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10.02.2008 
Sechs Fragen zum Thema Altersvorsorge an Eberhard Beer

„Ältere mögen keine Spielereien“

von Anke Rezmer

Eberhard Beer, Seniorberater von „Die Alten Hasen“ aus Frankfurt, erklärt im Gespräch mit dem Handelsblatt was die speziellen Bedürfnisse der sogenannten Best Ager sind, zu welchem Anlegertyp sie gehören und worauf sie bei Finanzangelegenheiten achten sollten.

Was sind die speziellen Bedürfnisse der sogenannten Best Ager?

Ab dem Alter von Fünfzig ist es Zeit, sich Gedanken darüber zu machen, wie man die reife Phase seine Lebens gestalten möchte. Dazu gehört, auch in finanzieller Hinsicht seinen Status quo zu erfassen, Ziele zu definieren und zu fragen, ob und wie sie sich realisieren lassen. Mit Blick auf das Vermögen rechnet man zusammen, was man hat und bis zum Ruhestand noch erreichen kann. Das sollte zu den materiellen Wünschen und Zielen für das Pensionsalter passen.

Zu welchem Anlegertyp gehören Menschen dieser Altersgruppe Ihrer Erfahrung nach?

Ältere Menschen wollen eher konservativ anlegen, mögen keine Spielereien. Sicherheit ist ihnen wichtig. Ihr Vermögen, das sie sich im Laufe des Lebens erarbeitet oder aus den Händen Vertrauter geerbt haben, wollen reife Menschen vor allem erhalten – wenn möglich, mehren. Außerdem legen sie wert darauf zu verstehen, worin sie ihr Geld investieren. Zu viel Arbeit sollte die Geldanlage außerdem nicht machen, denn Zeit ist ihnen als kostbares Gut bewusst.

Worauf können sie verzichten?

Erfahrene Menschen wollen keine Produkte, die sie nicht verstehen und mit denen sie nicht ruhig schlafen können. Die neueste Finanzinnovation oder das heiß umworbene, spannend klingende Angebot des Finanzberaters interessiert diese Menschen nicht.

Warum beachten das viele Finanzdienstleister nicht?

Viele Berater in Finanzunternehmen können ihre Beratung nicht vom Verkauf von Produkten trennen. Denn sie werden an ihrem Vermittlungsumsatz gemessen und danach entlohnt.

Warum halten Sie Frauen für besonders gefährdet?

Die Kenntnisse auch bei Damen sind sehr unterschiedlich. Während manche über sehr tiefes und genaues Wissen verfügen, gibt es andere, die sich traditionell zum Beispiel lange Zeit auch in Finanzfragen voll auf ihren Mann verlassen haben. Je weniger man weiß, desto abhängiger ist man. Zudem passiert es immer wieder, dass Berater älteren Damen die Kompetenz in Finanzdingen absprechen.

Worauf sollten Ältere besonders achten, wenn sie sich in Finanzangelegenheiten beraten lassen?

Die Beratung muss auf die persönliche Situation, Wünsche und Ziele abgestimmt sein. Am besten sucht man einen unabhängigen Honorarberater auf, der zunächst die Finanzstruktur analysiert und optimiert. Jedes anschließend empfohlene Produkt muss zu dieser Struktur passen.

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