Altersvorsorge
So „riestern“ Sie richtig

Bei der Riester-Rente gehen die Meinungen der Experten weit auseinander; das verunsichert die Verbraucher zutiefst. Eine Analyse über Fallen, Tücken und Vorteile der Riester-Rente - und für wen sie sich wirklich lohnt.
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In der gesetzlichen Rentenversicherung läuft es derzeit ausnahmsweise richtig gut: Dank hoher Beschäftigungszahlen sammelt die staatliche Rentenkasse Reserven in Milliardenhöhe an, ab 2013 sinkt deshalb der Beitragssatz von aktuell 19,6 auf 19,0 Prozent vom Bruttoeinkommen. Das ist vor allem auch deshalb möglich, weil das Rentenversprechen nicht gerade üppig ausfällt: 2030 soll ein Ruheständler nur noch 43 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens als Rente erhalten. Noch sind es für neue Rentner 50 Prozent. Doch so oder so: Wer sein Arbeitsleben beendet, wird mit der staatlichen Rente allein kaum auskommen.
Um sich im Alter nicht allzu sehr einschränken zu müssen, ist also private Altersvorsorge dringend vonnöten – je eher, desto besser. Und weil das keine neue Erkenntnis ist, hat Vater Staat bereits vor elf Jahren - und für Kritiker trotzdem viel zu spät – die sogenannte Riester-Rente eingeführt. Die Angst vor Rentenlücke und Altersarmut hat inzwischen 15 Millionen Verbraucher dazu bewegt, Ersparnisse in einen Riester-Vertrag zu stecken. Hauptargumente für den Abschluss waren dabei vor allem die staatlichen Zulagen und Steuervorteile während der Ansparphase.

Aber das Interesse an der Riester-Rente sinkt seit Jahren. Eine aktuelle Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Postbank schlägt Alarm: 42 Prozent der Berufstätigen in Deutschland wollen ihre private Altersvorsorge nicht mehr erweitern, die monatlich dafür angesparten Beträge sind in den vergangenen acht Jahren um fast zehn Prozent gesunken. Der repräsentativen Umfrage unter 1642 Bürgern zufolge ist gerade auch das Ansehen der Riester-Rente in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. 2009 hielten demnach noch 23 Prozent der Bevölkerung die private Riester-Rente für besonders sicher. Dieser Wert ist mittlerweile auf nur noch 16 Prozent gesunken. Nur noch acht Prozent derjenigen, die ihre Altersvorsorge aufstocken möchten, interessieren sich für die staatlich geförderte Riester-Rente.

Die Gründe für den Ansehensverlust der Riester-Rente sind leicht ausgemacht: Zunehmend kritische Medienberichte (die WirtschaftsWoche hat die Rentabilität von Riester-Verträgen seit 2009 mehrfach angezweifelt), Verbraucherschützer und ein Teil der Wissenschaftler halten Riester-Verträge für intransparent, teuer und für meist unrentabel. Regierung, Produktanbieter, Verbände sowie ein anderer Teil der Experten und Wissenschaftler verteidigen diese Form der privaten Altersvorsorge als besonders sicher sowie durchaus rentabel und stellen Verbesserungen in punkto Transparenz in Aussicht. Beide Seiten führen im Streit um Sinn und Unsinn der Riester-Rente gute Argumente an – und verwirren damit den Verbraucher zusätzlich. Für ihn ist es letztlich die Frage, welcher Seite er mehr Glauben schenkt und ob die Argumente auf seine individuellen Voraussetzungen beim Abschluss eines Riester-Vertrags zutreffen. Mit seiner Entscheidung für oder gegen einen Vertrag ist der Verbraucher allen Diskussionen zum Trotz letztlich ganz allein.

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  • Folgende Punkte sind leider nicht oder nicht richtig dargestellt:
    1. Die Verrentung des angesparten Kapitals ist einer der wichtigsten Punkte. Hier trifft auch die mangelnde Transparenz bzw. Verständlichkeit zu. Denn was bringen 100.000 Euro Kapital, wenn man nur 250 Euro pro Monat Rente dafür bekommt? Wer einen Fondsriester hat, hat überhaupt keine verlässliche Aussage zur Verrentung (bitte lesen Sie die Bedingungen) und hat damit die Katze im Sack gekauft. Auch bei den Versicherungen gibt es einige, die sich nicht festlegen. Man sollte darauf achten, dass man einen garantierten Rentenwert hat und eine garantierte Sterbetafel für die gesamte Verrentung. Z. B. DAV 2004R, die noch einigermaßen gut ist. Danach wird ein heute 40 jähriger Mann 92,25 Jahre alt (Frau 96,5 J.) und danach wird dann verrentet.
    2. Wer mit der 30%igen Einmalauszahlung liebäugelt, wird häufig ein steuerliches Verlustgeschäft machen.
    3. Grundsätzlich ist die mögliche Steuerersparnis viel geringer als behauptet, weil die Steuerkurve nicht linear ist und die Steuer wahrscheinlich später grundsätzlich höher als heute.
    4. Kosten und Provisionen sind nicht richtig:
    a) Die Abschlusskosten richten sich nach dem jeweiligen Tarif und nicht nach der Art der Vermittlung. Der gleiche Vertrag ist über einen Makler nicht teuerer als direkt über die Versicherung oder einen Vertreter. Nur die Provisionsverteilung fällt anders aus.
    b) Wichtig sind die Abschlusskosten. Wer hier einen Normalvertrag nimmt, verliert viel Geld und erzielt bestenfalls eine mittelmäßige Rendite. Das Ranking beruht leider nur aus Normalverträgen. Selbst Direktversicherer sind teurer als gute Sondertarife, die im Prinzip jeder bekommen kann.
    c) Neben den Abschlusskosten sind die laufenden Kosten noch wichtiger, da insgesamt ca. doppelt so hoch wie die Abschlusskosten. Auch hier ist eine Reduzierung durch Sondertarife möglich.

  • Bei Riester muss ich leider immer wieder an den "Kraft durch Freude" Wagen der Nazionalsozialisten denken.

  • Krankenkassenbeiträge werden berechnet, wenn man die Betriebsrente "riesterfördern" läßt. Auf die Beiträge in der Sparphase werden aber auch keine Sozialbeiträge berechnet!

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