Altersvorsorge
Die Lebensversicherung zu Geld machen

Schulden, neue Lebensumstände oder die Erfüllung privater Wünsche sind die häufigsten Gründe, eine Lebensversicherung zu kündigen. So erreicht mehr als jede zweite Police ihr Laufzeitende nicht. Anleger können ihre Policen verkaufen statt sie zu kündigen – doch die Finanzkrise setzt den Zweitmarkt für Lebensversicherungen unter Druck.

KÖLN. Mit der Finanzkrise wird das Klima für die bislang wachstumsverwöhnten Aufkäufer von gebrauchten Lebensversicherungsverträgen rauer. Während das Angebot an Gebrauchtpolicen nach wie vor hoch ist, wird die Platzierung dieser Verträge in Fonds schwerer, bestätigt der BVZL Bundesverband Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen. Die Finanzkrise hat die Liquiditäts- und Risikoprämien für die Investoren verteuert. Damit sinken die Margen für dieses Geschäft, das von der Arbitrage lebt. Den Druck geben die Aufkäufer an die verkaufswilligen Versicherungskunden weiter – etwa in Form höherer Anforderungen an die Verträge, wie Cash Life - Marktführer und Pionier dieses Geschäftssegments – ankündigte.

Trotz schärferer Ankaufkonditionen dürfte das Angebot an gebrauchten Policen die Nachfrage aber weiterhin übersteigen. In der Summe wurden 2007 Lebensversicherungen über knapp 11,5 Mrd. Euro gekündigt, aber nur 1,4 Mrd. Euro von den sechs am deutschen Markt tätigen Policenaufkäufern erworben. Für 2008 rechnen die Policenaufkäufer mit einem "Schlussverkaufsboom". Denn ab 2009 fällt beim Verkauf einer Lebensversicherung mit einer Laufzeit unter zwölf Jahren Abgeltungsteuer an. Das könnte manchen Versicherten veranlassen, seine Police doch noch 2008 zu verkaufen.

Schulden, neue Lebensumstände oder die Erfüllung privater Wünsche sind die häufigsten Gründe, eine Lebensversicherung zu kündigen. So erreicht mehr als jede zweite Police ihr Laufzeitende nicht. Tendenziell gilt: Je länger die Laufzeit, desto wahrscheinlicher ist die Kündigung. So werden letzten Angaben der Deutschen Aktuarsvereinigung zufolge 76 Prozent aller Verträge mit einer Laufzeit von 30 Jahren storniert; dagegen werden fast zwei Drittel der zwölfjährigen Verträge durchgehalten.

Die Policenaufkäufer zahlen ihren Kunden üblicherweise mehr, als wenn diese ihren Vertrag beim Versicherer kündigen. Auf ihren Internetseiten werben sie oft mit Spannen von bis zu 15 Prozent Preisvorteil gegenüber der Kündigung – zumeist werden zwischen fünf und sieben Prozent mehr gezahlt als bei der Kündigung. Ein weiteres Plus für den Kunden: Beim Verkauf bleibt ihm der Versicherungsschutz – in der Regel die Todesfall-Leistung – erhalten.

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