Altersvorsorge
Pflege-Bahr fällt durch

Bei der Prüfung von Pflegetagegeldversicherungen hat das Magazin „Finanztest“ fünf „sehr gute“ und viele „gute“ Angebote gefunden. Staatlich geförderte Leistungen kamen im Test allerdings schlecht weg.
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BerlinOb Pflege zu Hause, im Heim oder in einer Wohngemeinschaft: Die gesetzliche Pflegeversicherung reicht nicht, um die Kosten komplett abzudecken. Wie die Stiftung Warentest am Dienstag in Berlin erklärte, kann die finanzielle Lücke im Pflegefall je nach Pflegestufe im Schnitt 540 Euro oder sogar mehr als 2000 Euro pro Monat betragen. Gute Pflegetagegeldversicherungen können die Lücke zwischen den Pflegekosten und den Zuschüssen der Pflegeversicherung laut der Zeitschrift „Finanztest“ (Mai-Ausgabe) schließen. Im Test fanden die Verbraucherexperten für ihre Modellkunden im Alter von 45 und 55 Jahren insgesamt fünf „sehr gute“ und immerhin 78 „gute“ Angebote.

Pflegetagegeldtarife gibt es als komplett ungeförderte Variante und als Kombitarif. Dieser enthält einen ungeförderten und einen staatlich geförderten Tarifanteil. Insgesamt schneiden die Kombitarife den Angaben zufolge etwas besser ab. Durch die staatliche Zulage von fünf Euro im Monat, mit der der Betrag des Versicherten aufgestockt wird, sind die Leistungen dieser Verträge etwas höher.

Aber auch bei den ungeförderten Tarifen gibt es zahlreiche Angebote, die die von „Finanztest“ berechnete Versorgungslücke schließen. Der 45-jährige Modellkunde zahlt dafür monatlich 56 Euro und der 55-jährige Neukunde 87 Euro beim ungeförderten und beim Kombitarif.

Den sogenannten Pflege-Bahr hält die Stiftung Warentest hingegen für nicht ausreichend. Die Leistungen reichten nicht aus, um den Bedarf bei Pflegebedürftigkeit über alle Pflegestufen hinweg zu decken. Laut „Finanztest“ bekommen allerdings ältere oder bereits kranke Menschen häufig nur noch diese staatlich geförderte Tagegeldvariante, weil es keine Gesundheitsprüfung gibt. Nur wer bereits pflegebedürftig ist, bekommt keinen Vertrag mehr.

Die vom früheren Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) im Jahr 2013 eingeführte staatlich geförderte Zusatzpolice sollte mehr Anreize für die private Pflegevorsorge schaffen. Wer die Zusatzversicherung abschließt, bekommt unter bestimmten Voraussetzungen monatlich fünf Euro Zuschuss vom Staat für eine Pflege-Tagegeldversicherung.

Wenn das Geld für die Pflege nicht ausreicht, springt das Sozialamt ein. Wenn möglich, holt es sich das Geld von den Kindern des Betroffenen zurück, wobei es hier Einschränkungen gibt.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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