Zins von 0,82 Prozent auf 0,78 Prozent herabgesetzt.

  • 22.05.2013, 16:30 Uhrth235

    Moneybreaker
    Was heisst hier "Dispozinsen"??? Wer überzieht muss mit der Strafe rechnen und nicht umgekehrt. Ausnahmsweise muss dem zugestimmt werden. Für Konsum reicht doch das Einkommen! Die "Banker" sind doch auch bloß Menschen??? Das Giralgeld oder M1 soll doch nicht der Verschuldung dienen, sondern nur begrenzt dem Konsumenten zur Verfügung stehen. Der Staat macht es uns vor, wie man Schulden anhäuft und wie mit niedrigen Zinsen ausgestattete Staatsanleihen auf dem Markt geworfen werden und die Konsumenten greifen zu den niedrigen Zinsen zu [unter der Inflationsrate]. Warum verleihen die Käufer der Staatsanleihen nicht dem/den Konsument(en) das Geld ??? Da würde sie bessere Zinsen bekommen. Oder sie strengen ein Zivilverfahren an, wo 5% über dem Basiszinssatz der EZB gezahlt werden muss. Das ist eine anständige Rendite. Die Banken machen sich doch selbst damit keinen Gefallen,, weil diese nicht Wissen wohin mit dem vielen Geld. Also warum aufregen??? Die Investitionen bei den Unternehmen werden auch nur mit Krediten finanziert und dann von der Steuer abgeschrieben. Das weiß die Bank.

  • 22.05.2013, 10:20 UhrMarco99

    "Ein fuer mich scheinbar krankhaftes System halt, welches mit allen Mitteln versucht, sich selbst zu erhalten...auf Kosten von voellig Wehrlosen."

    Gut diagnostiziert, abgesehen davon, dass das System nicht gottgegeben ist sondern von Menschen gemacht. Es muss nicht so sein, wie es ist. Es ist deswegen so, weil es ein System ist, von dem scheinbar viele profitieren, tatsächlich aber nur wenige. Die Vielen werden von den Wenigen verarscht, was soll man hier akademische Analyse zum Besten geben, es ist einfach so.

    Geld soll dem Menschen dienen, nicht ihn enteignen. Ich bin der Meinung, den Menschen eines Staates steht der Gewinn zu, der aus der Geldschöpfung heraus resultiert, nicht privaten Unternehmen, den Geschäftsbanken. Ich bin der Meinung, die Menschen eines Staates sollten die Geldschöpfung und damit die Geldmenge nicht privaten Unternehmen, den Geschäftsbanken, überlassen sondern einer unabhängigen Expertenorganisation. Ich bin der Meinung, die Banken sollten den Menschen dienen und nicht deren Vermögen verspielen.

    In der Vergangenheit offenbar keine mehrheitsfähige Position, deswegen ist es heute so wie es ist. Zu viele erhofften, sich bereichern zu können, jetzt zahlen die 99% für die 1% und die Rechnung wird am Ende alles in den Schatten stellen, was man sich jemals vorstellen konnte.

  • 22.05.2013, 09:35 UhrRumpelstilzchenA

    Die Banken sollten die Dispozinsen auf keinen Fall senken. Zinssenkungen führen nur zu höheren Verschuldungen der Bürger. Politiker sind ein schlechtes Vorbild! Es muss an anderen Schrauben gedreht werden. Z.B. Mindestlohn für alle.

  • Die aktuellen Top-Themen
Mitgliederansturm: Der unglaubliche Erfolg der Techniker Krankenkasse

Der unglaubliche Erfolg der Techniker Krankenkasse

Mehr als 130 Krankenkassen versichern hierzulande rund 70 Millionen Menschen. Viele schrumpfen sich gesund. Doch einem Institut rennen Wechselwillige die Türen ein. Was die Techniker Krankenkasse anders macht.

Internet-Kriminalität: Milliarden-Geldwäscheskandal aufgedeckt

Milliarden-Geldwäscheskandal aufgedeckt

US-Ermittler könnten den größten Geldwäscheskandal aller Zeiten aufgedeckt haben. Eine Transferfirma soll sechs Milliarden Dollar gewaschen haben. Die Kriminellen bedienten sich der Digital-Währung Liberty Reserve.

Ratgeber Versicherung

Existenzbedrohende Risiken zu günstigen Beiträgen absichern: Der Handelsblatt-Online-Ratgeber zum privaten Risikoschutz zeigt, welche Policen Versicherte brauchen, wo gefährliche Deckungslücken bestehen und wie Versicherte die Beiträge senken können. Alle Details zu Berufsunfähigkeit, Haftpflicht, Rechtsschutz, Autos usw. Mehr…

  • Renten-Rechner

    Welches Vermögen und welche Sparraten Sie aufbringen müssen, um eine Rentenlücke zu decken.

  • Ratgeber Versicherungen

    Rundum geschützt: Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie sich optimal gegen Risiken absichern

  • Wohnriester-Vergleichsrechner

    Welche Bauspartarife mit Riesterförderung Top sind, zeigt der Vergleichrechner.

