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Studentenkredite: Warum Studenten von der Euro-Krise profitieren

Jeden Tag kommen neue Nachrichten aus Griechenland – meist keine guten. Aber es gibt auch Positives, das wir der Euro-Krise abgewinnen können. Wer sich Geld leihen will, kann dies derzeit günstiger denn je tun.

Die KfW-Bankengruppe ist ein Anbieter von Studienkrediten. Neben Förderbanken legen auch Hausbanken eigene Kreditprogramme auf. Quelle: dapd
Die KfW-Bankengruppe ist ein Anbieter von Studienkrediten. Neben Förderbanken legen auch Hausbanken eigene Kreditprogramme auf. Quelle: dapd

DüsseldorfDie Europäische Zentralbank hat den Leitzins auf 0,75 Prozent gesenkt. Damit stützt sie in erster Linie die Banken. Außerdem hofft sie, dass die Banken das billige Geld weiterreichen und bei der Kreditvergabe großzügiger sind. „Der Interbankenmarkt funktioniert zurzeit wegen der Krise in der Eurozone nicht richtig und wird deshalb vor allem durch die Geldpolitik der EZB beeinflusst. Aufgrund der derzeitigen finanziellen Situation der europäischen Staaten und der aktuellen konjunkturellen Lage Europas befindet sich der Leitzins auf Rekordtief“, sagt Jürgen Matthes vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln.

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Ob sich die Wirtschaft durch die lockere Geldpolitik ankurbeln lässt, ist umstritten. In jedem Fall bekommt jeder Einzelne die Auswirkungen jetzt schon zu spüren. Anleger müssen größere Risiken eingehen, wenn sie auch zukünftig eine Rendite erzielen wollen, die die Inflation ausgleicht. Kreditnehmer hingegen erfreuen sich über die Möglichkeit günstig an Geld zu gelangen. Das gilt auch für diejenigen, die als chronisch knapp bei Kasse gelten: Studenten.

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Wer keinen Anspruch auf BAföG, aber dennoch eine Lücke in der Finanzierung des Studiums hat, sollte sich jetzt nach einem Studienkredit umschauen. Zumal die Zinsen auch als Bildungsaufwendungen steuerlich geltend gemacht werden können. Auch kurzfristig, etwa weil man mehr Zeit für die Abschlussarbeit benötigt oder weil man gerne ein Semester im Ausland verbringen möchte, kann ein Studienkredit zur Überbrückung helfen.

Besonders interessant sind derzeit Darlehen mit variablen Zinssätzen. Diese sind an Referenzzinsen des Geld- oder Kapitalmarktes gebunden. Als Referenzzinssatz für kurzfristige Darlehen dient hierzulande der Euribor (Euro Interbank Offered Rate), der durchschnittliche Zinssatz, zu dem sich europäische Banken untereinander Geld leihen. Hierbei gibt es zeitliche Differenzierungen. Meist wird der Euribor für die Frist von sechs Monaten zu Grunde gelegt (0,482 Prozent pro Jahr, Stand 17.09.2012). Zu der Grundverzinsung kommt ein Aufschlag des Kreditinstituts hinzu, der üblicherweise zwischen 0,5 und 2 Prozentpunkten beträgt und in der Regel eine Vermittlungsgebühr in Höhe von bis zu einem Prozent.

  • 01.10.2012, 14:08 UhrGSN

    Die Aufnahme eines Darlehens zu Studienzwecken ist ja nur eine Art, sein Studium zu finanzieren. Sicherlich steht es den Studierenden frei, mit Unterstützung der Eltern und (so wie viele es noch kennen) händischer Arbeit in den Semesterferien sein Studium zu finanzieren. Man muß ja nicht kategorisch alles mies machen... ...für unser Kind sammle ich bereits Geld für ein eventuelles, späteres Studium oder eine profunde Ausbildung; verzichte somit weiterhin teilweise auf Konsum und hoffe, damit ebenfalls ein gewisses Wertegefühl zu vermitteln... ...mindestens jedoch zu erreichen, daß später kein Darlehen für Bildung aufgenommen werden muß...

  • 01.10.2012, 13:21 Uhrkatitzke

    Es mutet schon lächerlich an, wie sie die einfachere Aufnahmen von KREDITEN als etwas Gutes verkaufen wollen. Die Arbeitslosigkeitsrate der jungen Menschen bis 35 Jahre ist nicht nur in Spanien oder Griechenland exorbitant hoch, sondern gerade auch in Deutschland. Die Politik dient der Wirtschaft und dem Kapital und sicherlich nicht den Studierenden. Wie sollen diese denn die Kredite zurückzahlen?? Da stiehlt sich der Staat aus der Verantwortung, für gerechte und chancengleiche Bildung Sorge zu tragen und Sie werben für Studienkredite. Handelt es sich bei den Krediten etwa um zinslose Darlehen? Das ist erbärmlich und hat der Wirklichkeit der Mehrzahl von Studenten rein gar nichts zu tun.

  • 01.10.2012, 12:07 Uhrredaktion handelsblatt

    Sehr geehrter GSN, herzlichen Dank für Ihren Hinweis. Den Fehler haben wir behoben. Herzliche Grüße aus der Redaktion

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