Banksparpläne im Vergleich
Wie Putin deutsche Sparer lockt

Sparer zittern: Die Europäische Zentralbank möchte die Geldschleusen noch weiter öffnen. Ein Vergleich zeigt, wo es jetzt noch auskömmliche Zinsen gibt. Unerschrockene Anleger klopfen bei einer russischen Bank an.
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Trotz aller guter Vorsätze – Sparern dürfte der Start ins neue Jahr nicht gerade leichtfallen. Gestern kündigte die Europäische Zentralbank an, Anfang des neuen Jahres ihre geldpolitischen Maßnahmen zu überprüfen. Bei Bedarf gelte es „Umfang und Tempo“ der Aktionen zu ändern, erklärte EZB-Chef Mario Draghi.

Angesichts der schlechten Wirtschaftsdaten dürfte dabei auch der Ankauf von Staatsanleihen auf der Agenda stehen. „Wir werden tun, was wir müssen, um die Inflation und die Inflationserwartungen so schnell wie möglich anzuheben,“ sagt Draghi.

Sicherheitsliebende Sparer graust es bei solchen Äußerungen. Mit der Deutschen Skatbank führte das erste Institut bei sehr hohen Einlagen bereits negative Zinsen ein. Eine Auswertung der FMH-Finanzberatung von 35 Instituten zeigt: Für Tagesgeld gibt es im Schnitt nur noch einen Zins von 0,55 Prozent. Bei einjährigem Festgeld ist der Satz sogar unter diese Marke von einem halben Prozent gefallen.

Die Commerzbank, Stadtsparkasse Düsseldorf, Sparkasse Leipzig und PSD Bank Kiel offerieren für ihr Tagesgeldkonto nur noch 0,05 Prozent, was exakt dem EZB-Leitzins entspricht. Sparer stellen sich die Frage: Wie sollen solche Sätze bei weiteren Maßnahmen der Zentralbank noch angepasst werden?

„Es ist trotz des historischem Zinstiefs aktuell keine schlechte Zeit, einen Banksparplan abzuschließen“, sagt Max Herbst, Inhaber der FMH Finanzberatung nach einem Vergleich von Banksparplänen von 29 Banken. Nach seiner Einschätzung dürften viele Banken ihre Sätze in den nächsten Monaten noch einmal nach unten anpassen. „Wer auf steigende Zinsen setzt, braucht einen langen Atem“, sagt Herbst.

Gerade vor Weihnachten sind Banksparpläne als Geschenk für Kinder oder Enkel beliebt. In regelmäßigen Raten sparen Kunden über Monate und Jahre eine größere Summe an. Es gibt Varianten mit garantierten Festzinsen während der gesamten Laufzeit oder flexiblen Zinsen und Bonuszahlungen.

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  • Ich kann www.sberbankdirect.de und www.rabodirect.de empfehlen mit etwas über einem Prozent aufs Tagesgeld.

    In Zypern gibts für 5 Jahre Festgeld ab 500€ rund 3% p.a.
    ebenso aber auch noch bei den Sparkassen ab 3000€ oder so.

    Aber auch der Rest in Europa zahlt noch etwas über der
    Inflation.

    Im Grunde können die meisten Direktbanken noch die
    Inflation über Tagesgeld oder Festgeld Zinsen ausgleichen.

    In Australien gibt es zurzeit sehr hohe Zinsen.
    Legitimation geht idR. über die Botschaft in Berlin.

    Gleiches gilt für viele andere ausländische Banken.

    Bei weltsparen.de und Co. geht das viel einfacher aber man
    muss schon ein paar Tausend in die Hand nehmen.

  • Zum gammeligen Sparzins deutscher Banken gibt es z. b. in den hiesigen Niederlassungen holländischer Banken attraktivere Angebote mit dem mindestens doppelten Zins im Vergleich zu manchen Instituten im Bereich Tages- bzw. Festgeld. Siehe Moneyou oder auch NIBC direkt. Natürlich gepaart mit dem deutschen/europäischen Einlagensicherungsgesetz.

  • „Das ganze von den Notenbanken – aus formalen Gründen bekanntlich über den Umweg Steuerzahler/Staatsverschuldung – letztlich für Bankenrettungsaktionen „ge-druckte“ Geld wäre sicher weit besser in eine unmittelbare(!!) Bezahlung der Liefe-ranten und Anbieter von zahllosen dringend benötigten Gütern investiert (zu deren Finanzierung diverse UN-Organisationen bzw. die allgemein als seriös anerkannten Hilfsorganisationen regelmäßig dringende Hilfsappelle und Spendenaufrufe an die Öffentlichkeit richten (die meist weitgehend ungehört verhallen).“

    Nein, ich bin nicht naiv. Mir ist auch durchaus klar, dass der Zusammenbruch einer oder mehrerer Bank unabsehbare Folgen und totales Chaos nach sich ziehen würde, wie wir ja alle im Herbst 2008 gemerkt haben.

    Trotzdem finde ich es mehr als absurd, dass es in der abstrakten Welt der Finanzen in der mittlerweile ganz offensichtlich niemand mehr wirklich umfassend nachvollzie-hen kann, wie dieses System in seinen Einzelheiten als Ganzes funktioniert, offenbar – wenn nur der formale Rahmen eingehalten wird – auf ein paar Milliärdchen mehr oder weniger ganz offensichtlich nicht wirklich ankommt, während überall dort, wo es im ganz konkreten „richtigen Leben“ oft um Leben und Tod geht, in einzelnen Cent gerechnet wird. Vorausgesetzt, das ganze wird richtig, d.h. stringent, transparent – und v.a. von zentraler Stelle aus! – gemanagt, glaube ich jedenfalls nicht, dass es bei einem solchen Eingriff in das Marktgeschehen zu nicht mehr beherrschbaren Verwer-fungen an den Märkten kommen würde, v.a. aber, dass die Vorteile bei weitem überwiegen.

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