Bankenkrise in Bulgarien
Deutsche Anleger fürchten um ihr Geld

In Bulgarien grassiert eine Bankenkrise. Auch deutsche Anleger bangen um ihr Geld. Sie haben über den deutschen Vermittler Weltsparen bei der Fibank zu Top-Zinsen angelegt. Was Sparer jetzt wissen müssen.
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Als sich in der Nacht zu Freitag lange Schlangen vor den Geldautomaten bildeten, wurden Erinnerungen an die schlimmsten Zeiten der Eurokrise wach. In der Hauptstadt Sofia standen vor einigen Bankfilialen laut Nachrichtenagentur Reuters bis zu 65 Kunden vor den Schaltern. Mitteilungen im Internet und per SMS über drohende Bankpleiten hatten viele Bulgaren in der vergangenen Woche in Panik versetzt.
Betroffen war unter anderem die Fibank. „Mir wurde mitgeteilt, dass ich hierher kommen soll, um mein Geld abzuheben“, sagte eine Frau. „Ich hoffe, dass sie uns nicht die Tür vor der Nase schließen.“

Die Angst vor einem Bankrun geht um. Die Filialen der Fibank wurden aus „logistischen Gründen“ am frühen Freitagnachmittag geschlossen, die Geldautomaten funktionierten aber. Nach Angaben des Institutes hoben die Kunden innerhalb weniger Stunden umgerechnet mehrere hundert Millionen Euro ab. Auch heute gibt es Schlangen vor den Filialen der Fibank.

Der Aktienkurs der Bank brach ein, stieg heute wieder mit der Aussicht auf Finanzspritzen um 24 Prozent. Die Ratingagentur Fitch bewertet die Fibank nach wie vor unverändert mit BB-, Ausblick negativ. Es handelt sich demnach um eine spekulative Anlage, bei einer Verschlechterung der Lage ist mit Ausfällen zu rechnen. Die FiBank sei Opfer von Gerüchten und böswilligen Erklärungen in der Öffentlichkeit geworden, hieß es in einer Erklärung des Unternehmens.

Nicht nur bulgarische Bankkunden bangen bei solchen Meldungen um ihr Geld. Nach Angaben von Weltsparen.de, einem Vermittler von Zinskonten im europäischen Ausland, haben rund deutsche 2.000 Kunden insgesamt einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag bei der Fibank angelegt.

Noch Freitagnachmittag warb Weltsparen.de für „attraktives Festgeld bei der Fibank“. Die Offerte mit einem Zins von 3,3 Prozent sei „attraktiv“, „sicher“, „gebührenfrei“, „flexibel“ und „fair“. Die Werbung stand bis 15.30 Uhr im Netz, obwohl Reuters bereits um kurz nach elf Uhr von einer „organisierten Attacke“ auf Bulgariens Banken berichtete und Handelsblatt Online Weltsparen.de bereits um kurz nach 10.00 Uhr von Anzeichen für einen Bankenrun informierte. Tamaz Georgadze, CEO von Weltsparen.de, erklärt, sein Unternehmen habe zeitnah und „so transparent wie umfassend“ informiert: „Auf Basis unbestätigter Sachstände beziehungsweise Gerüchte zu kommunizieren, kann gerade in so einer Situation eine Panik beschleunigen.“

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