Altersvorsorge Ü50 Überwinden Sie Ihr T-Aktien-Trauma

Die Ernüchterung kommt spätestens mit dem Rentenbescheid. Dieser Betrag wird im Alter niemals reichen. Ein Grund zum Verzweifeln ist das aber nicht – auch wenn Sie heute bereits 50 sind. So funktioniert es.
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Versagen der Volksaktie: Der damalige Telekom-Chef Ron Sommer steht am 17. November 1996 vor der Frankfurter Wertpapierbörse, an der der Einführungspreis der T-Aktie von seinerzeit 28,50 D-Mark angezeigt wird. Quelle: ap

Versagen der Volksaktie: Der damalige Telekom-Chef Ron Sommer steht am 17. November 1996 vor der Frankfurter Wertpapierbörse, an der der Einführungspreis der T-Aktie von seinerzeit 28,50 D-Mark angezeigt wird.

(Foto: ap)

DüsseldorfKommt ein 50-Jähriger mit seinem Sparbuch zum Vermögensberater. Sie lachen schon? Warten Sie mal ab. Kommt ein 50-Jähriger zum Vermögensberater und möchte in Aktien investieren. Amüsant? Schockierend? Mitnichten, denn angesichts der niedrigen Zinsen bei Sparbüchern, Tages- und Festgeldkonten, bleibt auch einem 50-Jährigen – sofern er an Vermögensaufbau interessiert ist – nur das Investment in Wertpapiere übrig.

Sie wollen widersprechen? Bitte, aber fangen Sie jetzt nicht wieder von Ihrer T-Aktie an. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Hunderttausende mit diesem Papier Geld verloren haben – mitunter auch viel Geld. Aber warum haben Sie auch alles auf eine Karte gesetzt? Dass Sie diesen Fehler nicht noch einmal machen wollen, ist schon mal positiv. Deshalb aber gleich sämtliche Aktieninvestments zu verteufeln, wäre fatal. Denn eine risikolose Geldanlage gibt es nicht mehr.

Wer weiterhin auf verzinste Spareinlagen setzt, kann damit nicht einmal die Inflation ausgleichen. Etwas muss sich also ändern. Das zeigte Ende 2014 auch eine Umfrage im Auftrag des Bankenverbands. Demnach waren zwei Drittel der Anleger mit der Wertentwicklung ihrer Geldanlage im zurückliegenden Jahr nicht zufrieden. 2012 war immerhin nur knapp jeder Zweite unzufrieden. Und tatsächlich könnte diese Unzufriedenheit zu einem Sinneswandel führen.


So kommt der GfK-Verein in seinem Investmentbarometer 2015 zu dem Ergebnis, dass Tagesgeld und Sparbuch 2014 im Vergleich zu 2011 am stärksten in der Gunst der Privatanleger verloren haben. Bei der Frage nach den attraktivsten Geldanlage- oder Geldaufbewahrungsformen nannten nur noch 19 Prozent das Tagesgeld (2011: 33 Prozent) und zehn Prozent das Sparbuch (2011: 24 Prozent). Aktien und Investmentfonds waren dagegen die einzigen Anlageformen, die an Attraktivität gewonnen haben. Beide wurden nun immerhin von 17 Prozent der Befragten genannt. 2011 konnten sich für Aktien nur acht Prozent und für Investmentfonds nur 14 Prozent der Befragten begeistern.

Vom Aufleben einer Aktienkultur kann trotzdem keine Rede sein, denn zwischen Theorie und Praxis liegen Welten. Bei der Frage nach den tatsächlich genutzten Anlageformen landete das Sparbuch mit 43 Prozent auf Platz zwei – nur getoppt von der eigenen Immobilie (45 Prozent). Die Aktienquote, so hat das Deutsche Aktieninstitut jüngst ermittelt, ist 2014 jedoch abermals gesunken. Nachdem 2012 etwa 12,8 Millionen Deutsche in Aktien oder Aktienfonds investiert hatten, waren es 2014 nur noch 8,4 Millionen.


