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Sichere Geldanlagen: Die gute, alte Lebensversicherung

Sichere Geldanlagen verdienen sich ihren Namen dadurch, dass sie dem Anleger auch in Krisenzeiten keine Verluste bescheren. Gleichzeitig besticht diese Anlageform nicht gerade durch üppige Renditen. Ein beliebter Vertreter dieser Gattung ist die klassische Lebensversicherung. Aber auch hierbei gilt Aufmerksamkeit, denn Police ist nicht gleich Police.

Starre Police oder Fondsanlage? Sichere Geldanlagen locken nicht mit Top-Renditen. Foto: dpa
Starre Police oder Fondsanlage? Sichere Geldanlagen locken nicht mit Top-Renditen. Foto: dpa

DÜSSELDORF. Bei Ralf Nomrosky laufen in diesen Tagen die Drähte heiß. Der Düsseldorfer ist öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Kapitalanlagen und private Finanzplanung. Besorgte Sparer wollen von ihm wissen, wie sicher ihr Geld in der aktuellen Finanzmarktkrise ist. Vereinzelt bekommt er auch Anrufe zu Lebensversicherungen: "doch hauptsächlich von denjenigen, die fondsgebundene Policen haben", sagt der Finanzexperte. Um klassische Policen müssten sich Anleger dagegen keine Sorgen machen. Die gute Nachricht für sie lautet: Die traditionellen Lebensversicherungskunden verlieren derzeit kein Geld.

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Die schlechte Botschaft: Lebensversicherungskunden verdienen ab nächstem Jahr vermutlich weniger hinzu. "Die Stabilität der Lebensversicherung ist nicht gefährdet", sagt auch Thomas Steffen, oberster Versicherungsaufseher der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Die Kunden sollten sich aber auf sinkende Kapitalerträge einstellen, empfiehlt er. So oder so ähnlich äußert sich im Augenblick fast jeder Branchenexperte.

Die klassischen Lebensversicherungen sind trotz der Kapitalmarktturbulenzen nicht existenzgefährdet. Das liegt an der Konstruktion des Produkts. Die Deutschen sind ein Volk von Lebensversicherungssparern. Im Schnitt besitzt jeder Bürger mehr als eine Police; zusammen genommen sind es rund 94 Millionen Verträge. Allein in 2007 haben die Lebensversicherer 66 Milliarden Euro an Kunden ausgezahlt.

Um diese Leistungen zu erwirtschaften, legen sie das von den Kunden eingenommene Beitragsgeld am Kapitalmarkt an (siehe Grafik ). Dabei macht der Gesetzgeber den Versicherern strenge Vorgaben, deren Einhaltung die Aufsicht überwacht. Insgesamt betreuen die Lebensversicherer ein Volumen von knapp 690 Milliarden Euro. Das Zusammenspiel von Anlagerestriktion und Überwachung funktioniert: Bis heute hat es nur eine Schieflage gegeben - 2003 brach die Mannheimer Leben zusammen. Deren Policen werden heute aber vom Sicherungsfonds Protektor weitergeführt.

Das Sicherheitsnetz für Lebensversicherungen ist engmaschig: Neben der breiten Streuung der Kapitalanlagen gehört dazu vor allem die Bildung von Reservepolstern, aus denen die Gesellschaft in schlechten Zeiten zubuttern kann. Solche Reserven entstehen etwa dadurch, dass die Versicherer ihre Beiträge mit einer sehr vorsichtigen Lebenserwartung kalkulieren. Das Gros stammt allerdings aus guten Kapitalmarktzeiten. Solche Polster heißen "Rückstellung für Beitragsrückerstattung" und "Schlussgewinnanteilsfonds". Zur Not darf der Versicherer aus diesem Geld die garantierten Leistungen finanzieren - allerdings nur mit Zustimmung der Aufsicht. Diese Jongliermasse wird derzeit auf satte 50 Milliarden Euro geschätzt.

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