  • Immobilien-Wertfinder

    Finden Sie Miete- und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße mit einem interaktivem Tool.

  • Ratgeber Altersvorsorge

    Clever sparen für den Ruhestand: Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie eine solide Altersvorsorge planen.

  • Rendite-Risiko-Radar

    Die Renditen für Aktienindizes, Rohstoffe oder Rentenindizes nach Zeiträumen berechnen.

  • Sparbrief-Rechner

    Die interessantesten Offerten für Sparbriefe mit einer Laufzeit zwischen einem und zehn Jahren.

  • Baugeld-Vergleich

    Die individuell günstigsten Anbieter von Baufinanzierungen im Vergleich.

  • Forward-Darlehen

    Die besten Konditionen für die Anschlussfinanzierung: Bis zu fünf Jahre vor Ablauf der Zinsbindung.

  • Tilgungsrechner

    Der Rechner zeigt, wie die Restschuld bei Baudarlehen sinkt und wie sich Sondertilgungen auszahlen.

  • Eigenheim-Rechner

    Der Rechner zeigt, welche Raten sich Immobilienkäufer bei Kredit leisten können.

  • Auto-Versicherungsvergleich

    Mit dem Auto-Versicherungsvergleich können günstige Versicherungen suchen aund damit ihre Kosten reduzieren.

  • Alle Rechner und Tools

    Übersichtsseite aller Rechner, Vergleiche und Tools für Finanzen, Immobilien, Jobs und vieles mehr.

  • Weitere Tools anzeigen

  • Bausparrechner

    Der Bausparberater hilft den passenden Bausparvertrag zu finden.

  • Finanzierungsplanung

    Der Kassensturz zeigt, wie viel Kredit sich Immobilienkäufer leisten können.

  • Baugeld-Vergleich

    Die individuell günstigsten Anbieter von Baufinanzierungen im Vergleich.

  • Forward-Darlehen

    Die besten Konditionen für die Anschlussfinanzierung: Bis zu fünf Jahre vor Ablauf der Zinsbindung.

  • Wohnriester-Vergleichsrechner

    Welche Bauspartarife mit Riesterförderung Top sind, zeigt der Vergleichrechner.

  • Eigenheim-Rechner

    Der Rechner zeigt, welche Raten sich Immobilienkäufer bei Kredit leisten können.

  • Notar- und Grundbuchrechner

    Die Nebenkosten machen beim Immobilienkauf einige tausend Euro aus. Wie viel Sie zahlen müssen.

  • Tilgungsrechner

    Der Rechner zeigt, wie die Restschuld bei Baudarlehen sinkt und wie sich Sondertilgungen auszahlen.

  • Zinsentscheidung

    Immobilienbesitzer können ausrechnen, ob sie Kredite kurz- oder langfristig festschreiben sollten.

  • Angebotsvergleich

    Niedrige Zinsen sind nicht alles. Vergleichen Sie die Baugeld-Offerten von mehreren Banken.

  • Alle Rechner und Tools

    Übersichtsseite aller Rechner, Vergleiche und Tools für Finanzen, Immobilien, Jobs und vieles mehr.

  • Weitere Tools anzeigen

  • Tagesgeld-Vergleich

    Top-Kondtionen für Tagesgeld, inklusive Gebühren, Einlagensicherung und Abgeltungsteuer.

  • Festgeld-Vergleich

    Der Rechner sucht die höchsten Zinsen für Festgeld für jede Laufzeit und Höhe des Anlagebetrages.

  • Girokonten-Rechner

    Kosten für das Konto ermitteln, inklusive Entgelte für Kreditkarten sowie Dispo- und Guthabenzinsen.

  • Rendite-Rechner

    Der Zins entspricht nicht immer der Rendite. Welche Erträge Anlagen tatsächlich bringen.

  • Ratenkredit-Vergleich

    Die besten Angebote für Ratenkredite vergleichen. Für verschiedenen Bonitätsstufen.

  • Ratgeber Geldanlage

    Die beste Strategie für Ihr Vermögen: Grundlagen, Chancen und Risiken verschiedener Investments.

  • Rendite-Risiko-Radar

    Die Renditen für Aktienindizes, Rohstoffe oder Rentenindizes nach Zeiträumen berechnen.

  • Sparbrief-Rechner

    Die interessantesten Offerten für Sparbriefe mit einer Laufzeit zwischen einem und zehn Jahren.

  • Depot

    Erstellen Sie ein virtuelles Depot, mit dem Sie Ihre Strategie testen und Kursentwicklungen verfolgen.

  • Alle Rechner und Tools

    Übersichtsseite aller Rechner, Vergleiche und Tools für Finanzen, Immobilien, Jobs und vieles mehr.

  • Weitere Tools anzeigen

  • Depot-Contest
  • ANZEIGE
Depot-Contest : Wer am meisten aus Geld macht

Wer am meisten aus Geld macht

Welcher Vermögensverwalter ist der beste? Finden Sie es heraus: Wir lassen 30 Profis beim DAB-Depot-Contest gegeneinander antreten.