Bankenpräsident: Risiken werden massiv überschätzt
Müller setzt auf die kapitalgedeckte Rente

Die wachsende Überalterung der Gesellschaft macht nach Einschätzung von Bankenpräsident Klaus-Peter Müller die zunehmende Nutzung des Kapitalmarktes zur Finanzierung der Altersvorsorge unausweichlich.

HB FRANKFURT/M. Schließlich werde die Finanzierung der Renten durch die jeweils jüngere Generationen immer schwieriger, sagte Müller am Mittwoch. Den Gegnern der stärkeren Umstellung von der umlagefinanzierten auf die kapitalgedeckte Rente warf er vor, "völlig unverantwortlich" zu agieren. Dies gelte vor allem für diejenigen, die mit der These vom "Asset Meltdown" gegen den Systemwechsel zu Felde zögen.

Unter der These des "Asset Meltdown" verstehen die Gegner der kapitalgedeckten Rente folgendes Szenario. Wenn die geburtenstarken Jahrgänge in zehn Jahren in Rente gingen, würden sie ihr in Aktien und Investmentfonds angespartes Kapital durch Verkauf dieser Wertpapiere zurückfordern. Dieses plötzliche Überangebot werde einen Crash an den Märkten auslösen.

Dies sei aus mehreren Gründen nicht zu erwarten, so Müller. Zum einen wisse niemand, wie lange er lebe. Daher werde jeder Rentner versuchen, das Vermögen Stück für Stück aufzubrauchen und nicht alles auf einmal auf den Markt werfen. Außerdem schütze die internationale Verflechtung der Kapitalmärkte vor einem solchen Szenario. Vor allem die boomenden Schwellenländer Asiens mit ihren sich verjüngenden Bevölkerungen hätten in der Zukunft massiven Anlage- und Konsumbedarf und würden so Nachfrage an den Kapitalmärkten schaffen.

Es gebe daher keine "ausreichenden Indizien" für einen drohenden Asset Meltdown, sagte Müller, der als Präsident des Bankenverbandes die Interessen der privaten Kreditinstitute und damit der Verkäufer von Investmentfonds und Sparplänen vertritt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%