Betreuungsverfügung – Teil III der Serie
Aller guten Dinge sind drei

Egal, ob Single im Studium, Ehepaar mit Kindern oder Witwer im Ruhestand: Sie alle könnten einmal jemanden brauchen, der bei Krankheit oder Unfall in ihrem Sinne für sie entscheidet. Drei Dokumente helfen beim Absichern.
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DüsseldorfEben noch mitten im Leben, dann plötzlich liegt man im Krankenhausbett – bewusstlos. Durch einen Unfall kann das schnell passieren. Über die medizinische Versorgung müssen dann andere entscheiden. Möchte man künstlich ernährt werden, wünscht man lebensverlängernde Maßnahmen oder lehnt man Operationen ab? Man kann es den Ärzten nicht selbst sagen. Was der Betroffene in dieser Situation braucht, ist eine Art Stellvertreter, der die persönlichen Wünsche kennt und gegenüber dem Arzt artikuliert.

Was beim Verfassen einer Vorsorgevollmacht zu beachten ist und worum es in einer Patientenverfügung geht, konnten Sie bereits in den ersten beiden Teilen dieser Serie lesen. Doch um diesen Bereich der Vorsorge vollständig zu regeln, sollte noch ein drittes Schriftstück verfasst werden, die Betreuungsverfügung.

Noch einmal zur Erinnerung: Mit der Vorsorgevollmacht kann bestimmt werden, wer die eigenen Wünsche gegenüber anderen durchsetzen soll. Der Bevollmächtigte spricht etwa mit dem Arzt, kümmert sich um Bankgeschäfte, korrespondiert mit der Krankenversicherung und organisiert gegebenenfalls einen Platz im Pflegeheim. Diese Aufgaben können auch auf mehrere Personen verteilt werden.

Zusätzlich braucht der Bevollmächtigte Regieanweisungen: Was genau soll er tun und was muss er lassen? Wie soll er etwa mit dem Vermögen umgehen? Soll er eine häusliche Pflege oder ein bestimmtes Pflegeheim organisieren? Dies kann im sogenannten Innenverhältnis zwischen Vollmachtgeber und Bevollmächtigtem geregelt werden. Die wichtigsten Anweisungen zur medizinischen Versorgung können zudem in einer Patientenverfügung festgehalten werden.

Kann ein Patient die medizinischen Entscheidungen nicht selbst treffen, weil er bewusstlos oder verwirrt ist, müssen Ärzte das Betreuungsgericht, eine Abteilung des Amtsgerichts, informieren. Aber auch andere können eine Betreuung beantragen, zum Beispiel die Kinder, wenn sie beobachten, dass ihr Vater an fortschreitender Demenz leidet und rechtliche Entscheidungen nicht mehr alleine treffen kann. Möglich ist auch, dass das Gericht einen Hinweis vom Wohnungsvermieter bekommt, wenn dieser vergeblich auf die Miete wartet.

Zum einen muss das Gericht dann prüfen, ob eine Person tatsächlich nicht mehr geschäftsfähig ist. Zum anderen stellt sich die Frage, wer sie vertreten kann. Gibt es keine Vorsorgevollmacht, ist der Bevollmächtigte bereits verstorben oder hält das Gericht ihn für ungeeignet, kann es die rechtliche Betreuung anordnen und einen Betreuer bestellen. „Das kann beispielsweise passieren, wenn der gewünschte Bevollmächtigte selbst betreut wird oder zu weit entfernt wohnt“, sagt Martina Mainz-Kwasniok, Fachanwältin für Familienrecht.

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