Berlin schaltet sich ein: Die große Angst um die Lebensversicherung

Berlin schaltet sich ein
Die große Angst um die Lebensversicherung

Das Zinstief zeigt Wirkung. Ein Bericht der Bundesregierung sieht „Herausforderungen“ für die deutschen Lebensversicherer. Wie stabil sind die Gesellschaften? Und wie legen sie ihr Geld an?
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Magere Renditen, hohe Kosten, abschlussfreudige Vermittler – Deutschlands liebstes Finanzprodukt - die Lebensversicherung ist in den vergangenen Jahren arg in Verruf geraten. Der größte deutsche Lebensversicherer, die Allianz, trommelt nun für ihr traditionelles Produkt.

Es gäbe trotz der Diskussion über die Beteiligung ausscheidender Kunden an aufgehäuften Finanzreserven aktuell keine Kündigungswelle. „Mit 1,9 Prozent haben wir eine historisch niedrige Stornoquote“, sagte der Chef der Allianz Lebensversicherung, Markus Faulhaber, der Zeitung die „Welt“.

Kurzzeitig habe es erhöhten Beratungsbedarf bei den Kunden gegeben, stellte Faulhaber fest. Die Versicherung habe deshalb eine Hotline eingerichtet. „Die Zahl der Verträge, die dann gekündigt wurden, ist heute nur als kleine Delle im Bestand zu erkennen.“ Zugleich räumte der Manager ein, dass die Stornoquote ohne die Diskussion noch niedriger gewesen wäre.

Angesichts der niedrigen Zinsen rieten einige Beobachter der Branche zuletzt Kunden, vorzeitig aus ihren Versicherungen auszusteigen, um die angehäuften Finanzreserven mitzunehmen. Die Versicherer müssen 50 Prozent dieser sogenannten Bewertungsreserven an ausscheidende Kunden auszahlen.

Auch wenn die historisch niedrigen Stornos auf den ersten Blick positiv erscheinen mögen, zeigen sie auf den zweiten Blick eine Schwäche des Finanzproduktes. Denn Lebenspolicen laufen in der Regel über viele Jahre. Bei einer angenommenen Laufzeit von 20 Jahren und einer jährlichen Stornoquote von 1,9 Prozent sind bereits ein Drittel der Kunden abgesprungen. Bei einer Laufzeit von 30 Jahren läge die Kündigerquote bei rund 44 Prozent. Eine vorzeitige Kündigung ist für Kunden von Nachteil, da sie die ohnehin oft niedrigen Renditen deutlich schmälert.

Immer mehr Kunden sorgen sich um ihre Einlagen. Sie fragen sich, wie die Versicherer ihr Geld anlegen, mit welcher Summe sie beim Ablauf rechnen können und wie stabil die Versicherer im Zinstief sind.

Kommentare zu " Berlin schaltet sich ein: Die große Angst um die Lebensversicherung"

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  • Wenn man sich die Allianz und ihren STAR B. Gross von der Tochter PIMCO anschaut, weiß man, wie die grundsätzlich mit Kundengelder umgehen. Ich nenne das fährlässig. Erst im Handelsblatt die Rotation predigen und selber sich nicht daran zu halten. Hr. Gross, das ist dummerweise genau hier nachweisbar, was Sie so alles gesagt haben. Mal schauen, was die Gerichte sagen, wenn sich den einer traut. Wahrscheinlich bekommt der dann zeitgleich von der Allianz seine Rechtschutzverwicherzung gekündigt.

