Banken

Finanztest kritisiert Abzocke mit Dispozinsen

Im Schnitt verlangen Banken mehr als elf Prozent für Überziehungskredite. Deutlich zu viel, kritisiert die Stiftung Warentest. Die höchsten Zinsen zahlen Kunden bei kleinen Instituten. Die Volksbanken wehren sich.
Update: 20.08.2013 - 12:22 Uhr 39 Kommentare

Die Abzocke mit den Dispozinsen

BerlinViele Banken und Sparkassen in Deutschland kassieren von ihren Kunden für die Überziehung des Girokontos noch immer Zinssätze im zweistelligen Bereich. Das hat eine Untersuchung der Stiftung Warentest ergeben.

Ein flächendeckender Vergleich unter 1538 Instituten habe gezeigt, dass die Geldhäuser derzeit Dispozinsen von im Schnitt 11,31 Prozent verlangten, berichtet die Stiftung in der aktuellen Ausgabe ihrer Zeitschrift „Finanztest“. Sich selbst hingegen könnten Banken und Sparkassen derzeit bei der Europäischen Zentralbank (EZB) zu einem historisch niedrigen Zinssatz von 0,5 Prozent Geld leihen.

Die „größten Abzocker“ unter den Banken und Sparkassen in Sachen Dispozinsen seien oft kleine Institute auf dem Land, berichtete „Finanztest“. Viele von diesen Geldhäusern nutzten „ihre Vormachtstellung“ aus und verlangten teils „deutlich mehr als 13 Prozent“.

Insgesamt 119 Geldhäuser verlangen demnach 13 Prozent und darüber. Die höchsten Dispozinssätze hätte die Volksbank Feldatal in Hessen mit 14,75 Prozent verlangt.

Insgesamt hätten die Tester Zinsunterschiede „von mehr als zehn Prozent“ zwischen Deutschlands Banken und Sparkassen ermittelt, berichtete „Finanztest“. Angesichts der niedrigen Marktzinsen aber, zu denen sich die Institute mit Geld versorgen könnten, sollten Dispozinssätze „zurzeit klar unter zehn Prozent liegen“.

Es gibt auch faire Angebote
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39 Kommentare zu "Banken: Finanztest kritisiert Abzocke mit Dispozinsen"

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  • Ja Ja, wer den dispo nutzt, der tut das freiwillig. Wer ständig überzieht, der kann nicht mit Geld umgehen. Die Kunden sind tatsächlich größtenteils selber Schuld. Aber letzdenlich tut es nichts zur Sache, wie dumm die Bankkunden sind: Wucher ist und bleibt trotzdem Wucher! Die Banken-Branche hat völlig zurecht Image-Probleme.

  • Bei aller Liebe..... zum "Sparen", also kein Geld ausgeben, brauche ich keine freie Liquidität! Vielleicht einfach mal das Hirn einschalten und überlegen, ob der Kaufakt wirklich nötig ist.

    Jeder der sein Konto ins Soll führt, weiß ganz genau daß das Zins kostet. Und solange derjenige noch Herr über seine Sinne ist und das in vollem Bewusstsein tut hat er dies auch zu verantworten. Also hat er die im Preis-/Leistungsverzeichnis ausgehängten Zinsen auch zu bezahlen. Was ich im Einkaufswagen an die Kasse bringe und nach Hause nehmen möchte muss ich auch bezahlen...

  • Oh mein Gott, das Somerloch ! Finanztest hat wohl nichts besseres zu tun, als alle 6 Monate zu nerven. Wer den Dispo nutzt, der macht das freiwillig. Kein Mensch zwingt ihn dazu! Ich habe seit Jahren einen mittleren vierstelligen Dispokredit - und nutze ihn einfach nicht ! Da könnte der Zins bei 50% sein...
    Stattdessen sollte Finanztest mal die Bürger wachrütteln, die niedrigen Bauzinsen zu nutzen, um Wohneigentum zu erwerben. Stattdessen sah ich unlängst im Kino Werbung für Mietwohnungen. DAS IST UNFASSBAR !!!

  • Hä? Hirnbrät oder wie? Und wer deckt Ihre Kreditkarte?

  • Ohne Arbeit ging noch nie was! Auch die Steinzeitmenschen mussten für Ihren Unterhalt arbeiten bzw, sammeln und jagen!
    Das Geldsystem ist nur verkehrt wegen dem Zinseszins!
    Sparen darf sich nicht mehr lohnen, dann gibt es auch keine Verschuldung!
    Jeder der Geld-Vermögen "erwirtschaftet", tut es auf Kosten anderer die sich dafür verschulden müssen!

    Ergo ist jedes Wachstum auf Verschuldung aufgebaut und wird früher oder später zusammenbrechen müssen!

  • Keine Angst, spätestens dann wenn die Rohstoffe zu knapp und zu teuer werden kollabiert das System!

  • Ja, Finanztest muss sich ja auch verkaufen. Was für neue Nachrichten - immerdie bösen Banken. Eine Versachlichung würde der Sache sicher gut tun. Warum vergleicht man "Birnen" mit "Äpfel". Eine Aufführung von Zinssätzen genehmigter Kreditlinien (Dispokrediten)wäre hilfreich.
    Üblicherweise werden auf Gehaltskonten das 2 bis 3fache an eingehenden Gehalt von den Banken als Dispo eingeräumt. Diese Zinssätze sind wesentlich niedriger.
    Beantragt man diese bei seiner Bank und stellt dann auch noch Sicherheiten, werden noch geringere Zinsen genommen.

  • Der Kommentar ist aber unpassend.

    Sicherlich kann man das auch dieses Thema diskutieren, aber hier ist es aktuell unpassend.

  • @felixxx

    Wenn sich keine weiteren Schuldner finden lassen und die jetzigen Schuldner ihre Kredite ablösen, ist unser Schuldgeldsystem genauso am Ende wie die Vermögen der Reichen.
    Mir ist schon klar, das die Vermögenden am Schuldenabbau kein Interesse haben, denn mit der Rückführung der Schulden, schmilzt das den Schulden gegenüberstehende Vermögen. Ohne immer neue und weitere Schuldner, würden die Staaten und die Finanzmärkte kollabieren. Deshalb wird es keinen Schuldenabbau geben, solange das Großkapital und die (Export-)Wirtschaft, vor allem die deutschen Autobauer und Stahlkonzerne die Politik und das deutsche Volk seit Jahren beständig in Geiselhaft hält. Die Vermögenden, selbsternannten Leistungsträger und Wohlhabenden sollten endlich mal zur Vernunft kommen, denn sie sitzen mit dem Proletariat, Verschuldeten und Vermögenslosen definitiv im gleichen Boot. Wenn dieses untergeht, sind auch die ach so tollen Vermögen (entwertet) u. Sachanlagen (vom wütenden und brandschatzenden Mob zerstört) weg und vernichtet. Warum könnt ihr, die ihr in eurem Leben mehr Glück und mehr Chancen als andere hattet, dies nicht begreifen? Mein Denkanstoß hat rein gar nichts mit Kommunismus zu tun, sondern mit dem gesunden Menschenverstand! Und hätten wir eine Leistunsggesellschaft, auf welche sich die „Leistungsträger“ immer berufen, warum verdienen dann viele der wahren Leistungsträger in dieser Gesellschaft so wenig, während irgendwelche narzistischen egomanisch veranlagten Sesselfurzer und Redenschwinger groß absahnen?

  • Ich verlange mehr Transparenz bei Mehlpreisen. Ich verlange eine sofortige Weitergabe von sinkenden Mehlpreisen an den Brötchen kaufenden Bäckerkunden!

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