Bankwechsel
Konto, wechsele dich!

Wer sein Konto wechseln möchte, muss Lastschriften und Daueraufträge umstellen. Viele Deutsche scheuen den Aufwand, zeigt eine aktuelle Studie. Ein Gesetz könnte den Umzug zur neuen Bank bald erleichtern.

FrankfurtDie Miete wird einmal im Monat abgebucht, die Fernsehgebühren vierteljährlich, der Sportverein kassiert den Mitgliedsbeitrag nur einmal im Jahr. Wer sein Konto wechselt, merkt, wie viele Leute einem regelmäßig in die Tasche greifen – spätestens wenn die erste Mahnung eintrudelt, weil man vergessen hat, auch dem Automobilclub die neue Bankverbindung mitzuteilen. Kein Wunder also, dass viele Verbraucher den Kontowechsel scheuen.

Zwar werben Filial- und Direktbanken mit Gratis-Kreditkarten und Bonuszahlungen um die Gunst der Kunden. Doch viele Deutsche bleiben ihrer Hausbank ein Leben lang treu – auch, weil sie den Aufwand des Kontowechsels scheuen. Das zeigt auch eine aktuelle Studie im Auftrag der Comdirect-Bank, für die insgesamt 1011 Deutsche ab 18 Jahren befragt wurden. Demnach spielen 58 Prozent der Deutschen mit dem Gedanken, ihre Hauptbankverbindung zu wechseln – doch nur 21 Prozent haben es überhaupt schon einmal gemacht.

Die wechselbereiten Bankkunden schrecken davor zurück, ihre Daueraufträge, Lastschriftverfahren und Kontovorlagen neu einzurichten. Andere wollen den Weg in die Filiale oder zur Post nicht antreten, um dort das neue Konto zu eröffnen. Das Resultat der Studie kommt den Auftraggebern sicher nicht ungelegen: Schließlich ist der Comdirect wie jeder Bank daran gelegen, neue Kunden für sich zu begeistern – zumal sie mit der Identifikation per Webcam und einem Konto-Wechselservice wirbt. Hilfe beim Umsatteln auf die neue Bankverbindung bieten auch andere Institute an. Ganz ohne Handarbeit geht der Umzug aber nie vonstatten: Bankkunden müssen auswählen, welche Daueraufträge und Lastschriften sie auf das neue Konto übertragen wollen.

Wer die Mühe des Kontowechsels noch scheut, für den gibt es Hoffnung – und zwar aus Berlin. Denn im Frühjahr 2016 soll das neue Zahlungsmittelgesetz in Kraft treten. Der Entwurf sieht für Verbraucher das Recht vor, ihre neue Bank mit der Erledigung des Papierkrams zu betrauen. Darin heißt es: „Ein Zahlungsdienstleister ist verpflichtet, dem Verbraucher Unterstützungsleistungen für einen Wechsel (...) zu erbringen (Kontenwechselhilfe).” Wer auf das neue Gesetz nicht warten möchte, kann sich in Zwischenzeit auch selbst helfen: Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hält auf Ihrer Webseite eine Checkliste und Musterbriefe für den Kontowechsel parat.

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