  • Politiker haben große Angst um die Lebensversicherung. Sie fürchten, dass nun die Folgen ihrer Euro-Politik die Altersvorsorge von zwei bis drei Generationen vernichtet. Zitat von Rolf-Peter Hoenen, Präsident des Versichererverbands bis 2012: Die Bundeskanzlerin müsste ihren Sparern sagen, dass nicht die Regierung für die Schuldenkrise einsteht, sondern jeder deutsche Bürger mit seinem Ersparten. Der Altersvorsorgesparer zahlt die Zeche für die expansive Geldpolitik zur Stützung von Banken und Staaten. Dazu kommt die höhere Inflation. Das Geld der Sparer wird täglich weniger wert. Das ist eine schleichende Enteignung. Jetzt sollen / wollen die gleichen Politiker die Lebensversicherungsbranche retten. Natürlich auch auf Kosten der gutgläubigen Sparer. Finanzexperten, Verbraucherschutz, Bürgernahe Politiker warnen vor Enteignung durch Zinsen unter der Inflation und hohen Ausfallrisiken bei Staatsanleihen der Südländer. Hinzu kommen Maßnahmen zur Stützung der langsam ausblutenden Lebensversicherer bis hin zu § 89 VAG. Wie soll da für die Versicherten am Ende noch eine Altersvorsorge übrigbleiben? Fazit: Die EZB- / Euro-Politik enteignet die Sparer um ihren Zinsertrag. § 89 VAG enteignet die Sparer bei Bedarf um ihre Vermögen. Solange die Euro-Politiker das Geld der Sparer zur Sanierung Europas benötigen und die sparsamen Bürger dazu schröpfen ist langfristiges Sparen mit Kapitalversicherungen vollkommen sinnlos. Risikoschutz und Sparen trennen ist die einzig vernünftige Verhaltensweise in der Phase der "finanziellen Repression". Die Lebensversicherer wollen mit ihren Forderungen nur ihre eigenen Erträge schützen und die Dividenden für ihre Aktionäre sichern. Die Politiker (Staat) wollen sich weiterhin auf Kosten der sparsamen Bürger mit billigen Krediten versorgen. Versicherte haben keine Lobby: Informieren. Verstehen. Handeln.

  • Nun jammert alles rum ! Nun, wie war es zum 02. Januar
    2002 ? Da wurden unsere gesamten Einkünfte, Einlagen,
    rechnerisch materieller Besitz von einer seinerzeit herrschenden deutschen Regierungskoalition mit einem Federstrich durch 1 / 1,95583 und damit um knapp die Hälfe gekappt.
    Nun, ich rede nicht von Schulden, Lebenshaltungskosten
    die viele Deutsche zum damaligen Zeitpunkt hatten sondern allein von unseren Einkünften.
    Nun also Thema die nicht zu haltenden Versprechungen
    von Versicherungen. WAS sollen diese Versicherungen, denen viele Deutschen wie auch ich seit Jahrzehnten vertrauten und bis heute vertrauen (Versicherungen nicht allein Kapitalanlagegesellschaften !) denn bei dieser seit etwa einem Jahrzehnt herrschenden Finanzpolitik der immer wieder genannten nationalen und internationalen Finanz- und Schuldenpolitik denn besser machen. Unter den ihnen von int. Hochfinanz und Politik auferzwungenen Voraussetzungen ?
    Dies wie gesagt nach 1 / 1,95583 für uns Deutsche und später dann, lt. NEW YORK TIMES simpler Grafik vom 01. Mai 2010 zu den Schulden der EU- und der 5 PIIGS,
    unter dem (www) Titel "Europe`s Web of Dept", verbunden mit den damaligen Forderungen der 3 Gläubigerstaaten Frankreich, Großbritanien, Deutschland an diese 5 damals
    bereits mit etwa 3 Billionen dieser Einheitsundfriedens-währungeuropas verschuldeten Staaten Portugal, Irland, Italien, Griechenland, Spanien.
    Aha, nun empfiehlen sicher Experten den Versicherungen
    den vermehrten Kauf von Aktien und Staatsschuldscheinen.
    Nun, man beobachtet diesen Kampf weiter und denkt sich sein Teil bis zur Wahl des Deutschen Bundestags und dann später...


    vom 01. Mai 2010 und wie wir
    jetzt wissen immerWENubn heute

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