Altersvorsorge
Fondsbasierte Riester-Rente boomt

Der Start war für die Riester-Rente beschwerlich. Zu kompliziert, nicht nötig oder zu wenig Rendite waren oft geäußerte Bedenken. Dazu kamen noch die Ratschläge der Verbraucherschützer, erst einmal abzuwarten. Dies hat sich geändert.

HB FRANKFURT. Der Staat hat nachgebessert, Vereinfachungen wurden umgesetzt, und Experten wie die Stiftung Warentest loben die Riester-Rente als das beste Mittel für die private Altersvorsorge. Die Riester-Rente erlebte im vergangenen Jahr den Durchbruch. Nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales verfügten Ende 2005 etwa 5,6 Mill. Deutsche über einen entsprechenden Altersvorsorgevertrag. Das sind rund 1,4 Mill. Verträge mehr als Ende 2004.

Besonders boomt die Vorsorge im Bereich der fondsbasierten Lösungen mit rund 260 000 neu abgeschlossenen Verträgen; der Trend setzt sich fort. Die Anleger haben die Vorteile der Riester-Rente erkannt. Steuervorteile und staatliche Zulagen sind die beiden Hauptargumente. Auch der Ausschluss von Verlusten spielt eine große Rolle.

Am Ende der Laufzeit hat der Anleger die Garantie, mindestens die eingezahlten Beiträge plus die Zulagen zurück zu erhalten. Steht der Kunde vor der Wahl zwischen einer Rentenversicherung und einem Fondsangebot, ist die Rendite entscheidend. Ein Beispiel: Ein Anleger hat die Wahl zwischen einem Produkt mit einer Rendite von sechs Prozent und einem Angebot mit sieben Prozent. Der eine Prozentpunkt mehr Rendite macht bei einem monatlichen Sparplan von 100 Euro über eine Laufzeit von 20 Jahren am Ende einen Unterschied von mehr als 5 000 Euro aus. Dafür müsste der Anleger mit dem weniger rentierlichen Angebot vier Jahre länger sparen.

Ein weiterer Grund für die steigende Akzeptanz ist die Erkenntnis, dass sich die staatlich geförderte Altersvorsorge für fast alle Bevölkerungs- und Einkommensgruppen eignet. Es kommt nur darauf an, das Sparziel richtig zu wählen. Kleinverdiener mit Kindern fahren am besten, wenn sie auf die maximale Zulage setzen. So bekommt ein verheirateter Arbeitnehmer mit einem Kind und einem Einkommen von 34 000 Euro vom Staat 366 Euro in diesem Jahr geschenkt. Das entspricht einer Förderquote von 56 Prozent, denn er selbst muss nur 654 Euro im Jahr sparen. Arbeitnehmer mit höheren Einkommen profitieren hingegen von den steuerlichen Vorteilen. Ab dem Jahr 2008 wird das Sparen mit Riester noch attraktiver: Die Grundzulage steigt von 114 auf 154 Euro und die Kinderzulage von derzeit 138 Euro auf 185 Euro.

Hans Joachim Reinke ist Vorstand bei Union Investment.

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