
Die Turbulenzen an den Börsen, Anleihen- und Rohstoffmärkten verunsichern viele Anleger. Wer sein Geld in Zinskonten oder Geldmarktfonds anlegt, sichert sein Vermögen ab und bleibt gleichfalls liquide für mögliche Chancen bei Aktien oder Fonds. Handelsblatt Online zeigt die besten Konditionen für Tagesgeld, Festgeld und Geldmarktfonds.
Tagesgeld: Fester Ertrag und hohe Flexibilität
Einen kalkulierbaren Ertrag ohne Risiko – das wünschen sich viele Anleger beim Blick auf die Kursschwankungen an den Kapitalmärkten. Legen sie Kapital auf ein Tages- oder Festgeldkonto, bekommen sie zumindest einen festen Ertrag. Das Tagesgeldkonto gewährt dem Sparer überdies Freiheiten: Er kann sein Geld jederzeit wieder abziehen, wenn er es braucht oder sich für eine andere Anlageform entscheidet. Außerdem fallen keine Gebühren an.
Angesichts der Euro-Schuldenkrise und der Börsentalfahrt wird dieser Geldparkplatz derzeit stark nachgefragt. So verbucht die DAB Bank, die traditionell eher stark im Wertpapiergeschäft ist, einen Zuwachs der Einlagen auf Tagesgeldkonten um ein Fünftel. Die Comdirect meldet besonderes Interesse ihrer Kunden an Währungskonten. Aus Angst vor dem Wertverfall des Euros tauschen Anleger ihr Geld verstärkt in norwegische Kronen oder US-Dollar. Einlagen auf Währungsanlagekonten sind bei der Bank seit Jahresbeginn um knapp 20 Prozent gestiegen.
Allerdings bietet ein Tagesgeldkonto keine üppige Verzinsung. Im Durchschnitt sind es nach Berechnungen des Frankfurter Finanzdienstleisters FMH gerade mal 1,8 Prozent. In der Spitze zahlen die Banken aktuell Zinsen von bis zu 2,75 Prozent im Jahr, wie ein Zinsvergleich von FMH für das Handelsblatt zeigt. Damit bleibt dem Anleger immerhin auch nach Abzug der Inflationsrate noch ein minimaler Ertrag. „Vor allem Auslandsbanken locken mit üppigen Sätzen“, sagt Max Herbst, Chef der FMH-Finanzberatung. Typischerweise wollen sich solche Institute am hiesigen Markt etablieren, zudem seien die Zinsniveaus in ihrem Heimatland oft höher, sagt Herbst.
Tages- oder Festgeld gilt als sichere Anlage. Doch was passiert, wenn eine Bank pleitegeht? In der gesamten Europäischen Union gilt ein gesetzlicher Entschädigungsanspruch von 100 000 Euro pro Anleger.
Deutschland gibt es darüber hinaus freiwillige Einlagenschutzsysteme, die noch größere Entschädigungssummen versprechen. Darauf gibt es aber keinen Rechtsanspruch.
Bankkunden sollten vorab prüfen, bei welchem Einlagensicherungssystem ein Institut überhaupt registriert ist. Denn es gibt einige Banken, die sich dem Einlagensicherungsfonds anderer Länder angeschlossen haben. Die Bigbank gehört zum Beispiel dem estnischen Einlagenschutzfonds an, die IW Bank, eine Tochter der Ubi Banca, ist dem italienischen Fonds angeschlossen. Die VTB Direktbank – nicht zu verwechseln mit der VTB Bank Deutschland – ist Österreichs Einlagensicherungssystem angegliedert.
Solche Aspekte sind wichtiger geworden, seit wegen der Staatsschuldenkrise die Zahlungsfähigkeit ganzer EU-Staaten angezweifelt wird. Denn es gibt kaum einen Einlagensicherungsfonds, der die Pleite einer großen Bank ohne Staatshilfe überstehen könnte. Selbst der Einlagensicherungsfonds der deutschen privaten Banken benötigte öffentliche Gelder, als die Deutschland-Tochter der US-Investmentbank Lehman Brothers 2008 Insolvenz anmeldete. „Deshalb ist die Frage wichtig, ob der jeweilige Staat finanzkräftig genug ist, um notfalls für das Einlagensicherungssystem einzustehen“, sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.
