„Abwesenheit von Angst“
Sparquote der Deutschen auf Zehn-Jahrestief

Die Deutschen sparen so wenig wie seit 10 Jahren nicht mehr, nur noch 10,1 Prozent wandert auf die hohe Kante. Zusammen mit einer neuen Rekordbeschäftigung erwarten Experten daher schon bald mehr Konsumausgaben.
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BerlinDie Deutschen sparen so wenig wie seit über zehn Jahren nicht mehr. Die Sparquote sank im vierten Quartal bereinigt um saisonale Veränderungen auf 10,1 Prozent. Im Sommer wurden noch 10,3 Prozent des verfügbaren Einkommens auf die hohe Kante gelegt, wie die Bundesbank am Freitag mitteilte. Zuletzt war der Wert im zweiten Quartal 2002 niedriger.

Ökonomen begründeten diese Entwicklung mit der guten Lage am Arbeitsmarkt. „Das ist ein Spiegelbild für die Abwesenheit von Angst“, sagte Sal. Oppenheim-Analyst Frank Hübner. Zudem ist Sparen wegen der niedrigen Zinsen unattraktiv geworden. Dennoch legen die Deutschen immer noch mehr beiseite als die Amerikaner. Dort lag die Sparquote im Dezember bei 6,5 Prozent.

Trotz der zuletzt schwachen Konjunktur ist die Beschäftigung im vierten Quartal auf ein Rekordniveau gestiegen. Die Zahl der Erwerbstätigen erreichte mit 41,9 Millionen den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung. Die Deutschen haben deshalb mehr Geld in der Tasche - zumal 2012 die Tariflöhne mit 2,7 Prozent so stark stiegen wie seit drei Jahren nicht mehr. So schwoll nach Angaben des Statistischen Bundesamtes das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte um 1,9 Prozent an. Die Konsumausgaben legten mit 2,2 Prozent noch stärker zu. „Das ist eine gute Nachricht“, sagte Gustav Horn, Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK). „Der Konsum wird in nächster Zeit zunehmen. Das ist die Botschaft der Zahlen.“

Nach ersten Berechnung der Statistiker brachen die Einkommen der Unternehmen zum Vorjahresquartal um 7,4 Prozent ein. „Deutschland hat eine schwierige Phase hinter sich, in der die Unternehmen wenig investierten und die Gewinne nicht so gut aussahen“, sagte Horn. Dass es wirtschaftlich offenbar wieder besser aussehen wird, bestätigte der überraschend positiv ausgefallene Ifo-Geschäftsklimaindex.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Nun unsere Lebenshaltungskosten gehen immer mehr in die Höhe und das bleibt

    1. nix mehr übrig zum Sparen, geht mal nach dem 21. einkaufen für diejenigen die nicht am 15. ihr Geld bekommen und alleinerziehende, Rentner/-innen und die im Niedriglohnsektor und die Singles die "normal verdienen wie ich Steuerklasse I".


    2. die Zinsen für das "althergebrachte Sparbuch" sind derartig im Keller, das man nur 2 Euro fürs Ganze Jahr Sparen bekommt (habe ich bekommen!!), ich spare kleine Summen, da es anderes nicht geht.


  • Wenn sich da nur die Ökonomen nicht irren! Schon richtig, ein Absinken der Sparquote kann mehr Lebenszuversicht ausdrücken oder mehr Vertrauen in den Staat. Nur dafür sind die Zeiten nicht danach.

    Man betrachte das Absinken der Sparquote in Japan, das sagt alles. Wenn es kneift, wird der soziale Status noch solange es eben geht durch Entsparen aufrecht erhalten. Auch Hartz IV setzt ja voraus, daß man erst seine Ersparnisse aufzehrt, bevor man sich da einreiht.
    Letzten Endes tun ja die Industriestaaten genau daselbe, sie verschulden sich bis über die Halskrause, um den Standard der versprochenen Sozialtransfers aufrecht zu erhalten, obwohl die Haushaltslage (ein ausgeglichenes Budget) das schon längst nicht mehr hergibt.
    Merke: man kann sich die Lage auch schönreden.

  • ... ob allerdings in 20 Jahren die Gattin mit dem Schmuck noch da ist, entzieht sich der ökonomischen Betrachtung :-8

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