Basiskonten
Verbraucherschützer klagen gegen Deutsche Bank und Postbank

Darf das Basiskonto mehr kosten als vergleichbare Girokonten? Nach Ansicht der Verbraucherzentrale übertreiben es Banken mit den Gebühren der gesetzlich vorgeschriebenen Girokonten für jedermann.
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BerlinVerbraucherschützer ziehen gegen drei Kreditinstitute wegen der Gebühren für Basiskonten vor Gericht. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat nach eigenen Angaben gegen die Deutsche Bank, die Postbank und die Sparkasse Holstein Klagen eingereicht. Deren Entgelte für „Jedermann-Konten“, die etwa auch Obdachlosen und Flüchtlingen Zugang zum bargeldlosen Zahlungsverkehr ermöglichen sollen, seien unangemessen hoch, teilte der vzbv am Freitag mit. Verbraucher müssten mehr zahlen als für vergleichbare Konten. Gerichte sollen nun prüfen, ob die Gebühren angemessen sind.

„Viele Kreditinstitute halten sich nach Auffassung des vzbv nicht an die gesetzlichen Vorgaben für Basiskontoentgelte“, argumentierte Finanzmarktexpertin Dorothea Mohn. Auch werde das Nutzerverhalten nicht ausreichend berücksichtigt. Kunden müssten einen höheren Grundpreis auch dann zahlen, wenn das Basiskonto als reines Onlinekonto geführt werde.

Seit Mitte 2016 hat in Deutschland jeder Bürger Rechtsanspruch auf ein Girokonto. Alle Geldhäuser sollen Menschen ohne festen Wohnsitz auf Wunsch ein Basiskonto auf „Guthabenbasis“ einrichten. Der Konteninhaber erhält eine Bankkarte und darf Geld überweisen. Überzogen werden kann ein solches Konto nicht. Die Gebühren sollen „angemessen“ sein und können laut Gesetzesbegründung auch einen angemessenen Gewinn der Institute beinhalten. Dass Basiskonten meist teurer sind als andere Kontomodelle, hält die Branche wegen des höheren Aufwands für angemessen.

Die Deutsche Bank erklärte, der monatliche Grundpreis liege mit 8,99 Euro „innerhalb der Bandbreite unserer sonstigen Kontoangebote im Privatkundengeschäft“. Das Landgericht Frankfurt bestätigte den Eingang der Klage gegen den deutschen Branchenprimus.

Ein Sprecher der Postbank betonte, dem Unternehmen liege die Klage der Verbraucherschützer bislang noch nicht vor. Er bekräftigte, die Eröffnung solcher Konten sei aufwendiger. Die Prüfung der persönlichen Daten dauere oft länger und Besitzer solcher Konten seien vielfach schlecht erreichbar. „Die Postbank ist der Auffassung, dass diese Aufwendungen das für das Giro-Basiskonto vorgesehene Entgelt von monatlich 5,90 Euro gegenüber 3,90 Euro für das Postbank Giro plus rechtfertigen“, hatte das Institut in der Vergangenheit erklärt.

Die Verbraucherschützer fürchten, dass sich der Streit durch mehrere Instanzen ziehen könnte. Die Finanzaufsicht Bafin solle daher zeitnah und flächendeckend verhindern, „dass Verbrauchern durch die Entgeltgestaltung der Zugang zum Basiskonto de facto verwehrt wird“.

Die Behörde prüft nach eigenen Angaben in einigen Fällen bereits, ob die Gebühren angemessen sind - also marktüblich und das konkrete Nutzerverhalten berücksichtigen. „Sollte dies nicht der Fall sein, müssten die Institute ihre Preisstrukturen entsprechend der genannten Vorgaben anpassen“, erklärte die Bafin. Namen nannte die Behörde nicht.

Bereits im vergangenen Herbst hatten die Verbraucherschützer fünf Banken und eine Sparkasse abgemahnt, darunter auch Deutsche Bank, Postbank und die Sparkasse Holstein. Zuvor hatten die Zeitungen der Funke Mediengruppe über die Klage berichtet..

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Basiskonten: Verbraucherschützer klagen gegen Deutsche Bank und Postbank"

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  • Wer bestimmt eigentlich, welchen Preis ein Unternehmen (Bank) fordern darf? Sog. Verbraucherschützer, Gerichte,Politiker oder doch eher die Verantwortlichen in den Unternehmen?

  • Lächerlicher Schwachsinn und reinste Volksverblödung, denn erstens sind die Gebühren der Banken im internationalen Vergleich hier auf niedrigsten Niveau, zweitens machen die Banken hier unter Anderen genau deswegen seit Jahren nur noch Verluste und drittens zahlen die, welche hier am lautesten schreien, seit Jahren ohne Mucken Überführungskosten für neue Autos und ebenso viel zu hohe Kaufpreise, nur meckert darüber keener, wegen "Freude am Fahren" etc.
    Will heissen, dass die Wirtschaft starke Banken braucht und was hierzulande Behörden, Regulierer, Politik, Gerichte und Verbraucherschützer machen ist nichts Anderes als die Vergewaltigung einer Branche, während das Ausland mit den USA voran seine Hauser stärkt.
    Wir schaffen uns selbst ab und sind bildungsmäßige Vollpfosten, dazu devot und rot-weich-gespült. Ein richtig irrsinniges, krankes Volk!

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