Immerhin, als Aktienmuffel befinden Sie sich also in bester Gesellschaft. Doch diese Erkenntnis hilft nicht weiter. Vielmehr sollte sich daran die Frage anschließen, warum Sie eine solche Aktien-Allergie haben. Liegt es an der Angst vor dem Risiko und der kurzen Zeit bis zur Rente? Nun, wer heute 50 Jahre alt ist, wird in der Regel noch mindestens 17 Jahre arbeiten müssen. „Tatsächlich ist der Anlagehorizont für die Altersvorsorge aber noch länger“, erklärt Michael Huber vom Vermögenszentrum in Frankfurt. „Schließlich benötigt man bei Renteneintritt nicht das komplette Kapital auf einen Schlag.“ Auch, wenn es an der Börse zwischenzeitlich mal wieder abwärts geht, bleibt also noch genug Zeit, das wieder auszugleichen.

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28 Kommentare zu "Altersvorsorge Ü50: Überwinden Sie Ihr T-Aktien-Trauma"

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  • GB0032137860. Vergleichbare Fonds finden Sie bestimmt.
    LU0530118024 Denken Sie über den Bund-Future nach.
    DE000A0KRKN3. Meinen Sie Öl wird noch billiger?

  • G. Nampf@
    Auf irgendwelche Indexe schauen hat keinen Sinn, Sie sollten einzelne Firmen betrachten. Da gibt es jede Menge langfristige Chancen. Hier im HB stehen die
    entsprechenden Artikel.

  • welcher Fonds ?

  • @Frank Bauer

    "....negativ gegenüber der Aktie "

    Nein, nicht grundsätzlich. Aber wer sich sein Hirn jetzt noch waschen läßt und beim derzeitigen DAX-Stand Aktien kauft verliert viel Geld. Es mag sein, daß die Aktien noch etwas an Wert gewinnen, aber irgendwann wird die ganze heiße Liquiditätsluft der Notenbanken abgelassen

  • Die Kommentare sind ja ausnahmslos negativ gegenüber der Aktie . Gegen den Strom scheint das Investment also nicht so schlecht zu sein ... Eine pure Feststellung durch die Auswertung der Kommentare .

  • Vor einiger Zeit, (der DAX stand um einiges tiefer als heute) war hier im Handelsblatt ein Artikel mit der Überschrift "Nie wieder hohe Aktienkurse?" Der Politiker würde sagen: "Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern". Die Medien denken sich wahrscheinlich: "Was kümmert mich mein Geschwätz überhaupt". In diesem Sinne: Alles wird gut,oder auch nicht.

  • Aktiensplitt - Mein Fehler
    Ich meinte nicht Aktiensplitt, wobei die Anzahl der Aktien mit fallendem Kurs im Depot erhöht wird, sondern Kapitalerhöhung.
    Hierbei geht fast immer ein Kursverfall mit einher.Im günstigsten Fall können Sie vorzugsweise nachkaufen.

    Deswegen die Aktienanlage generell als untauglich für die Altersvorsorge abzustempeln, zeugt von einem tiefen Unverständnis was eine Unternehmensbeteiligung überhaupt bedeutet.

    Ehrlicherweise sollte man eine Aktie als das benennen, was sie ist:
    Eine Unternehmensbeteidigung mit erheblichem Fantasiefaktor, der sehr unterschiedlich sein kann.
    Hinzu kommt der zeitiche Einsatz des Vorsorgers um erfolgreich zu sein. Selbstverstänlich ist ein täglichen Einsatz von min. 30 Minuten fürs Depot und das über viele Jahre hin.
    Ach Ja die hatten sie ja komplett vergessen zu erwähnen.


    Schönen Tag noch.

  • Was damals Ronny mit seinenen Werbeträgern und Unterstützung mit den öffentlichen Medien gemacht hat ist Marktmanipulation. Es wäre interessant, wann die Insider der Manipulationen gekauft und dann verkauft haben.
    Mit der Differenz dürfte sich Ronny in der Sonne aalen. Oder arbeitet der noch? Still geworden nach dem Auftritt bei der Telekom.

  • Und dort muß man sie wiederholen!

  • Wer weiß eigentlich, wo sich Ronny aufhält?

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