Der Verbraucherschützer rät Anlegern deshalb, darauf zu achten, dass eine Bank den Schutz der deutschen Einlagensicherung anbietet: „Die implizite Staatsgarantie Deutschlands ist höher zu bewerten als die von vielen anderen europäischen Staaten.“ Ein weiterer Vorteil: Der Schriftverkehr mit den Behörden erfolgt im Entschädigungsfall auf Deutsch.
Vor allem bei überdurchschnittlich hohen Sätzen sollten Kunden aber unbedingt in die Bedingungen der Produkte schauen, denn oft gilt das Angebot nur für Neukunden, nur für begrenzte Zeit oder nur bis zu einer bestimmten Anlagesumme. Kundenfreundliche Anbieter reservieren den Einstandszins des Tagesgeldes sechs bis zwölf Monate lang und unterscheiden nicht zwischen Neu- und Bestandskunden. Die Direktbank DAB Bank gewährt den Tagesgeldzins von 2,75 Prozent nur neuen Kunden, sie garantiert den Satz bis Ende September 2012 für eine Anlagesumme bis 20 000 Euro.
Bei den beiden anderen Anbietern des Spitzensatzes, der niederländischen NIBC und der türkischen Tochter der kriselnden Dexia, Deniz Bank, müssen Sparer mit dem begrenzten gesetzlichen Einlagenschutz von 100.000 Euro leben. Hier lohnt sich also auf jeden Fall ein Blick auf die Bonität des Instituts.
| Tagesgeld: Offerten mit begrenzter Einlagensicherung | ||
| Institut | Zins in % | Einlagensicherung in € |
| NIBC Direct | 2,75 | 100.000 |
| Denizbank | 2,75 | 100.000 |
| Ikano Bank | 2,71 | 100.000 |
| VTB Direkt | 2,70 | 100.000 |
| MoneyYou | 2,70 | 100.000 |
Anlagebetrag: 5000 €. Quelle: FMH-Finanzberatung. Stand: 24.11.2011 | ||
| Tagesgeld: Offerten mit erhöhter Einlagensicherung | ||
| Institut | Zins in % | Einlagensicherung in € |
| DAB Bank | 2,75 1,2 | 32,49 Mio. |
| Bank of Scotland | 2,70 | 250.000 |
| Cortal Consors | 2,60 1,3 | 45 Mio. |
| Wüstenrot | 2,55 1,4 | 126 Mio. |
| ING-DiBa | 2,50 1,5 | 1,23 Mrd. |
Anlagebetrag: 5.000 €. 1) Nur für Neukunden. 2) Zinsgarantie bis 30.9.2012. Zins ab 20.000 €: 0,5 %. 3) Zinsgarantie: 12 Monate. Zins ab 50.000 €: 1,75 %. 4) Zinsgarantie: 6 Monate. Zisn ab 10.000 €: 1,33 %. 5) Zinsgarantie: 6 Monate. Quelle: FMH-Finanzberatung. Stand: 24.11.2011 | ||
Börsentalfahrt? Wo? Wer die Börse geschickt nutzt, lacht nur über Kapitalerträge unter 10% p.a. Das kann sogar Müller-Meier-Schmidt erreichen bei überschaubarem Risiko.
Beim Onlinehandel mit Aktien können viele Vorgänge inzwischen dank EDV und Handy automatisiert werden, so dass man als Anleger ganz normal seiner beruflichen/privaten Tätigkeit nachgehen kann.
5-10 gezielte Handelsaktionen p.a. können bereits mehr als 5% Kursgewinne NACH Steuern und Gebühren einbringen. In einigen Fällen werden so sogar Kapitaleinsätze verdoppelt bis verdreifacht!
Jeder sollte sich spätestens jetzt informieren, wie das geht. Denn so wurde und wird u.a. weiterhin bei den Investmentbanken das große Geld verdient...
Der private Aktienhändler sollte nur entgegen dem Verhalten einiger Investmentbanken eines beherrschen: Die Gier ausschalten.





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