Atlas der Altersvorsorge
Saarländer sparen am meisten

Die Deutschen verlieren die Lust an der privaten Rentenplanung. Vor allem die Policen der Versicherer stehen zur Disposition, Immobilien werden beliebter. Wie die Deutschen vorsorgen – von Bayern bis Berlin.
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Die private Altersvorsorge kommt aus der Mode - diese Aussage stammt nicht etwa von einem Verbraucherschützer oder einem Politiker, sondern von der Axa. Der Kölner Versicherer ist eine feste Größe unter den Anbietern von Altersvorsorge-Produkten und hat 3 240 Deutsche nach ihren Rentenplänen befragt. Das Ergebnis: Lediglich 60 Prozent der Erwerbstätigen sorgen privat für das Alter vor. Vor zehn Jahren lag der Anteil noch bei 82 Prozent.

Vor allem die Lage an den Finanzmärkten schreckt die Bürger ab. Sechs von zehn Befragten gaben an, wegen der aktuellen Niedrigzinsphase keine neuen Vorsorgeprodukte abzuschließen. Und jeder Zweite zweifelt mittlerweile, ob die private Altersvorsorge überhaupt noch sinnvoll ist. Damit nicht genug: Fünf von zehn Deutschen möchten ihre Policen kündigen, wenn sie sich wegen der niedrigen Zinsen nicht mehr lohnen sollten.

Die Versicherer werten die Ergebnisse als alarmierend. "Die heute Erwerbstätigen verstärken mit diesem Verhalten fatalerweise genau den Effekt der Niedrigzinsphase", sagt Patrick Dahmen, Vorstand bei der Axa. "Aus Vorsorgeverträgen steht weniger für den späteren Ruhestand zur Verfügung, während gleichzeitig das Sicherungsniveau der gesetzlichen Rente in den nächsten Jahren stetig sinkt." Der Verband der privaten Bausparkassen kam in einer ähnlichen Umfrage zum gleichen Ergebnis: Die Sparneigung sinke wegen der Niedrigzinsen, für die private Altersvorsorge interessieren sich immer weniger Deutsche.

Trotzdem raten Verbraucherschützer aktuell jedoch von privaten Renten ab - egal, ob sie steuerlich gefördert werden oder nicht. "Wir stehen im Moment am Beginn einer Umbruchphase", sagte Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, zuletzt in einem Interview mit dem Handelsblatt. Die aktuelle Situation an den Finanzmärkten zwinge die Bürger, sich selbst um die Rente zu kümmern. "Die flächendeckenden Produkte, die wir heute am Markt haben, sind da leider nicht sehr tauglich", sagte Schuldzinski. "Neuabschlüsse sind nach unserer Ansicht nicht sinnvoll."

Vor allem in den neuen Bundesländern resignieren die Sparer. Am wenigsten investieren nach eigener Aussage die Sachsen mit monatlich 178 Euro und die Berliner mit monatlich 194 Euro in die private Aufbesserung der gesetzlichen Rente.

Wunsch und Wirklichkeit liegen im Selbstbild der Sparer oft weit auseinander. Den persönlichen Geldbedarf in der Rentenphase schätzen sie im Bundesschnitt auf rund 2080 Euro im Monat. Ob sie dieses Ziel mit einer monatlichen Sparleistung von weniger als 260 Euro erreichen, dürfte in vielen Fällen fraglich sein.

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