Altersvorsorge
Keine schärferen Steuer-Regeln für Dachfonds

Die Fondsbranche atmet auf: Für Dachfonds wird es keine Verschärfung bei der Abgeltungsteuer geben. Angesichts von mehr als 1 000 neuen Dachfonds, die bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) zur Genehmigung eingereicht worden sein sollen, ist es kein Wunder, dass die Branche in Aufregung gewesen ist.

FRANKFURT. Zumindest enthält der Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums zum Jahressteuergesetz 2009, in dem auch Änderungen der ab 2009 geplanten Abgeltungsteuer stehen, nichts über die vermögensverwaltenden Fonds. Die Gerüchte darum hatten die Fondsindustrie erschüttert. Anleger hatten gerade begonnen, die ersten Milliarden in die als abgeltungsteuer-begünstigt beworbenen Dachfonds umzuschichten. Die Diskussion um das Steuerprivileg sei ungünstig in die Zeit gefallen, in der Finanzvertriebe ihre Beratung starteten, monierte ein Brancheninsider. Das habe nach einem unfreundlichen Akt ausgesehen.

Das Jahressteuergesetz 2008 sieht vor, dass Dachfonds, die das Anlegerkapital in andere Fonds investieren, mit Blick auf die Abgeltungsteuer Vorteile genießen. Der geplante Bestandsschutz für Fondskapital, das bis Ende 2008 angelegt wird, bedeutet, dass Anleger keine Steuer auf Kursgewinne zahlen, auch wenn der Fondsmanager das Portfolio nach 2008 umschichtet. Das gilt auch für Dachfondsmanager.

Bei einer Direktanlage fallen hingegen künftig 25 Prozent Abgeltungsteuer auf Kursgewinne und Erträge an, wenn der Investor sein Depot umschichtet. Bei Fondskapital, dass nach 2008 angelegt wird, kommen Anleger immerhin in den Genuss eines Steuerstundungseffektes, da bei Umschichtung auf Fondsebene keine Abgeltungsteuer anfallen soll. Erst wenn der Fondsanteil verkauft wird, fällt die Steuer an. So kann ein Dachfondsmanager Umschichtungen vornehmen, ohne dass die Steuer greift.

Angesichts von mehr als 1 000 neuen Dachfonds, die bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) zur Genehmigung eingereicht worden sein sollen, ist es kein Wunder, dass die Branche trotz demonstrierter Zuversicht des Fondsverbands BVI in Aufregung gewesen ist. Laut BVI waren Steueränderungen für Dachfonds ohnehin nicht im Gespräch. Verabschiedet wird das Jahressteuergesetz allerdings erst im Herbst.

Kurze Übergangsfrist bei Zertifikaten

Gleiche Besteuerung:

Wie Fonds unterliegen auch Zertifikate ab dem 1. Januar 2009 der Abgeltungsteuer. Auf alle Kapitalerträge werden dann 25 Prozent fällig - plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.

Andere Fristen:

Im Gegensatz zu Fonds gibt es bei Zertifikaten aber nur dann einen unbegrenzten Bestandsschutz, wenn die Produkte vor dem 14. März 2007 gekauft wurden. Wer sein Zertifikat nach diesem Stichtag erworben hat, kann Gewinne nur dann steuerfrei realisieren, wenn er das Produkt bis zum 30. Juni 2009 verkauft und eine Haltedauer von einem Jahr einhält. Zertifikatekäufer, die Steuern sparen wollen, haben also nur noch bis Juni Zeit.

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