
DüsseldorfDie nächste Runde im Kampf um die Meinungshoheit beim Thema Altersvorsorge ist eröffnet. „Trotz aller Bemühungen, wie zum Beispiel der Transparenzinitiative von Allianz Leben, ist es in der Branche noch nicht ausreichend gelungen, ihren Stellenwert für die Altersvorsorge in der öffentlichen Debatte zu erhöhen“, kritisiert der Chef des Branchenführers, Maximilian Zimmerer, in einem Beitrag für das Fachblatt „Versicherungswirtschaft“ seine Kollegen in rund 100 deutschen Unternehmen. Immer noch gelte vielen Berichterstattern die Lebensversicherung als ebenso unflexibel wie unverständlich.
An diesem Stimmungsbild will nun auch der Branchenführer selbst etwas ändern. „Viele Vorurteile gegenüber der Lebensversicherung“ hat die Allianz entdeckt. Zehn Aussagen versucht der Versicherer in einer aktuellen Pressemitteilung zu widerlegen. Die Aktion knüpft nahtlos an die Debatten des vergangenen Jahres an, als Versicherer und Verbraucherschützer insbesondere über die staatlich geförderte Riester-Rente erbittert öffentlich stritten.
Die Allianz verfügt in Deutschland über die bekannteste Marke im Versicherungssektor. 2010 hat die Gruppe weltweit 5,2 Milliarden Euro verdient und Einnahmen von mehr als 100 Milliarden Euro erzielt. Neben dem Versicherungsgeschäft ist das Management großer Vermögen das zweite Standbein des Konzerns geworden. Mit Pimco besitzt die Allianz den am stärksten beachteten Anleihenmanager.
Der größte französische Versicherer konkurriert mit der Allianz um die Marktführerschaft in Europa. Im Jahr 2010 beliefen sich die Einnahmen auf 91 Milliarden Euro. Der Gewinn sank um ein Viertel auf 2,75 Milliarden Euro, weil Sanierungsarbeiten nach der Finanzkrise das Ergebnis belasteten.
Der Marktführer in Italien ist traditionell stark im Geschäft mit Altersvorsorgeprodukten. 2010 flossen rund 73 Milliarden Euro in die Kassen, 1,7 Milliarden Euro verblieben als Gewinn.
Die britische Gruppe konzentriert sich in Europa neben dem Heimatmarkt auf weitere sieben Märkte: Frankreich, Spanien, Italien, Polen, Irland, die Türkei und Russland. Die Einnahmen beliefen sich 2010 auf mehr als 50 Milliarden Euro. Rund zwei Milliarden Euro verdiente der Konzern.
Längst ist der Versicherer über die Schweiz hinaus gewachsen. International ist die in Dollar bilanzierende Gruppe ein direkter Konkurrent von Allianz und Axa. 2010 flossen umgerechnet 49 Milliarden Euro in das Unternehmen, über zwei Milliarden Euro betrug der Gewinn unter dem Strich.
Der weltgrößte Rückversicherer hat zwei Standbeine: Das Geschäft mit anderen Versicherern sowie das Privatkundengeschäft, das vor allem über die Tochter Ergo läuft. Mehr als 45 Milliarden Euro an Prämien flossen 2010 in die Kasse, dabei verblieb ein Gewinn von rund 2,4 Milliarden Euro.
Der Versicherer ist in Frankreich führend im Verkauf von Lebensversicherungen. 33 Milliarden Euro an Prämien fließen im Jahr hinein, eine Milliarde Euro Gewinn zieht der Konzern daraus.
Die französische Bank ist auch im Versicherungsgeschäft stark. Die Einnahmen der Sparte belaufe sich im Jahr auf rund 29 Milliarden Euro.
Die Versicherungssparte des Finanzkonzerns soll abgespalten und an der Börse verkauft werden. Im vergangenen Jahr trug der Bereich rund 28 Milliarden zu den Einnahmen bei. Wegen Altlasten im Zusammenhang mit der Finanzkrise ist der Bereich nicht sehr profitabel.
Der britische Konzern ist vor allem in Asien stark präsent. 2010 beliefen sich die Prämieneinnahmen auf umgerechnet 27 Milliarden Euro. Mehr als 1,6 Milliarden Euro Gewinn wies die Gruppe aus.
Dass die Aktion gerade jetzt kommt, ist kein Zufall. Denn die Beitragseinnahmen der deutschen Lebensversicherer „sind rückläufig“, wie der Allianz-Chef einräumt. Insbesondere das eher kurzfristige Spargeschäft mit großen Summen, den Einmalbeiträgen, ist 2011 deutlich zurückgegangen. Auch die Senkung des Garantiezinses von 2,25 Prozent auf 1,75 Prozent in neuen Verträgen werde „den Vertrieben das Leben nicht leichter machen“, stellt Zimmerer fest. Von seinen Kollegen fordert er daher, das eigene Produkt „verständlicher“ zu machen. „Dieses Thema sollte die Lebensversicherungsbranche unbedingt weiter vorantreiben“, fordert Zimmerer. Der Manager wird ab Juni im Allianz-Konzern als Nachfolger von Paul Achleitner das Finanzressort leiten und damit die gesamten Kapitalanlagen des Konzerns verantworten.
Der Vorstandsvorsitzende des Bundes der Versicherten, Axel Kleinlein, hat die von der Allianz gesammelten Aussagen für das Handelsblatt ebenfalls unter die Lupe genommen. Sein Ergebnis: Viele dieser sogenannten Vorurteile seien gar keine Fehlbewertungen von Kunden, sondern schlicht nicht wegzudiskutieren. Ein Pro und Contra zu den insgesamt zehn Zitaten:
Bei Versicherungen geht es neben einem Sparvorgang und einer hoffentlich rentablen Kapitalanlage immer auch um etwas, was man mit allen anderen Sparprodukten nicht schafft: eine Versicherung gegen biologische Risiken (Tod, Langlebigkeit, etc.). Achtung, wenn Sie nach dem Staat rufen: Bislang liebt der Staat Umlagesysteme, dh Ihr Geld ist weg in der Sekunde, in der Sie es einzah-len, und Sie haben nur einen Anspruch, den der liebe Staat jederzeit und immer rückwirkend ändern kann...Ich habe übrigens beruflich nichts mit Versicherungen zu tun.
Sie haben recht. Ich muss aber sagen, die Zeitung kann das nicht.
Sie ist nicht nur in diesem Artikel löchig wie Schweizer Käse, sondern wo anders auch.
Ich halte das Artikel eh für eine Werbung mehr nicht.
Folgendes hat mir die A l l i a n z am 12.12.11 zu meiner Bitte um Offenlegung der Berechnungsgrundlagen für die Überschussberechnung mitgeteilt.
"Ihren Wunsch nach nachvollziehbaren Berechnungen zur Überschussbeteiligung können wir durchaus verstehen. Leider können wir ihm n i c h t entsprechen."
Soviel zur Ernsthaftigkeit der Meinungsbildenden Aussagen der A l l i a n z .
Mein LV-Vertrag wurde am 18.08.94 mit der Allianz geschlossen. Laut damaliger Aussage des Vermittlers gilt für diesen Vertrag der Garantiezins von 4 %, dies ist auch in einschlägigen Seiten des Internets nachzulesen.
Die A l l i a n z bestreitet dies und verweist auf administrative Verzögerung um den davor geltenden Garantiezinssatz von 3,5% in Ansatz zu bringen.
Ich kann nur vom Abschluss eines Vertrages mit
der A l l i a n z ganz dringend a b r a t e n.





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