BDA reagiert auf Prognosen für 2007
Wirtschaft verlangt neue Nullrunde für Rentner

Nach Ansicht der Arbeitgeber muss eine mögliche Rentenerhöhung im kommenden Jahr zur Stabilisierung des Rentensystems abgeschöpft werden.

BERLIN. „Es kann nicht sein, dass im nächsten Jahr die Beiträge steigen und die Renten angehoben werden, der Nachholfaktor aber erst verzögert in Kraft tritt“, sagte Alexander Gunkel, der Geschäftsführer der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), dem Handelsblatt. Er reagierte damit auf Prognosen, dass 2007 aufgrund der günstigen Wirtschaftsentwicklung nach mehreren Nullrunden wieder eine Rentenerhöhung von einigen Zehntelprozent anstehen könnte.

Zwar betonte Gunkel, ein Bericht der „Financial Times Deutschland“, die eine Anhebung um 0,6 Prozent als „denkbar“ bezeichnet hatte, fuße auf „Spekulationen“. Er räumte aber ein: „Möglich ist es“. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet für 2006 nämlich ein Lohnplus von 1,8 Prozent. Dieser Wert bildet die Grundlage für die Berechnung der Rentenanpassung. Dabei werden neben den beiden Dämpfungsfaktoren auch ein so genannter Korrekturfaktor angewendet, der die Ein-Euro-Jobs herausrechnet. Schließlich dämpft die Anhebung des Rentenbeitrags von 19,5 bis 19,9 Prozent die Rentenerhöhung. Unter dem Strich dürfte nach heutigen Zahlen daher weniger als plus 0,6 Prozent herauskommen.

2005 und 2006 hatten die Rentner Nullrunden hinnehmen müssen. Eigentlich wären ihre Bezüge durch den neuen „Nachhaltigkeitsfaktor“ sogar gekürzt worden. Dies verhindert das Gesetz. Die schwarz-rote Koalition hat aber vereinbart, diese ausgebliebenen Kürzungen in Höhe von rund vier Mrd. Euro in „guten Jahren“ nachzuholen. Dies müsse 2007 starten, forderte Gunkel.

Bislang hat Sozialminister Franz Müntefering (SPD) allerdings nicht einmal einen Gesetzentwurf für den Nachholfaktor vorgelegt. Weitere Einbußen will er den Ruheständlern offenbar erst nach 2010 zumuten. Alle Forderungen nach einer früheren Einführung seien derzeit „sinnlos“, da sie auf Spekulationen fußten, sagte gestern sein Sprecher: „Wir brauchen erst einmal vernünftiges Datenmaterial.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%